Die Angst vor Spinnen ist weit verbreitet, es gibt mehr Menschen, denen beim Anblick von Spinnentieren klamm wird, als Menschen die jubeln darauf zu rennen und die Schönheit dieser Tiere bewundern.

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Wer schon mal in eine Spinnenfaden gelaufen ist, der sich dann fröhlich quer über das Gesicht gelegt hat, der kennt das Unbehagen, das damit verbunden ist. Düstere Filme arbeiten mit Spinnennetzen, die über und um die Möbel in verlassenen Häusern gewoben wurden, um den Protagonisten und ihren Gefährtinnen den Weg möglichst unbehaglich zu gestalten und beim Zuschauer für Gänsehaut zu sorgen. Ganz so als ob umwobene Möbel ein Synonym für das im Hause lauernde Böse wären. Am Abend schaut man noch mit wohligem Gruseln einen Film der voll ist mit umwobenen Möbeln und allem im Haus wohnenden Garstigen und am nächsten Tag, während man arglos durch die heimische Botanik lustwandeln, steht man plötzlich und nichtsahnend vor einem umwobenen Busch.

Ein ganzer Busch eingewoben, wie groß muss die Spinne sein, der einsame Wanderer erinnert sich an Kankra, oder Shelob, und hinterfragt sogleich seinen ursprünglichen Fluchtreflex, das wird ja eh nichts, er gibt auf und gedenkt stattdessen sich einfach leise wimmernd unter der nächsten Baumwurzel zu verstecken.

Zu allem Überfluss knackt und raschelt es auch noch, dem Wanderer schlägt das rasende Herz bis hoch in den Hals, welcher droht von der Panik gänzlich abgeschnürt zu werden, etwas kaltes streift seinen Nacken, der Wanderer schreit auf, zwängt sich tiefer unter die Wurzel und wimmert weiter.

Etwas hartes drückt sich an seine Seite – jetzt noch weiter seine Gemütslage zu beschreiben, wäre schon eine besondere Form des Elendstourismus belassen wir es dabei, dass er vermutlich am Ende des Tages durchaus die Kleidung wechseln sollte. Er zwingt sich aber in einem Anflug von Verzweiflung unter durch seine Finger zu spähen, da steht etwas im Zwielicht vor der Baumwurzel, klein und wuschelig in Begleitung eines Vierbeiners ebenfalls wuschelig aber so wie es scheint fast genauso hoch wie die andere Wuschelgestalt.

Den Wanderer verlässt der Rest seiner Gesichtsfarbe, erst eine vermutete Riesenspinne und jetzt ein Zwerg mit seinem Pony.

Machen wir es kurz der Zwerg ist natürlich keiner, er ist lediglich ein Förster der unseren Wanderer über die Begebenheiten der umwobenen Büsche aufklärt.

Das Zauberwort lautet hier – Gespinstmotten.

Gespinstmotten leben wirtsspezifisch, das heißt sie umspinnen nur eine Sorte Gehölz, die Traubenkirschen – Gespinstmotte umgarnt also auch nur die Traubenkirsche. Der Pflanze entsteht dadurch kein Schaden auch wenn sie vorübergehend kahlgefressen wurde.

Das Berühren der Fäden kann unangenehme Folgen haben, weshalb man sich und seine vierbeinigen Begleiter besser fern von den so umgestalten Pflanzen halten sollte. Da die Raupen sich aber mit dem Gespinst gegen Fressfeinde schützen will, ist es auch durchaus einleuchtend, dass das Berühren unangenehm sein kann.

Nur im Frühjahr!

Also nochmal keine Spinnen, kein Horror nur die an sich völlig harmlose Gespinstmotte ist für dieses Naturschauspiel verantwortlich – nur schade, dass sie das im Frühjahr macht, zu Halloween wäre es eine willkommene Dekoration.

Quelle: nrw.nabu.de

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