Immer wieder bekommen wir viele Anfragen zu zwei Statusbeiträgen, bei dem es um eine angebliche neue Zeckenart handelt die Hunde tötet!

1. GEFÄHRLICHE NEUE ZECKE TÖTET HUNDE!

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Zum einen geht es um einen Bericht der Bild.de

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Hier steht: Gefährliche neue Zecke tötet Hunde!

Alarm für unsere Hunde! Die gefährliche Auwald-Zecke breitet sich in Berlin und Brandenburg aus! Hunde, die von ihr gebissen werden..

Der Statusbeitrag verweist auf einen Bericht auf “Bild.de”. Dieser Bericht wurde bereits 2008 veröffentlicht.

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Auf der Seite von Bild.de steht u.a.:

Alarm für unsere Hunde! Die gefährliche Auwald-Zecke breitet sich aus! Hunde, die von ihr gebissen werden, können die gefährliche Krankheit „Babesiose“ bekommen. Eine Art Malaria, die meist tödlich verläuft!

Wir sind zwar Experten wenn es ums Thema “Fakes” geht, aber wir sind keine Zeckenexperten.

Aus diesem Grunde haben wir bei verschiedenen Tierärzten nachgefragt, was es damit auf sich hat. Die Tierarztpraxis Dr. Elke Jonigkeit hat auf Ihrer Facebookseite folgenden Statusbeitrag dazu erstellt:

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BILD: „Gefährliche neue Zecke tötet Hunde!“

Was ist da wirklich dran?

Ein zur Zeit sehr häufig geteilter Artikel der BILD-Zeitung erregt gerade zu Unrecht großes Aufsehen… Denn der vermittelte Eindruck, dass Zecken töten oder gar aktiv Beute machen ist völliger Quatsch!!!
Des Öfteren werde ich nach dem Wahrheitsgehalt dieser paar Zeilen gefragt – schonmal kurz vorweg: wahr ist daran nicht viel und wenn dann stark übertrieben…

Die Babesiose wird von Einzellern, den sogenannten BABESIEN, ausgelöst. Die Zecke dient dabei lediglich als Überträger. Es kommt durch eine saisonbedingte Aktivität der Zecken zu gehäuften Infektionen in den Zeiträumen von März bis Juni und von September bis November.
Die einzelnen Spezies der verschiedenen Babesien-Arten sind alle auf bestimmte Wirte spezalisiert: beim Hund liegt das Hauptaugenmerk auf Babesia canis, vogeli u. gibsoni.

Diese Arten werden von Schildzecken (AUWALD-ZECKE u. BRAUNE HUNDE-ZECKE) übertragen, die an ganz besondere Umweltverhältnisse angepasst sind. Daher kommt es auch meist zum gleichzeitigen Ausbruch bei mehreren Hunden aus dem gleichen Gebiet – ein sogenanntes endemisches Geschehen.
Der Parasit nistet sich nach erfolgreicher Infektion in den roten Blutzellen des Wirtes ein und verursacht dadurch u.a. die Zerstörung vieler Blutzellen, ein akutes Nieren- und Leberversagen. Es kann allerdings auch zum Multiorganversagen kommen.
ABER: die Übertragung der Babesien von Zecke auf Hund erfolgt erst ca. 48 STUNDEN nach Kontakt – solange muss die Zecke „hängen“ und Blut saugen.

Die befallenen Patienten kommen vorberichtlich beinahe immer aus einem Endemiegebiet, zeigen als Haupt-SYMPTOME hohes Fieber, Apathie, Blutarmut (Anämie), Fressunlust und ggf. Gelbsucht (Ikterus).
Das VERBREITUNGSGEBIET der übertragenden Zeckenarten war bis vor einigen Jahren größenteils auf den Mittelmeerraum beschränkt, hat sich allerdings teilweise bis in den Norden Deutschlands erweitert. So sind die Übertrager bereits u.a. in folgenden Gebieten zu finden: Münster- und Siegerland, Berlin/Brandenburg, Raum Koblenz-Köln-Bonn-Leverkusen, Oberbayern, Saarland und oberes Rheintal.

Zur DIAGNOSE kann sowohl der Erreger, als auch entsprechende Antikörper im Blut nachgewiesen werden – die Antikörper allerdings frühestens 10-14 Tage nach Infektion.
Zur THERAPIE stehen verschiedene Präparate zur Verfügung, die meist binnen 24h zur einer deutlichen Verbesserung der klinischen Symptome führen.

Als PROPHYLAXE der Wahl steht natürlich die Meidung von Risikogebieten – OK, doof wenn man in einem wohnt…Zwinkerndes Smiley Dann gilt ganz klar: entweder wirksame Repellentien (z.B. Deltamethrin, Fipronil oder Permethrin) UND Hunde wegen der späten Übertragung mindestens alle 2 Tage komplett nach Zecken absuchen. Die Möglichkeit der gezielten Schutzimpfung gegen die Einzeller soll hier lediglich erwähnt werden, wird aber nicht weiter ausgeführt.

Ich weiß nicht warum so viele Menschen diesen Bericht der BILD teilen und glauben… Es ist halt pure Panikmache ohne Sinn… Ja, die akute Babesiose ist tatsächlich eine ernsthafte Erkrankung auf dem Vormarsch, aber sie ist auch therapierbar, und definitiv kein sicheres Todesurteil!

