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„Das ist beängstigend.“ So beginnt eine Nutzeranfrage, die heimliche „Stalker“ entdeckt haben will.

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Dieses Gerücht verbreitet sich viral auf Facebook:

Angeblich kann man Profile, die dem eigenen „folgen“, was auf Deutsch der „Abonnieren“-Funktion entspricht, anzeigen lassen, indem man die Wörter „following me“ in das entsprechende Suchfeld eingibt.

Es geht dabei um folgenden Statusbeitrag, der fleißig auf Facebook geteilt wird:

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Bild im Klartext:

Liebe Menschen, ließ dies bitte! Kein Witz! Habe es selbst bei mir gemacht und es ist tatsächlich so

Das ist beängstigend. Geh zu den Einstellungen von deinem Facebookaccount, Blockieren, Personen blockieren …. und tipp “following me” ohne die Anführungszeichen in das Textfeld und drück auf blockieren. Du wirst 15 bis 20 oder mehr Menschen finden DIE DIR FOLGEN die du nicht kennst! Ich blockierte gerade 7 Accounts aus willkürlichen Länderns mittleren Ostens und Asiens die mir folgen die ich nicht kenne. Man muss sie einzeln blockieren. Kontrollieren Sie ihr Follower und erzählen sie ihren Freunden und Familie die eigenen auch zu kontrollieren. Teile das ruhig oder kopiere und füge ein. Das ist kein Witz. Ich hatte 18 Stück ggrrr

Was ist dran?

Ihr könnt es selber ausprobieren:

Geht auf „Einstellungen“ → Blockieren → Personen blockieren und gebt die beiden Wörter ohne Anführungszeichen ein.

Ihr werdet vermutlich zu einem ähnlichen Ergebnis kommen wie in der Anfrage beschrieben.

Allerdings ist die Auslegung falsch:

Es handelt sich NICHT um heimliche Profilstalker, Follower, Abonnenten oder sonst in irgendeinem Zusammenhang mit Deinem Profil stehende Personen.

Einzige Gemeinsamkeit: Diese Profile haben in jüngster Zeit die Suchbegriffe (following me) öffentlich auf Ihrem Profil gepostet, unter Umständen in ganz anderem Zusammenhang.

Es erfolgt an dieser Stelle auch eine unzweideutige Erklärung von Seiten Facebooks:

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Bild im Klartext:

The list below shows results for people whose profile includes words similar to “following me”. These people may not be your friends or followers.

Die unten angeführte Liste zeigt als Ergebnis Profile, die ähnliche Wörter wie “following me” beinhalten. Diese Nutzer könnten auch keine Freunde oder Follower sein.

Fazit: Falscher Alarm.

Damit Euch jemand „folgen“ kann, müsst Ihr dies zuerst ermöglichen, sprich, die „Abonnieren“-Funktion freischalten. Dann können auch Profile, mit denen Ihr bisher keine Verbindung hattet, Eure ÖFFENTLICHEN Beiträge in ihren Neuigkeiten anzeigen lassen.

Diese Abonnenten werden Euch auch angezeigt; wer es genau wissen möchte, kann eine Kopie seiner Facebookdaten zum Herunterladen anfordern; diese enthält die komplette Abonnentenliste, die online oft nicht korrekt angezeigt wird.

Natürlich kann man nicht ausschließen, dass Euer Profil den ein oder anderen heimlichen Verehrer hat. Die Neugier treibt hier immer wieder seltsame Blüten, indem ständig neue Anwendungen „heimliche Profilbesucher“ anzuzeigen versprechen.

Fallt darauf nicht herein; Facebook sieht eine derartige Funktion bekannter Maßen nicht vor, und es existiert bis heute keine Sicherheitslücke, in die eine Anwendung einfallen könnte. Postet Ihr öffentlich, ist es jedem inner- und außerhalb von Facebook möglich, diese Posts mitzulesen, einziger Unterschied: Abonnenten erhalten sie automatisch in ihrem Newsfeed, werden Euch aber angezeigt.

Wer sich nicht dergestalt „outen“ möchte, kann Euer Profil so oft besuchen, wie er möchte, ohne, dass Ihr das erkennen könnt. Solltet Ihr einen Verdacht haben oder nachweisbar belästigt werden, könnt Ihr dieses Profil blockieren; in einen unkoordiniert wüsten „Blockrausch“ aufgrund eines inhaltslosen Gerüchts solltet Ihr allerdings jetzt nicht verfallen.

Und seht bitte davon ab, diese Falschmeldung auf Eurem Profil öffentlich zu teilen; Ihr erreicht damit nur eines: Die Begriffe „following me“ im entsprechenden Post lassen Euch im Suchfeld des nächsten Users, der so auf die Suche nach seinen oder ihren „Stalkern“ gehen, aufscheinen.

Zusammengefasst:

Es handelt sich bei den im Suchfeld erscheinenden Profilen NICHT um heimliche „Follower“.

Autor: Dagmar K. – mimikama.at

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