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Gemeinsam gegen Fakes, Fake-News und anderen Unwahrheiten im Internet. Bitte hilf mit!

Fake-Gewinnspiele sind Interaktionskönige! Und sie bleiben bei ihren erfolgreichen Strukturen.

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Und gerade weil diese Methoden so erfolgreich sind, schießen Woche für Woche Fake-Gewinnspiele mit ihren entsprechenden Facebookseiten wie Pilze aus dem Boden. Ganz frisch ist jetzt ein Gewinnspiel zu einem „Thermomix” auf der Seite Glücksfrosch da.

Ganz nebenbei, ist euch eigentlich schon einmal die Methodik bei der Namensvergabe von Facebookseiten aufgefallen, die mit Fake-Gewinnspielen hervorstechen? Entweder wird gganz plump der Name eines bestehenden Konzern missbräuchlich genutzt, siehe Lufthansa oder Saturn, oder man bedient sich emotionaler Begriffe, betreibt quasi Framing mit den Namen. Engel, Mama´s [sic!] oder eben wie hier Glücksfrosch bedienen eine ganz spezielle, positiv belegte Erwartungshaltung. Es handelt sich dabei um Begriffe, die eine bestimmte Ehrlichkeit, Unschuld und Vertrauenswürdigkeit, aber auch Freundlichkeit widerspiegeln.

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Die Abläufe dabei sind immer recht identisch: like, share & comment. Also man soll sämtliche Interaktionshebel bedienen, die Facebook zur Verfügung stellt. Dies wird auch recht deutlich in der ANleitung beschrieben:

Glückwunsch an den Gewinner Florian B., da das letzte Gewinnspiel so gut lief wir verschenken noch ein Thermomix zum 16.10 im Wert von 1250€

Um teilzunehmen musst du nur folgende Schritte durchführen:
– Beitrag mit Gefällt mir makieren
– Beitrag teilen um die Gewinnchance zu erhöhen
– Kommentiere dein Lieblingsgericht
Die Seite -> Glücksfrosch <-  muss mit gefällt mir markiert sein!

*Unter allen Teilnehmern werden wir den Gewinner auslosen und per Messenger benachrichtigen

Viel Glück!

Führen wir einfach mal bei dieser Seite den klassischen Veranstaltercheck durch. Wer ist Glücksfrosch?

Der Veranstaltercheck

Seriöse Veranstalter geben sich nachweisbar transparent. Veranstalter von Fake-Gewinnspielen machen entweder gar keine Angaben über sich oder nennen falsche Angaben. Wenn man den Info-Reiter auf der Facebookseite öffnet, bekommt man hierzu rasch eine Antwort. Die Seite Glücksfrosch nennt tatsächlich einen Firma in ihrem Impressum, jedoch ist es sehr zweifelhaft, ob diese Firma wirklich existiert, da es keinerlei Nachweise für diese Firma im Netz gibt, kein Ansprechpartner genannt wird und sich an der Adresse real eine KfZ Werkstatt befindet. Nice try!

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Mehr erfährt man jedoch an dieser Stelle auch nicht, es ist also eine eher schwach bestückte Infoseite, die zudem Zweifel an der Richtigkeit aufkommen lässt. Und das bedeutet natürlich: Hier dürfte es rein gar nichts zu gewinnen geben! Hier handeln unbekannte Seitenbetreiber nach ihren eigenen Motiven, die rein gar nichts mit dem vorgeblichen Gewinnspiel zu tun haben.

Was noch passieren kann

Merke: Warum gibt es dieses Gewinnspiel? Natürlich steckt hinter diesen Seiten ein finanzielles Interesse. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man aus erfolgreich verlaufenden Fakegewinnspielen Profit schlagen kann. Angefangen von eher harmlosen Seitenverkäufen bis hin zu bösen Abofallen ist alles drin. Wir haben bisher bei großen Mengen an Fake-Gewinnspielen beobachten können, dass diese Art der Gewinnspiele immer recht ähnlich verlaufen. In einer ersten Stufe glänzen sie mit ihrer einfachen Teilnahme. Man soll einen hochwertigen potentiellen Gewinn teilen und liken. Kann jeder, das ist keine Hürde. Damit werden Menschen angelockt.

Möglichkeit „Seitenverkauf” / „Likefarming”

Mit Hilfe dieser Lockveranstaltungen wird dann die Seite “gezüchtet”. Der Seitenbetreiber arbeitet daran, die Fanzahlen in die Höhe zu treiben. Ab einem bestimmten Punkt findet sich diese Seite dann zum Verkauf. Die Fans wundern sich lediglich irgendwann, welche Inhalte sie nach dem Verkauf zu Gesicht bekommen und warum sie diese Seite gelikt haben.

Möglichkeit „Affiliate”

Ab einer bestimmten Teilnehmerzahl wird die Beschreibung des Gewinnspiels verändert. Die Teilnahmebedingungen bekommen einen Zusatz und meist wird ein Link eingefügt, den man besuchen soll. Dort warten dann irgendwelche Partnerprogramme, über welche der “Veranstalter” Provisionen einsackt. Im harmlosen Fall sind es Partnerprogramme, die dem Teilnehmer einen Haufen Werbung bescheren, im extremen Fall verbirgt sich für die Besucher via Smartphone eine WAP-Billing Abofalle hinter dem Link (bei welcher der Veranstalter natürlich ebenso Provisionen kassiert). Hin und wieder findet man diese hochgezüchteten Facebookseiten dann auch bei eBay zum Verkauf angeboten.

Egal was da noch passiert: den angepriesenen Gewinn gibt es nicht! Daher merke Dir: es ist niemand da, der dieses Wohnmobil, diesen Audi, 100.000 iPhones oder 50.000 PS4 verlost. Nein, es gibt sie nicht, diese ritterlichen Wohltäter des Netzes. Sie sind eher Gaukler, die ihre Nutzer dazu verleiten, brav wie Klickvieh aus der Hand zu fressen.