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Folgende E-Mail haben uns User zur Prüfung weitergeleitet:

Automatische Lastschrift konnte nicht durchgeführt w

Die E-Mail im Wortlaut:

Betreff: Automatische Lastschrift konnte nicht durchgeführt werden 04.07.2014

Sehr geehrte/r VORNAME NACHMANE

das angegebene Konto wurde nicht ausreichend gedeckt um die Kontoabbuchung vorzunehmen. Sie haben eine offene Forderung bei der Firma Ebay GmbH vorliegen. Namens und in Vollmacht unseren Mandanten Ebay GmbH fordern wir Sie auf, die offene Gesamtforderung schnellstens zu begleichen.
Aufgrund des bestehenden Zahlungsverzug sind Sie gemäß § 286 BGB verpflichtet zusätzlich, die durch unsere Tätigkeit entstandenen Kosten von 37,16 Euro zu tragen.
Wir erwarten die Überweisung bis spätestens 08.07.2014 auf unser Bankkonto. Für Rückfragen oder Anregungen erwarten wir eine Kontaktaufnahme innerhalb des gleichen Zeitraums.
Falls Sie diesen Zahlungstermin nicht einhalten, werden wir Ihnen weitere Kosten des Mahnverfahrens und Verzugszinsen in Rechnung stellen müssen.
Die Rufnummer und weitere Informationen finden Sie in Ihrer Rechnung anbei im Anhang. Es erfolgt keine weitere Mahnung. Nach Ablauf der Frist wird die Angelegenheit dem Gericht und der Schufa übergeben.
Eine volle Forderungsausstellung, der Sie alle Einzelpositionen entnehmen können, fügen wir bei.
Mit freundlichen Grüßen
Ebay GmbH
Florian Krüger

Es handelt sich – nur auf den ersten Blick! – offenbar um eine Mahnung einer Rechnungsstelle, die im Auftrag von eBay handelt.

Da der Inhalt der Nachricht geradezu zwingend darauf ausgelegt ist, den/die Empfänger/in dazu zu bewegen, den Anhang zu öffnen, sollte man hier stutzig werden und sich zuvor einige Fragen stellen:

  • Zunächst einmal: Nach eigener Aussage enthalten E-Mails von eBay niemals Anhänge! Eine Nachricht mit Anhang, die wie eine eBay-Mitteilung aussieht, sollte man nicht öffnen.
  • Bist Du überhaupt eBay-Mitglied? Wenn Du nicht bei eBay registriert bist und trotzdem eine solche Mail erhältst, kann doch etwas nicht stimmen!
  • Wenn Du bei eBay Mitglied bist: Wurde die E-Mail an Deine bei eBay registrierte Adresse gesandt oder merkwürdigerweise an eine Adresse, die eBay eigentlich gar nicht kennen kann?
  • Welcher Absender verbirgt sich wirklich hinter „Rechnungsstelle“? Nur weil in der Absenderzeile oder in der Mail „ebay.de“ oder „Rechnungsstelle eBay GmbH“ steht, bedeutet das noch nicht, dass die E-Mail tatsächlich von dort stammt. Entweder mit dem Mauszeiger über den Absender fahren oder per Rechtsklick darauf weitere Informationen („Mail Header“) und so die tatsächliche, vollständige Absenderadresse anzeigen lassen.
  • Führe eine Gegenkontrolle auf eBay durch, ob dort irgendwelche Hinweise auf einen Zahlungsverzug in Deinem Kundenkonto auf eBay hinterlegt sind! Das heißt: Browser öffnen, die Adresse (www.eBay.de) per Hand eingeben, einloggen und nachsehen, ob irgendwelche Rückstände angezeigt werden und/oder eine entsprechende Mail im Account unter „Meine Nachrichten“ zu finden ist.

Sollten euch bei den oben genannten Fragen Unstimmigkeiten auffallen:

Finger weg vom Anhang der E-Mail! Antwortet nicht auf die Nachricht und klickt keine Links in der Nachricht oder im Anhang an!

Die versandten Anhänge können Schadsoftware („Malware“) wie Viren oder Trojaner enthalten, mit deren Hilfe Angreifer eure Rechner nach Informationen wie Log-In-Daten ausspähen oder sonstwie schädigen. Enthaltene Links können euch u.U. auf Phishing-Seiten führen, die zwar aussehen wie echte Betreiberseiten, aber nur geschickte Fälschungen sind, um euch zur Eingabe persönlicher Informationen zu bewegen.

Solltet ihr euch nicht 100%ig sicher sein, ob eine vermeintliche eBay-Mail echt oder falsch ist, erhaltet ihr weitere, konkretere Hilfen im eBay-Sicherheitsportal. Zudem könnt ihr die Mail auch an das eBay-Sicherheitsportal spoof@eBay.de weiterleiten und auf Echtheit prüfen lassen.

Bitte lasst euch vor allem nicht davon in Sicherheit wiegen, dass die Nachricht ja an eure persönliche E-Mail-Adresse geschickt wurde – insbesondere natürlich, wenn es sich nicht um die von euch bei eBay hinterlegte Adresse handelt.

Einige Angreifer versenden auf gut Glück Nachrichten an tausende E-Mail-Adressen, indem sie einfach automatisiert verschiedene Namen und Anbieter kombinieren, also: max.mustermann@freenet.de, max.mustermann@gmx.de, und so weiter…

Wenn Du auf eine solche Mail antwortest, bestätigst Du dem Angreifer damit die Existenz Deiner E-Mail-Adresse!

Daneben gibt es im Netz einen schwunghaften Handel mit E-Mail-Adressen. An die Adressen können Händler neben obigem Beispiel auf verschiedene andere Weise gelangen, so gibt es z.B. Programme („Bots“), welche Internetseiten, Gästebücher, Foren etc. auslesen und alle dort gefundenen Adressen speichern.

Eure persönliche E-Mail-Adresse ist für das Internet also kein Geheimnis und damit für euch kein Sicherheitsmerkmal!

Tipps:

  • Gebt eure Haupt-Adresse nur an Freunde und Geschäftspartner weiter.
  • Legt euch eine zweite E-Mail-Adresse für die Teilnahmen an Gewinnspielen oder ähnlichem zu.
  • Antwortet niemals auf eine Werbemail – auch nicht, um sich zu beschweren.

ZDDK-Gastautor Nils