Gelder der Grünen Partei Kärntens fördern „Kannibalisten“? Ein Riesenskandal, der bis dato unentdeckt blieb? Und überhaupt: woher stammt diese Meldung und was hat der Kopf in der Verpackung damit zu tun? Viele Fragen, jedoch schauen wir uns den Informationsgehalt der Aussage “Riesenskandal: Die Grünen finanzieren Kannibalisten” genauer an.


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Beginnen wir mit der Artikelvorschau auf Facebook, denn die ist recht wichtig! Diese Artikelvorschau der Seite “MZW-Widerstand” zeigt einen Kopf in einer klassischen, folierten Verpackung aus dem Fleischereibedarf, wie man diese für SB-Ware kennt (Hackfleich, vorgeschnittene Stücke etc.). Darunter erscheint die Überschrift des Textes und DARUNTER wiederum eine Beschreibung, welche interessanterweise schriftlich in dem verlinkten Artikel gar nicht zu finden ist

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Anmerkung: den Begriff des „Kannibalisten“ übernehmen wir lediglich im Zuge der korrekten Zitierweise.

Im Grunde findet sich in dem Artikel nämlich gar kein Text, denn MZW Widerstand belässt es in dem Artikel vom 23.04.2016 [1] lediglich bei der Überschrift. Es wird lediglich ein Video eingebunden, dessen Herkunft, Alter und auch Ausgang völlig informationslos dargestellt wird.

Zunächst zum Themenverständnis an dieser Stelle das genutzte Video:

Zeitliche Einordnung

Auch wenn der Artikel  auf MZW-Video erst am 23. April 2016 verfasst wurde, so ist die Debatte um das “Kinds-Schitzel” bereits über 5 Jahre alt! Auf den Youtubekanal der FPÖ findet man das Video unter dem Titel “Die Grünen – fressen Kinder?” mit dem Uploaddatum 06.04.2011 [2], sogar ein paar Tage vorher noch befasste sich auch die überregionale Zeitung “Kleine Zeitung” (Steiermark & Kärnten) am 31.März 2011 [3] mit diesem Thema:

Kinds-Schnitzel sorgt für Aufregung

Kärntner Satire-Video, in dem Kinder verspeist werden, wurde in Gasthaus gedreht, das von der Kirche verpachtet wird. Filmmusik von Rolf Holub.

[…]

Die Filmmusik steuerte Grünen-Chef Rolf Holub bei. Ebenso „als Gefallen“, wie der Politiker sagt: „Olbrich brauchte gratis Musik, die habe ich ihm – ohne den Inhalt des Films zu kennen -gegeben, also auch nicht extra komponiert“, erklärt Holub. Nach Protesten der Grünen – Holubs Name findet sich im Abspann – verschwand das Video von der Homepage. Im Herbst aber will Olbrich den Film bei seinem Festival, das die Grünen sponsern, zeigen. Die Musik dürfe Olbrich weiter verwenden, so Holub. „Mein Name muss aber verschwinden“, denn die Inhalte des Films seien „geschmacklos und nicht tolerierbar“.

In der Tat gab es zu dieser Videoproduktion unterschiedliche Ansichten, jedoch steht 5 Jahre NACH der Erscheinung des Videos fest, dass es sich nicht um ein von den Grünen in Auftrag gegebenes Video handelt, obschon als musikalische Untermalung ein geschriebenes Stück des Grünen-Politikers Ralf Holub verweendet wurde und . Im Jahre 2015 wurde das Thema ebenso auf der Dialogplattform “Meinparlament.at” [4] erwähnt. Bei “Meinparlament.at” handelt Meinparlament.at handelt es sich um eine Onlineplattform, welche interessierten Bürgern und Bürgerinnen die Möglichkeit bietet,  Fragen an politische Funktionsträger zu stellen. Diese werden im Idealfall von den entsprechenden Politikern beantwortet.

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(Screenshot: “Meinparlament.at” [4])

Über das Video

Das Video wurde von Heinz Olbrich produziert. Es wurde im Rahmen der „Fright Nights 2011“ präsentiert, dessen “dessen Programm Lang- und Kurzfilme, professionelle Produktionen und Amateurfilme sowie deutsche und internationale Filme enthält.”[5].

Dieses Festival findet seit 2005 statt und ist ein österreichisches Horrorfilm-Festival. Der Produzent äußert sich zu den Vorwürfen dazu auf seiner eigenen Webseite [6]:

Horror, Satire und Wirklichkeit können da scheinbar nicht mehr unterschieden werden. (Übrigens die Simpsons gibt es nicht wirklich – das sind nur Zeichentrickfiguren! Hannibal Lektor ist in Wirklichkeit ein Schauspieler, der nur so tut als ob, und die Hexe von Blair Witch gibt es auch nicht in echt.-  Ehrlich! Einfach mal hinfahren und nachschauen. Da ist nichts im Wald).

Kinds-Schnitzel, Babyspeck und Kindergulasch?

Man kann nun überlegen, was mit diesen Wörtern gemeint ist, jedoch verzichten wir an dieser Stelle darauf, mit Begrifflichkeiten wie “Metephorik”, Interpretation” und “Metaebene” auf das Video einzugehen. Kurz jedoch noch:

Das Vorschaubild des Artikels von MZW hat rein gar nichts mit dem Vorwurf der Finazierung durch Grüne zu tun, sondern ist ein urheberrechtlich geschütztes Werk den Künzeller Fotografen Thomas Martin Pieruschek. Auf seiner Webseite ist es als Bild 9 von 16 unter der Kategorie “Creativ Pool” aus einer anderen Perspektive zu finden [7].

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