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Greenpeace  hat in Österreich im September 2017 insgesamt 11 Lebensmittel aus österreichischen Supermärkten auf die Schadstoffe 3-MCPD- und Glycidyl-Ester getestet.

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Nun gibt es von der Organisation eine Warnung vor Gesundheitsgefahren durch Palmöl in Lebensmitteln, denn 3- MCPD wird von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) als möglicherweise krebserregend eingestuft. Ebenso auch Glycidol, welches bei der menschlichen Verdauung von Glycidyl-Ester frei wird und sogar als wahrscheinlich krebserregend eingestuft wird.

Daher wurden nun 11 Produkte mit hohem Fettgehalt getestet, von denen acht Palmöl enthalten. Das Ergebnis: Die höchsten Konzentrationen an 3-MCPD-Estern wurden in der Milka-Erdbeer-Schokolade, in der Alsan-Margarine und in der „Rama Original“ Margarine in Würfelform gefunden. Jene drei Produkte, die die höchste Konzentration an 3-MCPD-Estern vorweisen, zeigen im Greenpeace-Test auch die höchsten Werte an Glycidyl-Estern.

Hier geht es zu der gesamten Studie:
GESUNDHEITSGEFAHR PALMÖL

Einzelhandel reagiert

Wir haben mittlerweile erfahren, dass beispielsweise Billa / REWE die Produkte sofort aus dem Verkauf genommen hat. EDIT: auch Spar hat reagiert, man kann davon ausgehen, dass der Einzelhandel hier großflächig reagieren wird.


Pressemitteilung von Greenpeace:

Schadstoffe in Palmöl: Greenpeace begrüßt erste Schritte und fordert weitere Maßnahmen

Gesundheitsministerium leitet amtliche Prüfung ein – SPAR und REWE nehmen Produkte aus Regalen

Presseaussendungen – 28 September, 2017

Wien – Greenpeace begrüßt die ersten Schritte, die seitens Politik und Handel in Folge des Lebensmittel-Tests der Umweltschutzorganisation gesetzt wurden. Eine Untersuchung hatte alarmierend hohe Konzentrationen an wahrscheinlich krebserregenden Schadstoffen in palmölhaltigen Produkten ergeben. Bereits gestern kündigte Gesundheitsministerin Pamela Rendi-Wagner an, eine Expertenrunde zu Palmöl einzuberufen. Nun hat sie im Rahmen des Ö1-Mittagsjournals auch zugesichert, eine amtliche Untersuchung der drei laut Greenpeace-Test am meisten belasteten Produkte in Auftrag zu geben. Das sind Milka-Erdbeer-Schokolade, Alsan-Bio-Margarine und Rama Original in Würfelform. Die Handelsketten SPAR und REWE haben verlautbaren lassen, dass sie die Produkte vorsichtshalber aus den Regalen nehmen. Greenpeace fordert den übrigen Lebensmittelhandel auf, diesem Beispiel zu folgen. In den Aussagen des Fachverbands der Lebensmittelindustrie in Bezug auf die angebliche Sicherheit von palmölhaltigen Produkten sieht Greenpeace eine verantwortungslose Verharmlosung der Problematik.

„Wir begrüßen, dass Gesundheitsministerin Rendi-Wagner erste notwendige Schritte setzt. Fest steht: Bis auf weiteres haben die drei am höchsten belasteten Produkte nichts in den Regalen der Supermärkte verloren“, sagt Greenpeace-Umweltchemiker Herwig Schuster. Nach SPAR und REWE muss auch der weitere Lebensmittelhandel folgen. Damit sei es aber nicht getan. “Palmöl ist derzeit in tausenden Produkten in österreichischen Supermärkten enthalten. Die Schadstoffbelastungen, die wir in unserem Test festgestellt haben, stellen möglicherweise nur die Spitze eines Eisbergs dar”, so Schuster. Es müssten dringend gesetzliche Grenzwerte für die gefährlichen Schadstoffe festgelegt werden. Außerdem brauche es weitere Anstrengungen, um den Gehalt von Palmöl in Lebensmitteln drastisch zu minimieren.

