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“Game of 72″ ein gefährliches Spiel? Kinder gelten tagelang als vermisst – neue Challenge motiviert Heranwachsende, längstmöglich abzutauchen!”

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Viele Eltern sind derzeit über eine Meldung beunruhigt, welche über die Print- und Onlinemedien verbreitet wird. Es handelt sich um das “Game of 72” Die Regeln werden so beschrieben: zur Teilnahme an diesem makabren Spiel „Game of 72“ werden die Teenager auf Facebook mittels einer privaten Nachricht  aufgefordert mitzuspielen. Bei dem krassen Spiel  geht es darum, sich 72 Stunden zu verstecken. Weder Freunde noch Familie sollen Bescheid wissen. Die Eltern sollen denken, ihre Kinder seien spurlos verschwunden.

Depression

Gerüchte zu „Game of 72“ geistern bereits seit Ende  April durchs Netz, Zeitungen in England, Australien und Kanada haben darüber berichtet. Mittlerweile ist das Gerücht auch im deutschsprachigem Raum angekommen und auch hier wurde wie z.B beim  Online Portal „Heute.at“ oder in der  Jungendzeitschrift „Bravo-GIrl“ vor einer “Challenge im Netz” Namens “Game of 72″ gewarnt.

Auf Pressetext.com heißt es:

“Facebook-Teenies tagelang vermisst. Neue Challenge motiviert Heranwachsende, längstmöglich abzutauchen.”

Warnung von Bravo-GIrl:

„Kettenbriefe sind harmlos gegen dieses neue Internet-Spiel: Teenager bekommen auf Facebook eine private Nachricht mit der Aufforderung, „Game of 72“ zu spielen. Bei dem krassen „Spiel“ geht es darum, sich 72 Stunden zu verstecken. Weder Freunde noch Familie sollen Bescheid wissen. Die Eltern sollen denken, ihre Kinder seien spurlos verschwunden.“

….also alles nur ein FAKE!

Facebook Challenge „Game of 72“ entpuppt sich als Internet-Gerücht, die Berichte, wonach immer mehr Teenager für mehrere Tage spurlos verschwinden, nachdem sie via Privatnachricht zum Spielen von „Game of 72“ aufgefordert wurden, sind offenbar Meldungen, auf welche verschiedene Medien, aber auch Polizisten hereingefallen sind.

go72

Bezeichnend ist ein Artikel bei CTV News:

„Vancouver police warn of ‘Game of 72′ dare, but report no local cases.“ (Polizei Vanvouver warnt vor dem “Game of 72”, jedoch sind bisher keine Fälle aus der Region bekannt)

Wie aber entstand nun genau das Gerücht und wo ist der Ursprung zu „Game of 72“ zu finden? Der Ursprung von „Game of 72“ ist  in Frankreich zu suchen.

Dort war ein Mädchen drei Tage lang verschwunden. Nachdem “Emma” wohlbehalten zurückkehrte, weigerte sich die 13-Jährige, sowohl den Grund für ihr Verschwinden als auch ihren Aufenthaltsort preiszugeben. Mit Andeutungen über ein mysteriöses Facebook-Spiel habe sie wohl Eltern und Polizei verwirren wollen, schreibt die französische Zeitung The Local:

“ So far, police say, the only evidence is dozens of panicked Facebook posts being shared by parents, warning each other about the game, and Emma’s testimony, to suggest the challenge exists.“

Verschiedene Medienanfragen bei den Behörden kreierten dann in der Folge ein globales Internet-Phänomen. In Kanada etwa erklärt die Polizei:

„We never issued a warning about the game as has been reported. We responded to questions about it from media and unfortunately they turned it into a warning from police.”
(Wir haben niemals eine Warnung, so wie es berichtet wird, zu diesem Spiel herausgegeben. Wir haben Fragen der Medien zu diesem Thema beantwortet und daraus wurde eine Warnung der Polizei gestrickt.)

Die Washington Post hat “Game of 72″ mittlerweile sogar zum Internet-Fake der Woche ernannt. Auch deutschsprachige Medien haben reagiert, so gab es bei Heute.at zum Beispiel eine Komplettrevision des ursprünglichen Artikels vom 13.05.2015. In dem Update weist man nun darauf hin, das dieses makabre Spiel ein Fake ist.

Autorin: Marlene, mimikama.at