Verschiedene Blogartikel- und Onlineartikel geben wieder, dass in Sachsen Asylbewerber eine gemeinnützige Arbeit verweigert haben und dieses begründeten, dass sie Gäste Merkels seien. Diese Meldung ist kein Fake und basiert auf einem Artikel des Waldenburger Stadtboten, welcher durch die Stadt Waldenburg selbst veröffentlicht wird.

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In diesem Zuge halten wir uns an die Quelle selbst, dort lautet es: “um möglichst schnell eine Beschäftigung zu verschaffen, Langeweile entgegenzuwirken und die Akzeptanz in der Bevölkerung zu erhöhen, hat die Stadt Waldenburg 7 Arbeitsgelegenheiten (20 Wochenstunden je 1,05 €) beantragt und bewilligt bekommen.”

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Der ganze Artikel dazu ist frei zugänglich im Angebot des Stadt Waldenburg zu lesen [1], auf Seite 5 des Stadtboten vom 30.06.2016 liest man nun die entsprechenden Sätze:

Später wurde dann von den genannten Personen argumentiert, dass sie Gäste von Frau Merkel sind und Gäste ja nicht arbeiten müssten. Weiterhin wurde die Meinung vertreten, dass es in Deutschland einen Mindestlohn (8,50 €) gibt und dieser dann auch von der Stadt Waldenburg zu zahlen ist! In einem extra anberaumten Gesprächstermin mit dem Dolmetscher wurde von Seiten der Verantwortlichen in der Stadt Waldenburg und dem Diakoniewerk alles nochmals erklärt und erläutert. Leider konnte keine Einigung über die Fortführung der Maßnahme erzielt werden, so dass die Stadt am 31.05.2016 gegenüber dem Landkreis Zwickau (Sozialamt, Sachgebiet Asyl) den Abbruch der Arbeitsgelegenheiten für Asylbewerber erklärt hat.


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Dieser Artikel ist vom Bürgermeister selbst unterzeichnet, der zudem aber auch anmerkt:

Ich weiß, dass diese Zeilen dazu führen werden, dass Skeptiker sagen: „haben wir doch gleich gewusst“ oder ähnliches. Ich habe in meinen kurzen Berichten im Stadtbote seit Herbst 2015 die Bürger der Stadt über alles, was die Asylanten in Waldenburg betrifft, aufgeklärt. Ich habe mehrfach zu Spendenaktionen aufgerufen, die großen Wiederhall in der Bevölkerung fanden. Deshalb sehe ich es auch als meine Pflicht, Sie über die jetzige Situation zu unterrichten, wenn es mir auch schwer fällt und mir von mancher Seite abgeraten wurde.

Kurz noch zum Hintergrund:

Etwas ausführlicher wird diese Inhalt in einem Artikel der „Freien Presse“ vom 03. Juni 2016 wiedergegeben [2]. Hier wird auch deutlich, dass dieser Vorgang schon einige Monate zurückliegt, und zwar wird „April“ erwähnt.

Vier von den Männern arbeiteten seit Mitte April 20 Stunden pro Woche für 1,05 Euro pro Stunde unter der Regie von Stadtrat und Bauhofmitarbeiter Jens Winter (Freie Wähler).

[…]

Keine sechs Wochen später sieht das anders aus. Die Asylbewerber haben die Jobs aufgegeben.

Die Junge Freiheit beschreibt in dem Artikel, dass auch grundsätzliche Missverständnisse bestanden, wann wer und mit welchem Status normal arbeiten gehen darf und um was es sich bei den 1,05 Euro Tätigkeiten handelt.

Die „Freie Presse“ berichtet ebenso von Gesprächen mit den Männern, gibt jedoch die Inhalte nicht wieder.

Er bestätigt, dass es Gespräche mit den vier Männern gegeben hat. Die Vorgänge selbst möchte er aber nicht kommentieren.

Täuschende Vorschaubilder

Worin jedoch mehrere Artikel „irren“, bzw. lediglich Symbolbilder nutzen: nach Augen- und Ortszeugenangaben befinden sich in Waldenburg ausschließlich syrische und irakische Asylsuchende, zur Darstellung werden jedoch gerne Afrikaner verwendet.

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