Giftige und ungesunde Lebensmittel für Katzen!

Folgende Lebensmittel sollten Katzen nicht fressen (Faktencheck)

Von | 21. Oktober 2019, 10:26

Giftige und ungesunde Lebensmittel für Katzen!

Lebensmittel für Katzen: Nachdem wir uns mit giftigen und ungesunden Lebensmittel beim Hund auseinandergesetzt haben, tun wir dies auf Nachfrage nun auch mit der Katze. Zuerst einmal: Die wenigsten Sachen sind sofort tödlich oder giftig, aber ungesund und schlecht sind sie allemal.

Deswegen sollte man als Tierfreund darauf verzichten, so etwas zu füttern, denn kein Arzt der Welt würde zum Beispiel Zigaretten und Alkohol als ungefährlich ansehen, nur weil der Opa damit 100 Jahre alt wurde. Da hatte der Opa einfach nur Glück.

Katzen sind grundsätzlich viel wählerischer als Hunde, und das obwohl sie wesentlich schlechter schmecken können als ein Mensch oder Hund. Darüber hinaus verfügen sie über deutlich weniger Geschmacksknospen als der Mensch. Davon haben sie nur ca. 500, Menschen hingegen 9000. Dass Katzen süß nicht schmecken können, liegt daran, dass den Tieren Teile des dafür wichtigen Gens fehlen; das macht Katzen auch weniger anfällig für Vergiftungen.

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Zwiebeln, Knoblauch, Lauchgewächse (auch Schnittlauch).

In Knoblauch, in Zwiebeln und auch in Schnittlauch sind sogenannte Alliine (schwefelhaltige nicht proteinogene Aminosäuren). Diese sind hochtoxisch, auch für die Katze. Weder Kochen, trocknen oder dünsten zerstören diese Alliine und können daher in getrockneten Produkten noch konzentrierter und somit giftiger sein.

Katzen mögen Zwiebeln auch nicht besonders, aber gewürzte Speisen futtern die Katzen dann doch mal. Besonders hervorzuheben ist jedoch der Schnittlauch, der doch manchmal von Katzen anstatt Katzengrases gefressen wird.

Symptome: Durchfall, Erbrechen, Blutarmut (durch die Schädigung der roten Blutkörperchen), erhöhte Atem- und Herzfrequenz, blasse Schleimhäute, dunkler Urin (durch die Hämolyse der roten Blutzellen).
Im schlimmsten Fall kann es zum Tode kommen.

Quelle und weitere Infos: vptserver1.uzh.ch

Leber

Leber? Ja, Leber. Denn Leber enthält sehr viel Vitamin A und da Vitamin A ein fettlösliches Vitamin ist, kann der Körper dies nicht einfach ausschwemmen. Es gibt einen einfachen Merksatz: „EDeKA  macht fett“ (E, D, K und A sind die fettlöslichen Vitamine) und auf diese Vitamine sollte man immer achten, denn eine Hypervitaminose ist bei den fettlöslichen Vitaminen meist sehr schlimm.

Zu viel Vitamin A führt bei der Katze zu Knochenproblemen, Lähmungserscheinungen, Nierenschäden und Gelenksveränderungen. Die Knochenveränderungen können auch nach Absetzen der Leber nicht wieder rückgängig gemacht werden. In unserer Praxis haben wir akut eine Katze mit Vitamin A-Vergiftung und sie wird nun den Rest ihres Lebens mit den Veränderungen am Skelett leben müssen. Maximal 3-5% der Fleischmenge sollten daher aus Leber bestehen.

Quelle und weitere Infos: onlinelibrary.wiley.com

Schokolade, Kaffee und Kakao

Eigentlich ist es keine Neuigkeit, dass Schokolade für Hund und Katze giftig ist, aber noch immer liest man oft: „Meine Katze hat immer mal ein Stückchen bekommen und wurde 18!“. Da kann ich als Tierärztin nur sagen: Mehr Glück gehabt als Verstand. Wieso man seinem Tier bewusst giftige Sachen zu fressen gibt, wird mir wohl ewig unverständlich bleiben. Koffein und Theobromin sind sehr giftig für Katzen, je dunkler die Schokolade, desto giftiger.

