Kreditwürdig? Alkoholabhängig? Schlafgestört? Was wir bei der Onlinenutzung preisgeben.

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Das sollte jedem bewusst sein: jede Art von Leistung hat ihren Preis! Dieser Preis besteht oftmals in den Daten, die wir für die Nutzung eines Dienstes preisgeben. Facebook gratis? Zumindest muss man kein Geld bezahlen. Google? Kostet dem Nutzer auch kein Geld. Gratisapps? Ebenso. Aber alle diese Dienste fordern Freigaben auf unsere Daten. Ob zur idealen Platzierung von Werbung, zum Verkauf oder zur Entwicklung: unser Nutzerverhalten wird auf unterschiedliche Weise verwendet.

Soziologen warnen vor einem neuen Socialscore: Finanzen, Fitness, GPS – Wir geben freiwillig, was für Unternehmen begehrte Ware ist. Innerhalb von zwei Tagen werden mittlerweile so viele Daten gespeichert, wie in den Archiven der Menschheitsgeschichte bis zum Jahr 2003 insgesamt. Und jeder von uns trägt dazu bei. Den ganzen Tag über, mit jedem Schritt. Bewusst ist uns das nicht immer. Und darüber, was diese Digitalisierung des Privaten bedeutet, wird kaum diskutiert.

Der gesamte Beitrag „Schöne neue Datenwelt” von Westpol aus der Sendung vom 11.02.2018 ist hierzu in der Mediathek des WDR unter diesem Link zu sehen.

Man kann die Datenmenge lediglich einschränken!

Den Datenfluss generell einzustellen, dürfte kaum mehr möglich sein. Dazu müsste man in der Tat jegliche Online-Aktivität, ja sogar das Bezahlen mit Bankkarten, einstellen. Dennoch gibt es mehrere Tipps, wie man die Datenmenge einschränken kann, welche man im Netz weitergibt:

  • Nicht an jedem Preisausschreiben und jeder Online-Befragung teilnehmen – vor allem nicht an solchen, die mehr als unbedingt nötig von dir wissen wollen.
  • Einstellungen im Browser: Die meisten haben einen Privatmodus. Wenn du den nutzt, werden keine Cookies, Seitenbesuche, Sucheinträge oder Formulardaten gespeichert. Du kannst viele Browser auch so einstellen, dass sie all diese Informationen löschen sollen, wenn du sie beendest.
  • Privatsphäreneinstellungen im Netzwerk: Wenn man schon Facebook nutzt, sollten die Daten wenigstens nicht auch noch von da aus zu Google getragen werden… mehr Infos dazu hier! Und auch bei Google kannst du einstellen, welche Infos es über dich speichern darf.
  • Smartphone generell: Ja, das ist die Datenquelle schlechthin für andere. Am sichersten wäre tatsächlich: Einen alten Handy-„Knochen“ nutzen und fertig. Ansonsten kann man es ein wenig eingrenzen: Online-Zugang nur nach Bedarf aktivieren, GPS ausschalten, bei Apps wählerisch sein…
  • Thema Apps: Beim installieren schauen, worauf die App zugreifen will. Wenn da z.B. „Kontaktdaten lesen“ dabei ist, kann es gut sein, dass du die Daten deiner Freunde gleich mitlieferst. Und die umgekehrt deine natürlich auch… Die Überprüfung geht auch nachträglich – bei Android z.B. im Anwendungsmanager, indem man auf eine App klickt und sich dort die „Berechtigungen“ ansieht. Ihr könnt ja mal gucken, was beispielsweise bei WhatsApp an der Stelle so steht…
  • Wer professioneller zu Werke gehen möchte, kann sich intensiver mit der Verschlüsselung seiner E-Mails beschäftigen. Ist aber ein bisschen Aufwand, mehr dazu u.a. hier.
  • Wer sich generell verbreiteter US-amerikanischer Standard-Anwendungen bedient (Windows, Internet Explorer, IOS, Facebook, diverse Google-Tools usw.), dürfte letztlich anfälliger für die (un)freiwillige Verbreitung seiner Daten sein. Alternativen wie Open Source Software oder das Betriebssystem Linux können hier eine Möglichkeit sein.
  • Standards wie Virenschutz (auch für Smartphones), Firewall oder WLAN-Sicherheit auf jeden Fall einhalten. Software immer aktualisieren, nicht zuletzt das Betriebssystem.
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