Die Pro-Palmöl-Argumente des Fachverbands der Lebensmittelindustrie weist Greenpeace zurück. “Es entsteht der Eindruck, man wolle die Problematik aus Angst vor wirtschaftlichen Einbußen verharmlosen. Das ist aus unserer Sicht verantwortungslos”, so Schuster. In seiner Aussendung lässt der Verband etwa unter den Tisch fallen, dass die Ergebnisse der EFSA-Studie eindeutig zeigen, dass Produkte mit Palmöl die höchsten Konzentrationen der Schadstoffe im Vergleich zu Produkten mit anderen Ölen aufweisen. Außerdem spricht die EFSA klar von Gesundheitsbedenken und einer potenziellen Gefährdung bei Überschreitung des TDI-Werts. „Bei einem TDI-Wert von 0,8 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag erreicht ein zwei- bis dreijähriges Kind schon mit weniger als zwei Stückchen der getesteten Erdbeer-Schokolade von Milka diesen Wert”, erklärt Schuster. „Wenn der Fachverband der Lebensmittelindustrie hier keine Gefährdung sieht, dann können wir uns, gelinde gesagt, nur wundern”, so Schuster.

Greenpeace in Österreich hat insgesamt elf Lebensmittel auf die Schadstoffe 3-MCPD-Ester und  Glycidyl-Ester untersuchen lassen. Die gestern veröffentlichten Ergebnisse zeigen teils alarmierend hohe Konzentrationen von wahrscheinlich krebserregenden Schadstoffen. Vor allem Produkte mit Palmöl sind von den Schadstoffen betroffen.

via Greenpeace


UPDATE: Mittlerweile hat auch ASLAN eine Stellungnahme dazu abgegeben:

Stellungnahme zur Pressemitteilung von Greenpeace bezüglich Gehalte an MCPD Fettsäureester

Sehr geehrte Kunden

Es gibt in der Natur nur zwei pflanzliche Fette aus kbA, die in einem Temperaturbereich von 20-40 Grad°C eine feste Konsistenz aufweisen. Dies sind Palmfett und Kokosfett/Palmkernfett. Dabei sind die letzteren (laurischen Fette) bereits bei 20 – 30°C ziemlich flüssig. Ausserdem sind sie in der Konsistenz bei kühlen Temperaturen sehr hart und bei höheren Temperaturen schnell flüssig, so dass sie nur zum Teil in Margarine einsetzbar sind.
Palmfett dagegen besitzt eine über einen größeren Temperaturbereich feste und geschmeidige Konsistenz. Deshalb ist das Produkt zur Herstellung von Margarine mangels Alternativen unverzichtbar. Behauptungen, dass Palmöl nur verwendet wird, weil es billiger ist, stimmen nicht. Es ist auch nachvollziehbar, dass man nur aus flüssigen Ölen kein festes Streichfett herstellen kann.

Palmfett muss raffiniert werden, weil es im natürlichen Zustand ungeniessbar ist. Diese Raffination findet bisher bei hohen Temperaturen über 200°C. statt. Es ist bekannt, dass aufgrund der hohen Temperaturen MCPD-Fettsäureester entstehen.
Es gibt für diese Gehalte an MCPD-Fettsäureester keine gesetzliche Regelung, sondern nur einen TDI-Wert ( tolerierte tägliche Aufnahmemenge), der extrem niedrig angesetzt ist und jedes gesundheitliche Risiko ausschließen soll, weil eine abschliessende Bewertung aufgrund mangelnder Kenntnisse und wissenschaftlich haltbarer Untersuchungen bisher nicht möglich war.

Dieser TDI-Wert von 0,8 Mikrogramm( 0,0008 Milligramm) pro kg Körpergewicht ist extrem niedrig und umstritten.