Schon kleine Mengen Zartbitterschokolade können für Katzen tödlich sein. Leider haben wir in der Praxis immer wieder mit Schokoladenvergiftungen zu tun. Kaffee tritt aufgrund seines bitteren Geschmackes nicht allzu häufig als Vergiftungsursache auf.

Auftreten können: Durchfall, Erbrechen, stark erhöhter Blutdruck, starke Unruhe und auch schwere Herz- Kreislaufprobleme bis zum Tode.

Quelle und weitere Infos: vptserver1.uzh.ch

Thunfisch

WAS? Thunfisch? Aber Katzen lieben doch Thunfisch! Ja, und sie müssen auch nicht ganz auf diese Leckerei verzichten, aber in Thunfisch befindet sich Methylquecksilber, und dieses ist sehr giftig für Katzen. Kleinere Portionen aus dem Futterhandel sind aber ab und an ganz in Ordnung für unsere Leckermäuler.

Thunfisch für den Menschen enthält meist viel zu viel Salz und andere Gewürze und eignet sich für Katzen nicht. In größeren Mengen kann es zu Nieren- und Leberschädigungen kommen, auch Augen und Herzschädigungen wurden beobachtet.

Leider kann sich bei dauernder täglicher Fütterung von eigentlich ungefährlichen Mengen das Methylquecksilber kumulieren und so zu einer tödlichen Dosis werden.

Quelle und weitere Infos: vetpharm.uzh.ch

Rohes Schweinefleisch

Viele Katzenhalter Barfen heute ihre Katzen, aber frisches Schweinefleisch sollte nicht auf den Speiseplan. Natürlich ist nicht das Fleisch an sich giftig, sondern ein Virus, der auch für Hunde gefährlich ist. Das Aujeszky-Virus gehört zu den Herpesviren und ist sowohl für Katze und Hund gefährlich, für uns Menschen jedoch ungefährlich.

Die auch als Pseudowut bekannte Krankheit führt in der Regel 12 bis 24 Stunden nach Beginn der Symptome zum Tode.

Symptome können sein: häufiges Miauen, Unruhe, starkes Speicheln, Rastlosigkeit, aber auch Aggressivität oder Apathie.

Quelle und weitere Infos: tiermedizinportal.de

Milch, Milchprodukte

Katzen sind, wie eigentlich alle Säugetiere, von Natur aus laktoseintolerant, sodas sie im Erwachsenenalter keine Laktose mehr verdauen können. Dies ist auch bei über 75% der Weltbevölkerung so, denn eine kleine Genmutation macht es den meisten Europäern erst möglich, Milchzucker zu verdauen. So sehen dann auch die Symptome bei Katzen aus:

Blähungen, Bauchschschmerzen, Durchfall und Erbrechen.

Ein wenig Milch ist natürlich nicht schlimm und ein kleiner Tipp ist es, auf laktosefreie Varianten auszuweichen. Milchprodukte, in denen der Milchzucker verarbeitet ist (Joghurt) sind allerdings nicht gefährlich für Katzen.

Quelle und weitere Infos: zooplus.de

Kartoffeln (roh)

Sowohl für Menschen als auch für Katzen sind rohe Kartoffeln giftig. Grund dafür ist das Solanin, was sich als Alkaloid in den grünen Stellen und in der Schale findet. Beim Kochen geht das Solanin in das Kochwasser über, daher sollte man darauf achten, dass die Katzen dieses Kochwasser nicht trinken. Symptome können sein: Erbrechen, Durchfall, Verwirrtheit, Magenkrämpfe, Unruhe.

Was macht man bei dem Verdacht auf eine Vergiftung?

Bitte stets umgehend zum Tierarzt gehen, denn Vergiftungen sind nicht auf die leichte Schulter zu nehmen!

Dies stellt nur eine Auswahl an Lebensmitteln dar, die schlecht für Katzen sind, dazu gehören natürlich auch Alkohol, Nikotin, Salz, Gewürze und vieles mehr.

Autorin: Tierarztpraxis Anke Meeuw  
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