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Ein altes Bild stiftet abermals Verwirrung – will man mit dieser Kampagne tatsächlich Kinder für Pädophile „zugänglicher machen“?

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Uh, oh – da werden wieder alte Geschichten aufgewärmt… abermals erhielten wir einige Anfragen zu dem Bild der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung):

Bild im Klartext:

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt Standards für Sexualaufklärung mit diesen Themenvertiefungen:

0-4 Jahre Frühkindliche Masturbation
4-6 Jahre Selbstbefriedigung, Homosexualität
6-9 Jahre Geschlechtsverkehr, Verhütung, Lust
9-12 Jahre Gender-Orientierung
12-15 Jahre Alles über das Thema „Sex“

Darunter die Aufschrift „Ekelhaft“. Bereits im Jahre 2015 kursierte ein hetzerischer Beitrag im Internet, in dem behauptet wurde, dass man damit „Kinder für Pädophile zugänglicher machen wolle“:

Die neueste Errungenschaft der dekadenten BRD-Politik ist die sogenannte »Frühsexualisierung«. Der Traum jedes Pädophilen ist damit in greifbare Nähe gerückt. Endlich können sie mit den Kindern im Kindergarten ganz offiziell erotische Spiele veranstalten, Genitalien bestaunen und über die unterschiedlichen Geschlechtsteile nicht nur reden, sondern sie dank der Puppen »Lutz« (mit Penis und Hodensack) und »Linda« (mit Scheide) auch gleich anfassen.

Sollte Aufklärung ein Tabu-Thema sein?

Was bitte ist so absurd daran, wenn man Kinder aufklärt? Warum sollte man einem Kind nicht sagen dürfen, was Mädchen von Jungen unterscheidet?

Blicken wir zurück ins Jahr 2008 (!!!). Denn bereits damals waren die Aufklärungspuppen Lutz und Linda ein Thema. Im Kindergarten “Spatzennest” in Riestedt wurden Lutz und Linda das erste mal vorgestellt.

Die Mitteldeutsch-Zeitung berichtet folgendes:

Die beiden Sozialpädagoginnen von der Arbeits- und Bildungsinitiative Sangerhausen (ABI) werden in den kommenden Wochen das Projekt „Entdecken, schauen, fühlen! Ich und du“ gemeinsam mit den vier- und fünfjährigen Mädchen und Jungen gestalten.

Dazu haben die Gäste auch noch „Verstärkung“ mitgebracht: die Puppen Lutz und Linda. Die lustigen Anziehpuppen werden mit fröhlichem Kinderlachen begrüßt. In ungezwungener Art stellen die Kinder Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Puppen fest.

Dann sollen sich die Kinder selbst malen. Aufmerksam hören sie einem Lied zu, in dem es um Freundschaft geht.

Die abwechslungsreich gestaltete Stunde vergeht wie im Flug. Auf spielerische Art werden die Mädchen und Jungen ihren Körper und ihre Gefühle kennen lernen.

Sie werden mit allen Sinnen die Welt entdecken. Dazu gehören das „Blindekuhspielen“ ebenso wie ein Riechspaziergang oder eine Geräusche- und Stimmensammlung.

Das Projekt ist keineswegs starr auf die frühkindliche Sexualerziehung ausgerichtet. Es soll den Kindern die Möglichkeit gegeben werden, sich über ihre Gefühle und Gedanken klar zu werden und auszutauschen. „Natürlich ist auch ein Teil Präventionsarbeit“, sagt Birgit Benisch.

Quelle: mz-web.de

Weiter geht es im Jahre 2011

„Lieben, lernen, lachen“ heißt es seit dem 9. März in der Einrichtung, wenn Ute Ulonska und Jennifer Schulze einmal in der Woche zu Gast sind. Die beiden Frauen von der Awo-Beratungsstelle für Schwangerschaftsprobleme und Familienplanung in Bergkamen haben ein sexualpädagogisches Konzept entwickelt, dass speziell auf die Fragen von Kindergartenkindern zugeschnitten ist. Kindgerecht wird der eigene Körper kennengelernt, die eigene Sexualität, aber auch die zwischen Männern und Frauen behandelt. Das ist bislang einzigartig im Kreis Unna.

Über die Medien bekommen die Kinder viele Informationen, die sie nicht allein verarbeiten können“, berichtet Ute Ulonska. Parallel dazu habe das Schämen bei Kindern wieder enorm zugenommen und nach wie vor sei Sexualität zu Hause ein Tabuthema. Deshalb gilt es, den Kindern im Rahmen des Projektes zu zeigen, dass man viel darüber sprechen darf. Das dient gleichzeitig ihrem Schutz vor Missbrauch. Denn die Kinder lernen auch, „Nein“ sagen zu dürfen und trauen sich, darüber zu sprechen.

„Wir benennen mit den Kindern beispielsweise die Geschlechtsorgane, besprechen die Geschlechterrolle, reden aber auch allgemein über Liebe und Gefühle“, erklärt Jennifer Schulze. Große Hilfe erhalten die beiden Awo-Mitarbeiterinnen von Lutz und Linda. Die beiden Handpuppen, die die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für solche Projekte bereit stellt, haben tatsächlich Penis und Scheide – und weil Lutz und Linda beim „Schwimmen“ feststellen, dass sie jeweils anders aussehen, haben die Kinder Identifikationsfiguren und die Sozialpädagogen einen Einstieg in das Thema.

