Hat Sylvia Brown das Ende der Welt durch den Coronavirus vorhergesagt? Unsinn!

Hat Sylvia Brown das Ende der Welt durch den Coronavirus vorhergesagt? Unsinn!

Von | 15. März 2020, 21:27

Der Artikel einer englischen Boulevardseite sorgt für Aufregung: Wurde vor 12 Jahren das Ende der Welt durch den neuen Coronavirus prophezeit?

So wird zumindest in einem Artikel des „Express“ behauptet, zu dem wir Anfragen bekamen: Der neue Coronavirus sei bereits 2008 in einem Buch von Sylvia Brown über das Ende der Welt, vorhergesagt worden.

Anfragen kamen zu diesem Artikel, Quelle: Express

Anfragen kamen zu diesem Artikel, Quelle: Express

„Coronavirus: Disturbing 12-year-old prediction warned the world of a pneumonia outbreak“

Zu Deutsch:

„Coronavirus: Beunruhigende 12 Jahre alte Vorhersage warnte die Welt vor dem Ausbruch einer Lungenentzündung“

Konkret geht es um diesen Ausschnitt aus dem Buch von Sylvia Brown, der in sozialen Medien geteilt wird:

Eine düstere Prohezeiung

Eine düstere Prohezeiung

Zu Deutsch lautet die entsprechende Textstelle:

„Um das Jahr 2020 wird sich eine schwere, lungenentzündungsähnliche Erkrankung über den ganzen Globus ausbreiten, die die Lunge und die Bronchien angreift und sich allen bekannten Behandlungen widersetzt.“

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Der Faktencheck

Der Absatz stammt aus dem Buch „End of Days: Predictions and prophecies about the end of the world“ („Das Ende der Tage: Vorhersagen und Prophezeiungen über das Ende der Welt“), welches im Jahr 2008 erstmals erschien.

Das Buch wurde zuletzt im Jahr 2011 neu aufgelegt, was nicht weiter verwundert, da die Vorhersagen des Buches über das Jahr 2012 (das Ende des Maya-Kalenders) so ganz und gar nicht zutreffend waren; danach bekam es keine Neuauflage mehr.

Dazu sei gesagt, dass es zwar tatsächlich noch keinen Impfstoff gegen die COVID-19 Erkrankung gibt, jedoch das menschliche Immunsystem die Symptome recht gut bekämpft und dies mit medikamentöser Unterstützung noch besser läuft. Es ist also beileibe nicht so, dass sich das neue Coronavirus „allen bekannten Behandlungen widersetzt“.

Das Erscheinungsjahr des Buches ist in dem Zusammenhang auch noch interessant:
Jene Vorhersage wurde nur wenige Jahre nach dem Ausbruch des SARS-Virus getroffen, so ist die „Prophezeiung“, dass in etwa 10 Jahren ein ähnliches Virus auftaucht, nichts weiter als ein statistischer Glücksgriff.

Zuletzt sei noch zu erwähnen, dass jene Behauptung nur eine von vielen „Prophezeiungen“ ist, die aber überhaupt gar nicht eintrafen:
Angeblich sollte es seit 2012 eine Heilung für Lähmung und Parkinson geben, und 2020 werde Blindheit der Vergangenheit angehören.

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Fazit

Zwei Wochen zuvor wurde jene Passage schon mal verbreitet, damals hieß es, es sei Teil eines Romans von Dean R. Koontz (wir berichteten).

Die „Prophezeiung“, dass um 2020 ein Virus auftaucht, welches SARS ähnelt, das fünf Jahre vor Erscheinen des Buches auftrat, ist eher ein statistischer Glücksgriff, die Beschreibung jenes Virus ist zudem mehr als vage und teilweise nicht zutreffend.

Auch die restlichen Prophezeiungen in jenem Buch (ja, wir haben es uns wirklich angetan!) zielen weit an der Realität vorbei, somit können wir diese Vorhersage nur als statistischen Glückstreffer betreffend des Jahres beurteilen, der nicht sonderlich überraschend ist.

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