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Traue keiner Überschrift – auch dieser nicht. Das wäre zumindest die Alternativüberschrift für diesen Artikel gewesen. Und als tertiäre Überschrift wäre auch noch “Bitte auf das Verfallsdatum achten, wenn man etwas in sozialen Netzwerken postet”.

Denn all dies lässt sich zu folgender Statusmeldung sagen, welche jüngst aufgetaucht ist und Empörung hervorruft.

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(Screenshot: Facebook, öffentlicher Status )

Schaut man nun diese Aussage an, bekommt man große Augen: Geschmacksverstärker aus abgetriebenen Kindern? In der Pepsi?

Google gibt weitere Ergebnisse

Wer nun die große Suchmaschine mit diesen Informationen füttert, bekommt tatsächlich viele Berichte dazu, meist englischsprachig. Aber auch Ergebnisse von deutschen Seiten sind dabei ….. vorne in den Ergebnissen liegen dabei üblich verdächtige Seiten, mit denen wir schön öfter in Kontakt bezüglich verschiedenster “Theorien” und “Beweise” gekommen sind.

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(Screenshots von Kopp-Online und Katholisches.info )

Diese Seiten suggerieren in ihren Überschriften deutlich, dass in Pepsi Getränken Zellen aus abgetriebenen menschlichem Embryonalgewebe enthalten seien.

Zwei Dinge stören nun ein wenig an dieser Darstellung und ihrer aktuelle Erscheinung:
– erst in späten Absätzen dieser Berichte wird verdeutlicht, dass zu keiner Zeit diese Zellen in den Getränken war.
– wir haben es hier mit Artikeln aus 2012 und älter zu tun

Quellensuche

Mal weg von den deutschen Texten und hin zu der Quelle: Der Ursprung dieses Boykotts liegt bei einer Gemeinschaft namens  “Children of God For Life”. Bereits im Frühjahr 2011 prangerte die Gemeinschaft  die Nutzung abgetriebener embryonaler Zellen zur Hilfe bei der Entwicklung von Geschmacksstoffen bei der Firma Senomyx an (proprietary taste receptor-based assay systems). Zu den Auftragsgebern für die Firma Senomyx gehörten derzeit neben Pepsi auch Nestlé und die hierzulande weniger bekannte Firma Campbell Soups.

Um nun die Firmen zu bewegen, nicht weiter auf eine Forschung zu setzen, bei denen derartige Zellen als Hilfsmittel eingesetzt werden, rief die Gemeinschaft zu einem Boykott der Produkte auf.  Der Vorwurf lautete:

PepsiCo, Incorporated has contracted with biotech company Senomyx that
uses aborted fetal cell line HEK (human embryonic kidney) to develop and
test their artificial flavor enhancers.

Quelle: cogforlife.org

Daher nochmal deutlich:
Es geht hier NICHT darum, dass diese Zellen IN den Produkten verwendet werden, wie man vielleicht vorschnell suggeriert bekommt, sondern in der Entwicklung von Geschmacksstoffen als Testzellen eingesetzt werden. Daher wurden die Firmen unter Druck gesetzt, nicht mehr mit Senomyx, bzw. nur unter Verzicht der Zellen mit Senomyx zusammen zu arbeiten.

Aktuelle Lage

Wenn man überhaupt von aktuell sprechen darf: im April 2012 gab “Children of God For Life” bekannt, mit dem Boykott erfolgreich gewesen zu sein und gab im April 2012 bereits das Ende des Boykotts an, da Pepsi eingelenkt habe.

pep3
(Screenshot: cogforlife.org ]

Boykott weiter verteilen?

Unsinnig! Die deutschen Quellen täten gut daran, ihren Artikeln ein Update zu verpassen, da so weiterhin viele Personen Gefahr laufen, haltlos Vorwürfe zu verbreiten, die zum einen überhaupt nicht zeitgemäß sind, zum anderen auch so, wie es die Überschriften ausdrücken, nicht stimmen. Aber vielleicht wollen diese Medien das ja gar nicht, wäre ja die ganze verschwörerische Dramatik weg.

Man sollte einen Inhalt nicht allein von seiner Überschrift her wiedergeben ….

Autor: Andre, mimikama.at

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