„Wie machen Mädchen eigentlich Pipi?“

„Wenn keine Geschwisterkinder da sind, merken wir schon, dass die Kinder große Lücken haben. Ein Junge fragte uns zum Beispiel, wie Mädchen denn eigentlich Pipi machen“, beobachteten auch die Erzieherinnen. Vor allem in der Puppenecke sei es manchmal schwer, spontan richtig zu reagieren und antworten zu können.

Deshalb freuen sich auch die Erzieherinnen über das Angebot in der Einrichtung. Sie bekommen einen Leitfaden mit, an dem entlang man arbeiten kann.

Der Kindergarten Springmäuse ist nicht der einzige, der in Bergkamen in den Genuss des Projektes kommen wird. Bislang liegen zahlreiche Anmeldungen weiterer Kindergärten vor. Unterm Strich hängt aber auch hier alles von der Finanzierung ab. Dass Jennifer Schulze als Honorarkraft für das Projekt angestellt werden konnte, ist der Hälfte der Einnahmen des Bergkamener Frauentags zu verdanken. „Irgendwann ist das Geld aber aufgebraucht“, sagt Ute Ulonska. „Der Frauentag lieferte nur eine Anschubfinanzierung. Wir hoffen jetzt darauf, dass die Familienzentren, die über einen besonderen Fonds verfügen können, in Zukunft zur Finanzierung beitragen.“

Quelle: Wa.de

Wir sehen also, dass es sich hierbei um eine ganz normale menschliche und wichtige Aufklärungsarbeit handelt.

Jeder Normaldenkende (wir freuen uns jetzt schon auf die Kommentare) sieht dahinter etwas ganz Natürliches. Es ist aber keine Erziehungsmaßnahme um Kinder für Pädophilie zugänglich zu machen. Solche Aussagen sind unverantwortlich!

Mit dem erwähnten Artikel wird erneut versucht, Menschen aufzuhetzen. Einen Kommentar auf der Seite möchten wir hier anführen, der sagt:

Guten Abend,
dieser Artikel, wie auch viele andere Artikel auf dieser „Nachrichtenseite“, sind gefüllt mit Hysterie und Annahmen ohne Beweise. Wenn man sich diesen Artikel einmal Objektiv anschaut wird einem schnell bewusst, dass hier versucht wird Menschen aufzuhetzen.
Allein schon beim Grundgedanken sind solche Muster zu erkennen. Dieser Artikel bezieht sich nicht nur allein auf den Fakt, dass ein solches Vorhaben geplant ist, sondern darauf, dass es ja ein Traum für jeden Pädophilen wäre. Was haben Pädophile mit dieser Thematik zu tun? Man könnte genau so gut sagen, dass eine hohe Geburtenrate einen Traum für jeden Pädophilen darstellen würde, aber das würde, genau wie es hier gemacht wird, weit weg von der eigentlichen Thematik führen und die Leser würden ihren Hass für Pädophile auf die Thematik projizieren. Das sind Propaganda-Mechanismen.

Thema: ELTERN!

An dieser Stelle möchten wir auch noch das Thema Eltern aufgreifen, da wir zu diesem Thema mit dem Elternplanet.ch Rücksprache gehalten haben:

Natürlich ist es wichtig und am allerbesten wenn die Eltern ihre Kinder aufklären, doch leider sieht es in der Realität oft etwas anders aus.

Viele Eltern begegnen dem Thema Sexualität immer noch mit viel Schamgefühl. Sie wissen nicht genau WIE und vor allem auch WANN sie das mit den Kindern thematisieren sollen. Viele Eltern sind immer noch der Meinung, dass dann schon „irgendwann mal der richtige Moment“ für ein Gespräch kommt.

Aufklärung beginnt aber nicht an einem bestimmten Punkt, in EINEM bestimmten Alter. Aufklärung beginnt fliessend. Immer wieder, wenn Kinder Interesse zeigen und Fragen stellen, sollte man diese so kindgerecht wie möglich beantworten.

Ab und zu kann man den Kindern auch eine Gegenfrage stellen: „Was denkt du? Warum ist das so? Was könntest du tun, wenn?…“ So klärt man Kinder auf und erzieht sie gleichzeitig zu Selbstkompetenz und lernt ihnen auf den eigenen Körper zu hören und bei unangenehmen Gefühlen auch mal „NEIN“ zu sagen.

Es ist ganz klar die Aufgabe der Eltern, das Thema Sexualität und der unverkrampfte Umgang damit, in der Familie immer wieder anzusprechen.

Doch eben ist es leider nicht in allen Familien der Fall. Und deshalb ist es hier nicht verkehrt, wenn die Schule einspringt und zwar früh genug.

Unsere Kids kommen sehr früh in Kontakt mit Sexualthemen, mit Pornografie, vulgären Ausdrücken (Schimpfwörtern) und es ist deshalb wichtig, dass wir sie hier auffangen, ihnen aufzeigen, und erklären, was sie gerade gesehen oder gehört haben. Kinder haben oft ein viel ungezwungenes Verhältnis zu Sexualthemen als wir Erwachsenen. Sie tragen keinen Schaden, wenn wir mit ihnen immer mal wieder in kindgerechter Art darüber sprechen. In diesem Sinne sind sie uns vielleicht sogar einen Schritt voraus…

Ein weitere toller Bericht zu dem Thema: “Wie kann man Kindern von Pornoseiten fern halten?”

Und …Die Jungs haben einen Penis, die Mädchen eine Vagina (Der Kindergartencop)

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Weil du diesen Bericht zu Ende gelesen hast…

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