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Klar, man könnte nun wieder sagen, wer hier den Spion spielen will, habe es nicht anders verdient, in eine Abofalle zu tappen. Doch darum geht es nicht.

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Es geht vielmehr um die dreiste Darstellung einer angeblichen Abhörfunktion, die so nicht funktioniert, selbst wenn sie funktionieren würde, gar illegal wäre und letztendlich nichts anderes ist, als eine Lockmethode in eine Kostenfalle, bzw. in ein Affiliate Gewinnspiel. Wenn man sich jedoch diese Videoanleitung anschaut, dann geht es darin letztendlich nur um diese Abofalle.

Doch beginnen wir vorne. Mit Hilfe eines Videos wird dargestellt, wie man die privaten Nachrichten (SMS/Facebook/WhatsApp etc.) anderer ausspähen kann. Dieses Video zeigt interessanterweise recht detailliert, was man anklicken und auch ausfüllen muss, um am Ende in den angeblichen Genuss dieser Spionagesoftware zu gelangen.

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Laut Video müsse man ein Abo eingehen, um überhaupt das Spionagetool nutzen zu können. Doch hier beginnt bereits die erste Täuschung: dieses angebliche Tool hat rein gar nichts mit den eingebauten Affiliate-Links zu tun. Hier geht es lediglich darum, auf diese Provisionsprogramme zu leiten. Aber das ist noch nicht das dicke Ende!

Der eigentliche Hammer in dem Video kommt jetzt, denn dieses Erklärvideo leitet mit voller Absicht in ein Abo hinein. Ich muss gestehen, ich habe selten so eine dreiste und offensichtliche Täuschung gesehen, denn in dem Video macht der “Erklärbär” gar keinen Hehl daraus, dass man einem teuren Abo zustimmen muss. Doch was danach folgt, ist der absolute Hammer. Angeblich könne man das Abo mit einer Antwort-SMS auf die Rechnungsbenachrichtigung kündigen. Eine SMS mit Stop würde reichen, und man bekomme gar das Geld zurück.

Das ist natürlich schlichtweg Unsinn!

In unserem Analysefall handelte es sich um eine Affiliate zu einem sogenannten “Premium-Dienst”. Hier lautet es:

Du stimmst einem Abo unseres Services zu für 12,- Euro (inkl. MwSt.) pro Woche. Die Frist verlängert sich automatisch, bis Du Stop an die 0900401050 schickst. A1 Nutzer: kündige dein Abo auf www.a1.net/abomanager. Jede Woche erhältst Du 10 neue Download-Credits, die auf der Webseite www.at.mundome.com gegen Handy-Inhalte eingelöst werden können (Die Inhalte kosten mindestens 2 Credits pro Inhaltsobjekt). Der Service kostet für 10 Download-Credits 12,- Euro (inkl. MwSt.) pro Woche (+ SMS/Datengebühren Deines Handyanbieters). Die Kosten erscheinen auf Deiner Handy-Rechnung oder werden von Deinem Handy-Guthaben abgezogen.

Also diese 12 € ist man definitiv los, die gibt es nicht zurück, auch wenn das in dem Video behauptet wird. Und genau darum dürfte es an dieser Stelle gehen: man fällt einmalig auf diese teure Abofalle herein, weil man dieser durchaus verständlichen Anleitung glaubt, die an dieser Stelle eine Falle eingebaut hat.

Und das Tool?

Das versprochene Toll dürfte wohl niemand erreichen, zumal es gar nicht funktionieren kann. Das Spionagetool verspricht, mit der Eingabe einer beliebigen Rufnummer auf alle SMS dieser Rufnummer zugreifen zu können. Das ist in dieser Form natürlich Bullshit und auch nicht durchführbar.

Und selbst wenn: Ohne Zustimmung des Handybesitzers kann man sich strafbar machen! Unser Kooperationspartner Watchlist Internet schreibt dazu:

Wird eine „Handyspionage“-Software ohne Zustimmung des Handybesitzers installiert und benutzt, kann das strafbar sein. Darüber hinaus werden etwa das Recht auf Datenschutz und das Recht auf Wahrung der Privatsphäre verletzt, was Unterlassungs- und Schadenersatzforderungen nach sich ziehen kann. Außerdem bleibt völlig unklar, wie die Software-Anbieter die ausgelesenen, hochpersönlichen Daten weiterverwenden.

Daher: Hände weg von unseriösen Anwendungen, die ein Ausspionieren fremder Handys versprechen! Und vor allem – so wie in diesem Fall – Vorsicht auch vor (angeblich) kostenlosen Handyortungs/Späh-Programmen und -Apps: Hier lauern in Wahrheit oft kostenpflichtige Abo-Fallen.