Technisch gefährlich, im Stil sehr sicher und in der Optik überzeugend! Diese Mail hat es in sich, birgt jedoch eine ungewöhnliche Anrede.

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Phishingmails zu analysieren macht eigentlich Spaß, es ist ein unumstrittener und nüchterner Teil der Arbeit bei Mimikama. Es sind keine stundenlangen Recherchen in strittigen Themen notwendig, sondern man schaut sich diese Mails an, schaut auf alle verdächtigen Stellen einer Mail und beschreibt diese genau. Wenn man, so wie ich, Phishingmails liebt, erkennt man immer wieder die tollsten und interessantesten Konstrukte. Und eben auch die gefährlichen Stellen.

Diese Mail hat beides: eine ungewöhnliche Stelle, die mir ein Lächeln auf die Wangen legte, aber auch eine Gefahr aufgrund ihrer hohen Authentizität, welche mich schnell wieder zur Ernsthaftigkeit kommen ließ. Um diese Mail geht es:

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Im Klartext steht dort:

Grüß Gott geehrter Bezieher!
Bitte helfen Sie uns dabei, Ihr PayPal Account wieder in Ordnung zu bringen.
Bis jenem Moment haben wir den Eingang zu Ihrem PayPal-Account auf Zeit eingeschränkt.
Was für ein Problem haben wir??
Wir haben vor geraumer Zeit von einer womöglich nicht gültigen Kreditkartennutzung mit diesem PayPal-Account erfahren. Zu Ihrer Bewährung haben wir den Zugriff auf Ihr Account beschränkt.
Registrierungsnummer: PP-607-651-999-241
Was jetzt tun?
aufgrund fragwürdiger Aktivitäten in Ihrem PayPal Account müssen Sie sich als gesetzlicher Inhaber bestätigen. Nachdem Sie sich rekognosziert haben, können Sie Ihren PayPal-Account wie gewohnheitsmäßig anwenden.
Viel Einkaufsspaß mit ungefährlichen Ausgaben wünscht PayPal!

Wer nun nicht gerade aus dem süddeutschen oder österreichischen Raum kommt, wird natürlich direkt schmunzeln: Ja, griaß Gott, liabe E-Mail! In der Tat: die Mail begrüßt uns mit “Grüß Gott”. Diese Anrede in einer Phishingmail ist mir bis dahin noch nie über den Weg gelaufen.

Fehler, Gruppe existiert nicht! Überprüfen Sie Ihre Syntax! (ID: 1)

Dennoch gefährlich

Abgesehen von der Anrede. Aufbau, Formen und Farben passen in der Mail zueinander. Die Mail nutzt erfundene Fakten, welche in Ihrer Darstellung authentisch wirken und der Empfänger dadurch geneigt sein kann, den Link in der Mail anzuklicken und somit auf eine betrügerische Seite zu gelangen.

Bei aktualisierter und funktionierender Antivirensoftware wird man vor Phishing gewarnt. Ein solcher Schutz ist bei dieser Art von Mails durchaus sehr sinnvoll.

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Ohne Phishingschutz gelangt man auf eine gefälschte PayPal-Seite, welche dem Login von PayPal zum Verwechseln ähnlich sieht:

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Vorsicht jedoch vor dieser Seite! Dies ist eine Betrügerseite, bitte auch die Adresszeile des Browsers beachten, denn dort wird eine völlig fremde Adresse angezeigt. Das Ziel dieser Betrügerseite besteht primär darin, PayPaldaten abzugreifen.

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Wir warnen daher: auf keinen Fall Angaben auf dieser gefälschten Seite machen! Es bleibt bei der Abfrage nicht allein bei den Zugangsdaten, sondern es kommen noch auf einer zweiten Seite persönliche Daten und Kreditkartendaten hinzu, welche sich Betrüger abphishen wollen.

Allgemeine Phishingwarnung:

  • Phishing E-Mails versuchen grundsätzlich so auszusehen, als stammen sie von dem entsprechenden Unternehmen. Mit diesen versuchen Betrüger, an persönliche Daten zu kommen, vorzugsweise Bank- Kreditkarten oder sonstige Zahldaten.
  • Die eigentliche “Kunst” dieser Mails ist die Geschichte, mit welcher der Empfänger dazu verleitet werden soll, der E-Mail zu trauen und den eingefügten Link zu öffnen. Hier spielen Ausdruck, Grammatik und Rechtschreibung, sowie Plausibilität und auch Individualität eine sehr große Rolle. Speziell in der jüngeren Vergangenheit gab es zunehmend Mails, welche mit Individualität glänzten: die konnten den Empfänger mit korrektem Namen ansprechen und gaben auch tatsächliche Adress- und Personaldaten an.
  • Man kann jedoch generell beachten: Banken, Zahl- und Kaufportale fordern niemals mit Hilfe eines eingebauten Links zum Einloggen in das Konto auf! Zudem ist eine generische Anrede zwar immer ein Indiz für Phishing, eine vorhandene korrekte Anrede jedoch nicht der Beweis für die Echtheit einer Mail.
  • Niemals über einen Link einloggen, der per Mail gesendet wird, sondern immer die betreffende Seite per Hand in die Adresszeile des Browsers eintippen und dort einloggen. Sollten tatsächlich Ankündigungen des entsprechenden Dienstes vorhanden sein, werden diese dort angezeigt.Zusätzlich ist es nach Möglichkeit ebenso zu unterlassen, über öffentliche/fremde WLAN-Netze Bankgeschäfte zu tätigen, da man nie genau weiß, ob (und im Ernstfall von wem) diese Netze protokolliert werden.
  • Niemals reale Daten in die Formularfelder eintragen! Unter Umständen können die Daten sogar bereits während des Tippens an die Betrügerdatenbank weitergeleitet werden, ohne dass man mit “weiter” bestätigt.
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