„Geheime Praktiken“ zur Überwachung von Millionen von Bürgern

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Der britische Geheimdienst GCHQ sammelt nicht nur gezielt Social-Media-Daten von Verdächtigen, sondern auch von Millionen Bürgern.

Die bei Facebook, Twitter und Co gesammelten Infos werden auch mit ausländischen Regierungen und Strafverfolgungsbehörden geteilt.

Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht der Charity-Origanisation Privacy International.

Besonders prekär: Private Vertragsfirmen können auch auf die riesigen Datenmengen zugreifen.

Bericht spricht von „eindeutigem Beweis“

„Neue Enthüllungen beweisen eindeutig, dass die britischen Geheimdienste Datenbanken mit all unseren Social-Media-Informationen in den Händen halten. Das ist das erste bestätigte konkrete Beispiel, das aufzeigt, wie diese geheimen Praktiken tatsächlich funktionieren“,

erklärt Privacy International. Welche Art von Informationen genau gespeichert werden, sei allerdings unklar.

„Es gibt aber nicht näher spezifizierte allgemeine Kategorien wie biografische Details, kommerzielle und finanzielle Aktivitäten oder Kommunikations- und Reisedaten“,

heißt es.

„Für mich kommen diese Enthüllungen nicht sehr überraschend“,

meint Thorsten Behrens, Projektleiter Watchlist Internet, auf Nachfrage von pressetext.

„Großbritannien war schon immer ein Vorreiter in Sachen Überwachung. Das sieht man auch an den vielen CCTV-Kameras in London“,

ergänzt der Experte. Er glaube nicht daran, dass dieser Bericht einen großen Aufschrei innerhalb der britischen Bevölkerung hervorrufen wird.

„Es wird keine größeren Verhaltensänderungen geben – weder bei den Geheimdiensten noch bei den Bürgern. Hierzulande wäre das wohl anders. In Österreich hat Datenschutz grundsätzlich einen höheren Stellenwert“,

betont Behrens.

„Großangelegtes Überwachungsregime“

Was die Spionagepraktiken in Großbritannien betrifft, beruft sich Privacy International auf interne Briefe des Investigatory Powers Tribunal (IPT), ein Gremium, das offensichtlich mit der Aufsicht über das „großangelegte Überwachungsregime“ betraut ist.

Darin finden sich unter anderem Verweise auf sogenannte „bulk personal datasets“, die Informationen über Hunderte bis Millionen von Bürgern enthalten können.

Das IPT formuliert in den Papieren auch seine Bedenken darüber, dass sogar private Vertragsfirmen Zugriff auf die gesammelten Daten bekommen können.

„Diese Firmen bekommen teilweise Administratoren-Rechte, um umfassend auf die Datenbanken zugreifen zu können. Gegenwärtig sind hier keinerlei Sicherheitsmaßnahmen implementiert, die verhindern, dass dieses System von Dritten missbraucht werden kann“,

so der Bericht.

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