Ein Bild sorgt für Aufsehen, darauf die gezeichneten Umrisse eines nackten Kindes dazu die Frage „Wo lässt du dich gerne berühren?“.

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Facebook-Nutzer wollten über dieses Thema mehr wissen:

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Für sich genommen ein recht verwirrendes, vielleicht sogar verstörendes Bild. Wir haben der Einfachheit mal bei der Polizei Sachsen nachgefragt, die ja auf dem Blatt als Quelle benannt ist.

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Von dort erhielten wir folgende Antwort:

Betreff: AW: Telefonat bzgl Präventionsprojekt
Datum: 2016-12-16 15:40
Von: Pol L DB GS – Polizei <db.pd-l@polizei.sachsen.de>
An: „‚mike@mimikama.at'“ <mike@mimikama.at>

Sehr geehrter Herr Sachs,

anbei die Antworten auf Ihre Fragen:

1. WIRD DIESES BILD/MATERIAL IN DEN SÄCHSISCHEN SCHULEN WIRKLICH VON DER PRÄVENTIONSABTEILUNG DER POLIZEI VERWENDET?

2. WIRD ES DEN LEHRKRÄFTEN FÜR DEN UNTERRICHT ZUR VERFÜGUNG GESTELLT?

Dieses Blatt ist/war eine Seite des zehnseitigen Arbeitsmaterials „Kinder stark machen“. Jenes ist für den Präventionsunterricht der Polizei zum Thema: „Sexueller Missbrauch“ entwickelt worden und beruht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Allerdings hat die Polizei Sachsen im Rahmen Ihrer Neuorganisation zum 1. Januar 2013 präventive Themen fast ausschließlich auf externe Partner übertragen.

Speziell das Thema: „Prävention sexueller Missbrauch Kind“ wird nur noch in Ausnahmefällen durch den Fachdienst Prävention der Polizei bedient. Solche Veranstaltung werden dann ausschließlich von geschulten Polizisten durchgeführt. Im Vorfeld der eigentlich ca. 90-minütigen Präventionsveranstaltung am Kind werden/wurden auch immer Eltern und Lehrer in separaten Veranstaltungen (z. B. Elternabenden) zum Thema aufgeklärt. Das in Rede stehende Arbeitsmaterial nutzten in der Vergangenheit ausschließlich Polizeibeamte für den Präventionsunterricht.

Im Rahmen von Lehrerschulungen zum Thema: „Sexueller Missbrauch“ und dessen Prävention wurde durch die Urheberin (Frau Kühne) an Lehrer herausgegeben. Dies geschah aber nur nach umfangreicher Aufklärung und Anleitung.

3. AB WELCHER KLASSE WIRD ES VERWENDET?

Laut Lehrplan wird dieses Thema für Kinder ab 3. und 4. Klasse empfohlen. Es gibt aber auch ein Arbeitsmittel für 1. und 2. Klasse.

4. WAS IST DER HINTERGRUND FÜR DIESES BILD/MATERIAL?

Der Hintergrund ist ganz klar die Prävention des sexuellen Missbrauchs an/von Kindern. Wie bereits oben geschildert, führten in der Vergangenheit Polizeibeamte Präventionsveranstaltungen für Eltern, Lehrer und Kinder durch. Das Blatt ist eine Seite eines zehnseitigen Arbeitsheftes, welches zu diesen Veranstaltungen von den Polizeibeamten genutzt wurde. Zur Einleitung des Arbeitsblattes wurde mit den Kindern über angenehme und unangenehme Gefühle gesprochen. Als Beispiel für ein unangenehmes Gefühl wird Angst benannt. Diese spürt jeder Mensch sehr deutlich in der Bauchgegend, weshalb man umgangssprachlich auch gern vom sogenannten Bauchgefühl spricht. Es sagt uns, dass uns etwas unangenehm ist oder sogar eine Gefahr vorliegt. Ziel ist es, den Kindern beizubringen, dieses Gefühl deutlich wahrzunehmen und sich entsprechend zu helfen oder helfen zu lassen.

Auf dem benannten Arbeitsblatt sollen die Kinder dann für sich entscheiden, wo sie sich gern berühren lassen und wo nicht. Dabei malen die Kinder zum Beispiel die Intimzonen immer rot, weil sie sich dort nicht gern berühren lassen. Anschließend wird mit den Kindern erarbeitet, was sie selbst tun können, wenn ihnen Berührungen unangenehm sind – zum Beispiel Aussagen wie „Nein, ich will das nicht“

oder „Stopp“ sowie Handlungen wie Wegrennen. Am Ende der Veranstaltung sollten die Kinder wissen, wie sie sich selbst helfen können und wo sie wie zu Hilfe kommen. Die erlernten Inhalte sollten dann von den Eltern und Lehrern im Alltag weiter geübt werden.

5. WAS STECKT GENAU HINTER DIESEM PRÄVENTIONSPROJEKT „KINDER STARK MACHEN„?

Das Projekt zielt(e) darauf, Kinder vor sexuellen Missbrauch zu schützen sowie Eltern und Lehrer zu sexuellem Missbrauch an Kinder aufzuklären. Laut wissenschaftlicher Forschung und den Kriminalstatistiken befinden sich 80% der Täter im sozialen Nahbereich und in der eigenen Familie, weshalb es Aufklärung braucht, um Kinder bestmöglich davor zu schützen.

Kindern wurden folgende Inhalten vermittelt:

  • „Mein Körper gehört mir!“
  • Wie kann ich mir helfen und wo bekomme ich Hilfe?

Eltern und Lehrern wurden folgende Inhalte vermittelt:

  • sexueller Missbrauch – Definitionen und strafrechtliche

Einordung

  • Täterstrategien
  • Präventionsmöglichkeiten und Beratungsstellen

Mit freundlichen Grüßen

Leiter Direktionsbüro
POLIZEIDIREKTION Leipzig

FAZIT:

Das Blatt wird also nicht einfach so, wie es anlässlich des Ursprungsposts eventuell zu vermuten wäre, sondern im Rahmen einer Präventionsmaßnahme ausgegeben und die Kinder vorher von Fachleuten entsprechend auf die Fragen vorbereitet. (Danke an Mike für die Unterstützung)

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