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Das klingt schon reichlich befremdlich, ja sogar ziemlich heftig. Auf heftig.news findet man seit dem 13.08.2016 einen Beitrag mit relativ dürftigem Text, dafür einigen Beispielbildern.

Anfrage eines Nutzers auf unserer Facebook-Seite

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Folgt man dem Artikel, dann geht es inhaltlich geht es um einen zum Tode verurteilten Pädophilen, der in Texas hingerichtet werden sollte.

Auf die Frage nach dem Wunsch für seine Henkersmahlzeit antwortete er: Ein kleines Kind, nicht älter als 8, kein Asiate.

Heftig.news erklärt uns weiter, der Wunsch wurde natürlich nicht erfüllt!

Er ist ein Kannibale und Mörder. Dieser Wunsch beweist den kranken Geisteszustand dieses Mannes! Dann eine kurze Erklärung über Henkersmahlzeiten an sich.

Wir erfahren auch den Namen des Delinquenten Doug Stephener und ein Bild bekommen wir auch.


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HA! Damit lässt sich doch arbeiten.

Der Reihe nach, der Artikel erscheint auf heftig.news 2016 und findet sprachlich in der Gegenwart statt „Er IST ein Kannibale und Mörder.“

Erstmalig bekannt wurde der „Fall“ 2014 und schon damals gab es ein entscheidendes Problem: im gesamten Staate Texas gab es nicht einen zum Tode verurteilten Doug Stephener (dessen Urteil im Übrigen bereits 2008 gefällt worden sein soll, nur der Vollständigkeit halber, auch wenn der Fall nicht existent ist so soll er wenigstens voll erwähnt werden).

Aber nehmen wir einfach mal weiter an, es würde den Fall geben, oder gegeben haben. Heftig.news geht dann auf das Henkersmahl in Texas ein, dass jedem Verurteilten zusteht.

Da zeigt sich wieder einmal wie sauber die Kollegen gearbeitet haben, auf heftig.news erschienen und von der Zeitform her aktuell 2016, nach Recherche im Internet Zeitpunkt des Vorfalles 2014, soweit alles klar, oder zumindest halbwegs, oder?

Da eröffnet sich uns aber ein weiteres Wunder der Raum-Zeit-Krümmung, denn im Jahre 2011 bestellte sich ein in Texas zum Tode Verurteilter folgendes Henkersmahl:

  • 2x chicken fried steak
  • Einen dreifachen Fleisch – Bacon Cheeseburger
  • Frittierte Okra
  • Ein Pfund Barbeque
  • Drei Fajitas
  • Eine „Fleischliebhaber“ Pizza
  • Einen Pint Eiskreme und
  • Ernussbutter Fudge mit gemahlenen Erdnüssen

Klingt nach einem gesegneten Appetit, nur der Knabe hat sich das Büffet angesehen und nicht einen Bissen davon zu sich genommen.

Darüber war Senator John Whitmire verständlicher Weise not amused und seit 2011 müssen alle zum Tode Verurteilten das ganz normale Gefängnisessen essen, auch als letzte Mahlzeit.

Also kein Doug Stephener – Henkersmahlzeit gibt es auch keine mehr zum fraglichen Zeitpunkt, da haben die Jungs von heftig.news aber mal ganze Arbeit geleistet und sind voll auf einen Hoax reingefallen.

Quelle: Snopes.com / Latest.com

ZUSATZINFOMRATION

Mit HEFTIGE NEWS haben wir bereits schon einmal Bekanntschaft gemacht. Es war der 5.8.2016 (Siehe Facebook-Statusbeitrag)

Besagte Seite hat einen ihrer eigenen Beiträge mit einem Vorschaubild von uns “verschönert”

Wahrscheinlich war dies eine Reaktion von Ihnen, da wir nicht das erste Mal Anfragen von Usern zu genannter Seite bekommen bzw. an dieser Stelle Aufklärung betreiben.