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Moslems seien Hundehasser, so heißt es immer wieder. Darauf baut nun auch diese seit Jahren verbreitete Geschichte, die auf einem wahren Tiermord basiert, jedoch nichts mit Muslimen zu tun hat.

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Daher gehen wir Stück für Stück und transparent diesem Vorwurf nach. Wir schauen auf die Herkunft des Inhaltes, aber auch auf die Bilder, welche zur Illustration verwendet werden. Der folgende Artikel geht daher auf eine Frage an uns vom 26. April ein [1]:

guckt euch das mal an… das kann ich nicht glauben…

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Die Webseite Jewsnews veröffentlichte bereits am 13. April 2014 einen Artikel [2], in dem die These aufgestellt wurde, dass Muslime auf Malta Katzen und Hunde kreuzigen und an an eine christliche Kathedrale gehängt hätten. Die Interpretation daraus, so folgert man auf der Seite, sei eine Drohbotschaft an Christen.

MUSLIMS IN MALTA crucify cats and dogs and hang them on Xtian Cathedrals

[…]

What does this mean? It means “you” are next. “We’re coming to take you (Christians) down”

In dem Artikel werden zudem zwei Fotos genutzt, welche untermalen sollen, wie Muslime mit Hunden umgehen. Doch darauf gehen wir später ein. Zunächst schauen wir auf den Inhalt selbst:

Mosta Animal Killer – Malta

Hält man sich zunächst an die Fakten ohne jede Konfessionskritische Aussage, so findet man hier den Ursprung in einem realen Tiermord. Der Inhalt des Artikels auf JewsNews bezieht sich auf den sog. Mosta Tiermörder, der in den Jahren 2001 – 2014 mehrere Hunde und Katzen in Mosta umbrachte. Mit den Suchbegriffen “Mosta Animal Killer” findet man eine Reihe von sachlichen Pressemitteilungen um diese Tiermorde. So gibt es mehrere internationale Medien, die darüber berichtet haben [3] [4] . In deutschsprachigen Medien sind diese Tiermorde nicht wirklich aufgetaucht, letztendlich handelte es sich auch lediglich um ein lokales Phänomen.

Alle Medienmeldungen beschreiben, dass die malteser Polizei am 03. Februar 2014 einen grausamen Fund machte: ein Hund und eine Katze wurde gekreuzigt im Bereich der Mosta Domkirche gefunden. Der Hund hing umgedreht gekreuzigt neben einer Lampe, die Katze an einer St.Philip Statue [4]:

A fox terrier was found nailed upside down to a wooden cross dangling from a lamp affixed to a wall outside the sacristy at the side of the church, while a similarly crucified ginger tom cat was found hanging off the statue of St Philip by the church’s main doors.

Die Pressemeldungen aus dem Februar spekulieren lediglich, ob hier ein konfessioneller Zusammenhang gegeben ist.


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Die Auflösung

Bereits im März 2014 gab es jedoch schon die Ermittlungsergebnisse: die Tiermorde waren keinerlei Angriffe auf das Christentum und hatten auch rein gar nichts mit dem Islam zu tun. Als Täter entpuppte sich ein Mann namens Nicholas Grech [5], der am Ende jedoch nicht für die Tiermorde belangt wurde, da er sich als psychisch krank herausstellte. Der Webseite Maltatoday ist zu entnehmen [6]:

Nicholas Grech acquitted, to receive treatment in mental health hospital

The man charged with the Mosta cat crucifixions was cleared of all charges because he had no criminal intent. He is to be kept at Mount Carmel Hospital for as long as necessary.

Grech musste sich als Auflage in stationäre Behandlung begeben.

Damit steht zunächst fest: diese Tiermorde, welche Jewsnews als Angriff auf Christen wertet, haben keinerlei konfessionelle Auslöser, bei der Darstellung von Muslimen als Täter handelt es sich schlichtweg um eine Falschmeldung.

Die Bilder im Artikel

Jewsnews verwendet im Artikel zwei Bilder: dass erste Bild ist auch gleichzeitig das Titelbild und somit hier in dem Artikel oben zu sehen. Wir gehen an dieser Stelle davon aus, dass es sich um ein echtes Bild aus Mosta handelt und den beschriebenen Hund zeigt. Die Timesofmalta zeigt ein Bild aus einer anderen Perspektive[4], auf dem jedoch die Lampe jener Lampe auf den Titelbild von Jewsnews :

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Insofern gehen wir davon aus, dass das Titelbild zu den Tiermorden von Mosta gehört.

In dem Artikel von Jewsnews gibt es jedoch noch ein zweites Bild, welches umtermauern soll, dass Muslime Hunde hassen und kreuzigen:

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Dieses Bild kennen wir. Es handelt sich hier weder um einen Afrikaner oder Araber, sondern um den Mexikaner Aarón Pino. Das Foto stammt aus dem Sommer 2013 und auch hier ist eine Drohung von Muslimen gegenüber Christen völlig auszuschließen.

Was Jewsnews da betreibt, ist letztendlich nichts anderes als ein interpretierter Islamhass, der zumindest bei diesen Bildern und auch der Tiermorde nicht angebracht ist.