Es gibt einen Vorschlag aus der EU-Kommission für Höchstgehalte von 3-MCPD und Glycidol in pflanzlichen Ölen und Fetten.
Gemäß diesem Vorschlag sollen pflanzliche Öle und Fette nicht mehr als 2,0 mg/kg 3-MCPD (Summe freies 3-MCPD und 3-MCPD Fettsäureester) und 1,0 mg/kg Glycidyl-Fettsäureester enthalten. Die Ergebnisse der von Greenpeace in Österreich beauftragen Analyse der ALSAN BIO Margarine liegen mit einem Wert von 0,810 ± 0,292 mg/kg für 3-MCPD-Ester und 0,689 ± 0,248 für Glycidyl-Ester unter den von der EU-Kommission vorgeschlagenen Höchstgehalten und wären somit nicht zu beanstanden.
Greenpeace will erreichen dass kein Palmöl mehr für Lebensmittel verwendet wird. Dieser Auffassung können wir uns nicht anschliessen, wenn es sich um ein kbA-zertifiziertes Palmöl handelt. Das Palmöl, dass wir verwenden, erfüllt alle Ansprüche an einen nachhaltigen und umweltfreundlichen Anbau. Es hat mit dem Raubbau an Regenwald durch Palmöl-Plantagen in asiatischen Ländern nicht das geringste zu tun. Das Bio-Palmöl kommt aus Kolumbien und Brasilien.

Zur Zeit gibt es zudem keine eindeutige und abschließende Risikobewertung für 3-MCPD-Ester und Glycidyl-Ester. Anders als die EFSA (European Food Safety Authority), die den bisherigen TDI-Wert („Tolerable Daily Intake“: Diese Dosis kann ein Leben lang ohne gesundheitliches Risiko aufgenommen werden.) von 2,0 Mikrogramm je Kilogramm Körpergewicht und Tag auf 0,8 µg/kg Körpergewicht abgesenkt hatte, hat die JECFA (Joint FAO/WHO Expert Committee on Food Additives =Risikobewertungsbehörde der FAO/WHO) den TDI allerdings von 2,0 auf 4,0 µg/kg Körpergewicht angehoben.

Aufgrund der unterschiedlichen Ergebnisse beider Risikobewertungsbehörden hat die Europäische Kommission die EFSA aufgefordert, den von ihr abgeleiteten TDI von 0,8 µg/kg zu überprüfen. Die EFSA hat dieses Mandat angenommen und der Überprüfung des TDI zugestimmt.

Unabhängig davon steht selbstverständlich außer Frage, dass 3-MCPD & Glycidol in Lebensmitteln so niedrig wie möglich gehalten werden müssen. Es gilt das Minimierungsgebot: ALARA-Prinzip (As Low a reasoanly achievable).

Die Glycidyl-Fettsäureester (GE) und 3-MCPD bilden sich vor allem bei der Raffination von Pflanzenölen bei hohen Temperaturen (ab ca. 200 °C). Die höchsten Konzentrationen dieser Substanzen finden sich im raffinierten Palmfett (sie kommen aber auch in anderen Pflanzenölen und Pflanzenfetten vor). Palmfett ist jedoch ein unverzichtbarer Bestandteil von u.a. Margarine.

Für Bio-Fette und –Öle ist nur die physikalische Raffination zugelassen. Mit der vorhanden Raffinationsanlage, können auch nach diversen Versuchsreihen mit unterschiedlichen Prozessbedingungen, keine weitere Reduzierungen der genannten Kontaminanten bei gleichzeitigem Erhalt der nötigen Produktqualität erreicht werden.

Ende 2017/ Anfang 2018 wird der Bau einer neuen Raffinationsanlage unseres Partners in Holland fertigstellt sein, mit der neuen Anlage sollen niedrigere 3-MCPD und Glycidol-Werte erreicht werden. Denn dort kann zukünftig u.a. mit niedrigeren Temperaturen gearbeitet werden und zusätzlich zu der modernen Technik bietet die neue Raffinationsanlage auch die Möglichkeit Natriumhydroxid, das erst seit dem 07.11.2016 in der Bio Produktion von Fetten und Ölen zugelassen ist, zur Reduzierung der 3-MCPD-Ester & Glycidol Bildung einzusetzen. 

Alsan-Werk, September 2017

via Aslan