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Heute kam wieder ein Exemplar der gefährlichen Phishingmails zum Vorschein: ein angeblicher Kauf über mehrere hundert Euro sei via PayPal bezahlt worden.

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Mimikama: Warnung

Und mit “gefährlich” ist gemeint, dass diese Mail so viele eingebaute Merkmale besitzt, dass man sie für authentisch halten kann. Gleichzeitig bleiben klassische Fehler in Rechtschreibung, Struktur und Sprache aus.

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In der Darstellung sind einige der gefährlichen Merkmale markiert. Der Inhalt dieser Mail im Klartext:

Guten Tag, Manuela […]!

Sie haben eine Zahlung über €875,86 EUR an Selarl Côte d’Azur Pharmacy gesendet (paypal@france-health.com).

Es kann einige Minuten dauern, bis die Transaktion in Ihrem Konto angezeigt wird.


Händler
Selarl Côte d’Azur Pharmacy
paypal@france-health.com
Mitteilung an Händler
Sie haben keine Mitteilung eingegeben.

[Lieferadresse und Betrag kann variieren]

Zahlung gesendet an paypal@france-health.com

Probleme mit dieser Zahlung?
Wenn diese Zahlung nicht von Ihnen persönlich ausgeführt worden ist, klicken Sie bitte auf den unten angezeigten Button, um die Zahlung zu stornieren.

Zahlung stornieren

Sie werden anschließend auf unsere Storno-Seite weitergeleitet und haben die Möglichkeit die Zahlung kostenlos und problemlos zu stornieren.
Eine sofortige Stornierung der Zahlung ist bis zum 30.11.2015 möglich.

Um eine gewisse Glaubwürdigkeit zu errichten, wurde diesem frei erfundenen Einkauf ein Transaktionscode verpasst. Zusätzlich befindet sich im Kopfteil der Mail die korrekte Anrede des Empfängers in Vor- und Zuname.


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Ebenso ist der Artikel, sowie die Angabe des Verkäufers plausibel und auch zu finden: das Produkt existiert, auch die Preisklasse ist korrekt. Die Lieferadresse ist frei erfunden, wirkt jedoch echt. An dieser Stelle aufgrund dieser vielen Elemente die Wiederholung: diese Mail ist eine Fälschung!

Phishing

Eine erste Stolperfalle für diese Mail gibt es nun, wenn man den eingefügten Link zur Stornierung aufruft: eine aktualisierte Schutzsoftware zeigt in diesem Moment eine entsprechende Warnung.

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Ohne Schutzmechanismen spielt der Phishingvorgang seine bis dato überzeugend wirkende Masche weiter ab und läßt den Empfänger in Richtung falle tappen. Auffällig auch hier die Konstruierte Adresse: 130068-ssl.paypal-m24.org. In einer anderen Version der Mail lautet die Adresse 872024-www.paypal-m24.org . Hier kommen verschiedene Subdomains zum Einsatz!

Eine fingierte Seite öffnet sich, die sich auf den Inhalt der Mail bezieht und glaubhaft eine Stornierung darstellt.

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In ausführlicher Weise wird der Besucher über die Stornierung informiert und somit ein eine Pseudosicherheit aufgebaut. Dieser Phishingvorgang fällt nicht sofort mit Login-Formularen auf den Besucher, sondern konzentriert sich zunächst auf die Schaffung einer Vertrauensbasis.

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Wer nun an dieser Stelle meint, alle Daten geprüft zu haben und sich auf eine “Stornierung” einlässt, wird in die eigentliche Falle geleitet. Ein Loginbildschirm wartet, auf dem sogar bereits das Feld der E-Mail Adresse vorausgefüllt ist.

Man muss deutlich sagen: hier wurde mit einem hohen Maß an Details gearbeitet, um dem Empfänger eine vertrauenswürdige Umgebung zu erstellen.

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Was nun geschieht, ist der normale Ablauf. Anmeldedaten, Adressdaten und Bankdaten werden erhoben. Natürlich ist das eine Falle – die angegebenen Daten landen direkt in einer Betrügerdatenbank.

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Allgemeine Phishingwarnung:

  • Phishing E-Mails versuchen grundsätzlich so auszusehen, als stammen sie von dem entsprechenden Unternehmen. Mit diesen versuchen Betrüger, an persönliche Daten zu kommen, vorzugsweise Bank- Kreditkarten oder sonstige Zahldaten.
  • Die eigentliche “Kunst” dieser Mails ist die Geschichte, mit welcher der Empfänger dazu verleitet werden soll, der E-Mail zu trauen und den eingefügten Link zu öffnen. Hier spielen Ausdruck, Grammatik und Rechtschreibung, sowie Plausibilität und auch Individualität eine sehr große Rolle. Speziell in der jüngeren Vergangenheit gab es zunehmend Mails, welche mit Individualität glänzten: die konnten den Empfänger mit korrektem Namen ansprechen und gaben auch tatsächliche Adress- und Personaldaten an.
  • Man kann jedoch generell beachten: Banken, Zahl- und Kaufportale fordern niemals mit Hilfe eines eingebauten Links zum Einloggen in das Konto auf! Zudem ist eine generische Anrede zwar immer ein Indiz für Phishing, eine vorhandene korrekte Anrede jedoch nicht der Beweis für die Echtheit einer Mail.
  • Niemals über einen Link einloggen, der per Mail gesendet wird, sondern immer die betreffende Seite per Hand in die Adresszeile des Browsers eintippen und dort einloggen. Sollten tatsächlich Ankündigungen des entsprechenden Dienstes vorhanden sein, werden diese dort angezeigt.Zusätzlich ist es nach Möglichkeit ebenso zu unterlassen, über öffentliche/fremde WLAN-Netze Bankgeschäfte zu tätigen, da man nie genau weiß, ob (und im Ernstfall von wem) diese Netze protokolliert werden.
  • Niemals reale Daten in die Formularfelder eintragen! Unter Umständen können die Daten sogar bereits während des Tippens an die Betrügerdatenbank weitergeleitet werden, ohne dass man mit “weiter” bestätigt.

Artikel Vorschaubild: PathDoc / Shutterstock.com