Ein weiteres Beispiel für die unglaubliche Dynamik der sozialen Netzwerke: ein Aushang vor einem Friseurgeschäft sorgt für große Spekulationen!

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“Sehr geehrte Kundschaft, aus Personalbedingten [sic] Gründen bedienen wir vom 10.07. – 15.07.17 ab 16.00 Uhr keine Damenkunden.” So weit, so unspektakulär. Ein Friseurgeschäft weist darauf hin, dass in den Abendstunden eines Wochenzeitraumes ein Herrenfriseur exklusiv Herren bedient. Speziell in dieser Branche nichts unübliches, in Wien gibt es gar einen Friseur, der mit dem Slogan „Mann geht ja auch nicht zum Frauenarzt!“ wirbt [1].

Doch in dem Text des Aushanges gibt es exakt ein Wort, welches diesem Aushang in den Diskussionen der sozialen Netzwerke eine eigene Kraft verleiht. Es ist das Wort “syrischen”: “In diesem Zeitraum haben wir einen syrischen Herrenfriseur im Salon, der ausschließlich nur Herren bedient.”. Genau das Wort reicht aus, um Schlagzeilen wie *Wegen Syrer: keine Damenkunden bei Frisör Klier* zu erschaffen.

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(Screenshot: Facebook)

Doch was steckt dahinter? Hierzu haben wir ein Feedback von offizieller Stelle bekommen, welche den Aushang erklärt:

Sehr geehrtes Mimikama-Team,
es hat diesen Aushang gegeben (Anmerkung: Salon in Zwickau). Er wurde zwischenzeitlich korrigiert, da er in höchstem Grade missverständlich ist.
Frisör Klier beschäftigt viele Menschen aus vielen verschiedenen Ländern – darauf sind wir stolz.
Bei dem Mitarbeiter in besagtem Salon handelt es sich um einen syrischen Herrenfrisör. Das heißt, dass er ausschließlich zum Herrenfrisör ausgebildet worden ist.
Das macht er perfekt. Aber er hat keine Qualifikation, einen Damen-Haarschnitt auszuführen.
Zwischenzeitlich wurde der Aushang korrigiert.
Den Unterstellungen, dass es sich hierbei um eine religiös motivierte Diskriminierung von Frauen handele, möchten wir entschieden widersprechen.

Ihr Frisör Klier Team, Rüdiger Schmitt

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