Auch wenn sich dieser Artikel bestimmt nicht mal annähernd so stark wie der „Killer-Zecken-Bericht“ der BILD verbreiten wird, hoffe ich doch, dass er zumindest einige panische Leser beruhigen kann.
Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern stellt lediglich eine Zusammenfassung mehrerer Fachquellen dar. Für noch offene Fragen steht euch euer Haustierarzt zur Verfügung Smiley
Tierarzt Sebastian Goßmann-Jonigkeit

2. DIE WEISSE ZECKE

Ein weiterer Statusbeitrag macht seit Jahren immer wieder die Runde auf Facebook und wird immer wieder erneut hervorgeholt.

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AN ALLE HUNDEBESIZER !!!! BTTE DIESE NACHRICHT TEILEN !!! -> damit alle alarmiert sind ! So eine Zecke breitet sich schnell über ganz Deutschland aus

Es gibt eine neue Zeckenart ! und ist TÖDLICH Eine kleine weiße Zecke, böse Folgen!

Diese Zecke stammt aus Mitteleuropa. Jetzt breitet sie sich in Berlin und Brandenburg und weiter aus. Sie überträgt bei Hunden die „Babesiose“. Diese Krankheit verläuft tödlich, denn das Problem: In Deutschland gibt es weder in Apotheken Medikamente und Impfung, die die Hunde wirklich schützt. Sie legen auch auf euren Tieren Eier, schlüpfen und man bekommt nichts mit Nicht jede Zecke ist automatisch Überträger der Babesiose. Erst, wenn sie einen Parasiten, die Babesie, in sich trägt, infiziert die Auwaldzecke den Hund über ihren Speichel. Der Erreger kam aus dem Ausland nach Deutschland. Die Krankheit zerstört ähnlich wie Malaria die roten Blutkörperchen des Tieres, das bereits nach vier bis fünf Tagen an Blutarmut oder innerhalb von zehn Tagen an Nierenversagen stirbt. Besorgte Halter können die Krankheit bei ihrem Hund leicht erkennen. Erste Anzeichen sind hohes Fieber, Verweigerung des Futters und Apathie. Nach zwei bis drei Tagen färbt sich der Urin des Hundes dunkelrot.

SCHÜTZT EURE TIERE !!!

In dem ihr eure Tiere regelmäßig auf Zecken untersucht und Zeckenhalsbänder oder Mittel für das Fell des Hundes kauft Ich habe ein SUPER Zeckenhalsband, das ist sehr zu empfehlen. Es heißt Scalibor.
Auch hier nochmal der Hinweiß von uns:

Unseren Recherchen zufolge ist die “Auwald Zecke” sicher nicht zu unterschätzen aber doch lange nicht so verbreitet wie in dem Artikel von 2008 behauptet.
Fakt ist dass die Auwald Zecke die Krankheit Babesiode /Hundemalaria übertragen kann und das ist auch eine ernsthafte Erkrankung jedoch ist sie KEIN absolutes Todesurteil für den Hund und sie ist therapierbar.
Viele Tierärzte haben bis heute noch nie eine Auwald Zecke gesehen geschweige denn mussten sie diese Krankheit behandeln.

So wie das auf Facebook steht STIMMT NICHT!

Das Hundemagazin Lumpi4.de berichtete bereits im Jahre 2012 darüber…

Tatsächlich ist es NICHT diese weisse Zeckenart, sondern die braune-gesprenkelte Auwald-Zecke, die die Babesiose überträgt. Eingeschleppt über Hunde aus Spanien, Griechenland und Portugal, überlebt sie in hiesigem Klima sensationell und überträgt die so genannte Hunde-Malaria, die ohne Behandlung in der Tat tödlich verlaufen kann. Behandelbar ist sie aber durchaus: Antiprotozoika wie Imidocarb oder Diminazen sind gegen B. canis gut. Imidocarb kann auch zur Prophylaxe bei Reisen in Endemiegebiete einmalig verabreicht werden – der Schutz hält etwa drei Wochen an.
Quelle: http://www.lumpi4.de/facebook-panik-neue-toedliche-zeckenart-13412585/

Woher stammte aber das Bilder der “weißen” Zecke?

Das Bild stammte von Frau Ellen Kronenberger, die uns von mimikama im August 2014 kontaktierte. In einer E-Mail an uns wird bestätigt, dass sie das Foto bereits im Jahre 2009 aufgenommen habe. Das Bild wurde in einem Forum gepostet und fand danach den Weg auf Facebook, wo es mit o.a. Falschmeldung nun immer wieder auftaucht.

Die E-Mail an uns, dürfen wir an dieser Stelle veröffentlichen:

Hallo liebes Mimikama-Team,

gerade bin ich auf den Beitrag über die Falschmeldung mit der weißen Zecke gestoßen. http://www.mimikama.at/allgemein/gefhrliche-neue-zecke-ttet-hundestimmt-das/

Die Urheberrechte an diesem Bild liegen bei mir. Ich habe dieses Bild am 24.5.2009 selbst aufgenommen, nachdem ich diese Zecke aus einem meiner Hunde entfernt habe. Danach habe ich in einem Forum mit dem Bild nachgefragt, ob jemand die Zeckenart kennt. Bereits 2012 wurde diese Falschmeldung unter Verwendung meines Bildes kreiert und nun kursiert sie wieder durchs Netz. Mein Hund erfreut sich übrigens immer noch bester Gesundheit, er ist nur inzwischen 5 Jahre älter.

Es ist mir klar, dass Sie auf Ihrer Seite auf derlei Falschmeldungen aufmerksam machen und dafür natürlich auch das entsprechende Bild zeigen wollen. Deshalb bitte ich um Angabe meiner Urheberrechte unter Angabe meines Namens.

Freundliche Grüße

Ellen Kronenberger

-Mimikama unterstützen-