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Fragen und Antworten zu „Momo“

Von | 1. März 2019, 12:14

Angeblich „gehackte“ Videos, panische Eltern, unbewiesene Behauptungen und mittendrin „Momo“.

Seit wenigen Tagen bekommen wir Anrufe und E-Mails von Eltern und Pädagogen die uns von weinenden Kindern erzählen und im Moment nicht wissen, wie Sie mit der Situation umgehen – und vor allem was sie Ihrem Kind sagen sollen! Mit diesem Artikel versuchen wir “Momo” in ganz einfach Worten zu erklären, denn im Netz herrscht Hysterie und es werden seit Monaten irgendwelche Behauptungen im Netz verbreitet! Und genau da liegt auch der Haken, denn diese Behauptungen lassen sich NICHT BELEGEN!

FAQ zu Momo

Warum muss ich vor Momo KEINE Angst haben?

Weil es Momo nicht gibt!

Woher stammte das gruselige Bild / Gesicht von Momo?

Es handelt sich dabei um den Kopf einer Statue, welche in der Vanilla Gallery in Tokyo, Japan ausgestellt ist und von Besuchern den Spitznamen „Momo“ bekam.

Kann Momo mit mir sprechen?

Nein! Hinter Momo-Nachrichten stecken immer echte Menschen.

Warum machen Menschen sowas?

Das sich gewisse Personen einfach nur einen schlechten Spaß erlauben möchten!

Aber es steht doch in der Zeitung / kam im TV. Dann muss es doch stimmen, oder?

Medien liefern gerne skandalöse Artikel und Geschichten und haben zum Teil einfach auch falsch und schlecht recherchiert!

Meine Freundin/Freund hat gesagt, dass sie davon gehört haben, dass es Momo gibt …

Ja das kann sein, dass Freunde so etwa behaupten, aber es handelt sich dabei um eine Art “Stille Post”. Am Ende weiß niemand mehr, was zu Beginn gesagt wurde  und vieles wurde hier nur hineininterpretiert!

Haben sich wirklich so viele Kinder schon wegen Momo umgebracht?

Es handelt sich dabei um nicht belegbare Behauptungen und genau hier liegt auch der Haken!

Gibt es die Momo Challenge denn überhaupt wirklich?

Es gibt keinen Nachweis darüber, dass es jemals so eine Challenge gab. Genau so wie damals auch bei der Blue-Whale Challenge. Beide  Legenden scheinen hier zu verschmelzten.

Es gibt aber auch Videos auf YouTube zu sehen! Sind die echt?

YouTube selbst sagt dazu: “Wir möchten etwas zur Momo Challenge klären: Wir haben in letzter Zeit keine Beweise dafür gefunden, dass Videos die Momo Challenge auf YouTube bewerben. Videos, die schädliche und gefährliche Herausforderungen fördern, sind gegen unsere Richtlinien.” (Quelle: Twitter)

Aber ich/ein(e) Freund/in hat selbst so ein Video gesehen!

Leider wurden viele erst durch die übertriebene Berichterstattung darauf aufmerksam und ahmen dies jetzt nach, produzieren Kindervideos mit „Momo“ mittendrin oder geben sich auf WhatsApp als „Momo“ aus. Dies ändert aber nichts daran, dass es sich nur um Menschen handelt, die sich einen schlechten Scherz erlauben, „Momo“ existiert trotzdem nicht.

Fazit

Die Textnachricht ist einer jener Kettenbriefe, die Schauer erzeugen sollen. Insbesondere für Kinder klingt der Text sehr furchteinflößend, weswegen Eltern in Ruhe mit ihrem Kind darüber reden und es ernst nehmen sollten. Die Bilder jener „Momo“, welche ebenfalls auf Facebook kursieren, sind von einer Statue in einer japanischen Kunstausstellung.

Hier noch Tipps unseres Kooperationspartners Saferintenret, wenn es um das Thema Kettenbriefe geht!

Tipps für Eltern, wenn Kettenbriefe bekommen:

  • Thematisieren.
    Sprechen Sie das Thema Kettenbriefe von sich aus an, auch ohne dass es einen konkreten Anlassfall gibt.
  • Erklären.
    Erklären Sie das Prinzip von Kettenbriefen und machen Sie Ihrem Kind klar, dass man die in Kettenbriefen verbreiteten Horrorgeschichten nicht ernst nehmen muss – es droht keine echte Gefahr.
  • Nachfragen.
    Fragen Sie bei Ihrem Kind immer wieder nach, ob es in letzter Zeit Kettenbriefe bekommen hat oder welche Nachrichten gerade in der Klasse im Umlauf sind.
  • Ängste ernst nehmen!
    Wenn ein Kind sich Sorgen macht, dass es selbst oder eine nahestehende Person sterben könnte oder dass es in der Klasse unbeliebt wird, weil es eine Nachricht nicht weitergeschickt hat, dann sind diese Sorgen ganz real und oft auch sehr mächtig. Signalisieren Sie Ihrem Kind, dass es jederzeit zu Ihnen kommen kann, falls ihm ein Foto, ein Video, eine Nachricht etc. Angst macht oder es nicht schlafen kann.
  • Regeln vereinbaren.
    Besprechen Sie mit Ihrem Kind, welche Kettenbriefe weitergeschickt werden können und welche nicht. Angstmachende Nachrichten sollte Ihr Kind keinesfalls weiterverbreiten, da sonst noch mehr Kinder Angst bekommen.
  • Im Anlassfall:
    Bleiben Sie ruhig! Reagieren Sie nicht mit Verboten, sonst könnte es sein, dass sich Ihr Kind beim nächsten Mal nicht wieder an Sie wendet.
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