“following me” > BULLSHIT

-Produktempfehlung: Kaspersky lab-

Seit Tagen bekommen wir Anfragen zu Statusbeiträgen, in denen man aufgefordert wird, Personen zu blockieren, die man bei der Personensuche vorfindet, wenn man “following me” eingibt.

Und nicht mehr nur private Nutzer posten laufend diesen Statusbeiträge, sondern mittlerweile auch schon Unternehmen, die ungeprüft einfach diese Meldung in Umlauf bringen. Und dies kann schlimme Auswirkungen haben, denn solchen Unternehmensseiten folgen über 500.000 Nutzer und mehr.

So wie auch in diesem Falle!

image

Worum geht es genau?

Es geht darum, dass es eine Möglichkeit geben soll, mit der du über die “Blockieren”-Funktion Leute herausfinden kannst, die dich auf Facebook ohne dein Wissen “stalken”, bzw. dass man durch diese ungewollten Follower gehackt wird.

Das stimmt jedoch nicht!

Es handelt sich NICHT um heimliche Profilstalker, Follower, Abonnenten oder sonst in irgendeinem Zusammenhang mit Deinem Profil stehende Personen.

Einzige Gemeinsamkeit: Diese Profile haben in jüngster Zeit die Suchbegriffe (following me) öffentlich auf Ihrem Profil gepostet, da sie eben den angeführten Statusbeitrag gerade teilen oder unter Umständen in ganz anderem Zusammenhang.

Sprich: Postet man selber gerade dieser Warnung, dann wird man selbst zu einem “Hacker”, da man durch die Wortkombination “following me” auch in der Suche auftauchen wird.

Wie  z.B. in diesem Falle. Dieses Profil hat sich als “Spitzname” einfach “Following me” eingetragen, eben damit man erkennen kann, dass man diesem Profil (warum auch immer) folgen soll, wenn man möchte.

image

Was passiert, wenn man der Anleitung folgt, so wie diese im Bild beschrieben ist?

Es erscheint eine Liste von Facebook-Nutzern! Diese Liste ist aber bei allen ident.

  • Wenn man „following me“ eingibt, bekommt man eine Ergebnisliste aller Profile, wo diese Wortkombination irgendwo in dem jeweiligen Profil steht.
  • Diese Liste erscheint, weil diese Nutzer irgendwo in ihrem Profil den Namen / die Wörter “following me” geschrieben haben.
  • Teilweise auch dort, wo man wegen der Privatsphäreneinstellung selbst nicht  nachschauen kann, wo Facebook aber bei der Suche nachschaut.
  • Diese Personen sind keine Hacker oder Spitzel, noch haben sie vor Deinen Account zu knacken.
  • Sie haben lediglich irgendwo im Profil „following„, „me„, oder „following me“ stehen. (Die Suchwörter sind ja mit „oder“ verknüpft, es werden also auch Personen mit nur „following“ oder nur „me“ gefunden.)

So sucht Facebook:

Hier kann man sehr gut erkennen, wie Facebook “sucht”. Wir haben es einmal mit unserem Namen selbst versucht: “mimikama”. Hier bekommt man nun eine Liste von Usern, deren Profilnamen das Wort “mimikama” beinhalten, nicht aber unbedingt als ganzes Wort:

image

Sprich, man würde Nutzer blockieren, die am Ende keine Betrüger sind.

Es gibt keine heimlichen Follower!

Damit euch überhaupt jemand “folgen” kann, müsst IHR das zuerst ermöglichen. Und das geht mit der “Abonnieren”-Funktion.

Nach der Aktivierung der Funktion erhalten Profile, die bisher nicht mit dir in Verbindung gestanden haben, Benachrichtigungen in ihrem Newsfeed über ÖFFENTLICHE Beiträge von dir. Aber selbst diese Abonnenten werden dir angezeigt.

Wer es noch genauer wissen möchte, kann sich seine Facebook Daten auch herunterladen. Diese Kopie enthält die komplette Abonnentenliste.

Und ein wichtiger Hinweis zum Schluss:

Wer diese Falschmeldung mit dem Begriff “Following me” entsprechend öffentlich postet, der wird ebenfalls im Suchfeld des nächsten Users auftauchen, der auf die Suche nach “seinen Stalkern” geht…

Das heißt, ihr werdet von jemand Fremdem blockiert, obwohl ihr ihn nicht stalkt und das geht immer weiter so.

Fallt also nicht auf diesen Hoax herein und hört auf, diesen zu teilen oder neu zu veröffentlichen!

-Mimikama unterstützen-

Weil du diesen Bericht zu Ende gelesen hast…

Kannst du uns bitte einen kleinen Gefallen tun? Mehr Menschen denn je lesen die Artikel von mimikama.at, aber die Werbeerträge sinken rapide. Anders als andere Organisationen haben wir keine “Pay-Wall” eingerichtet, denn wir möchten unsere Inhalte für alle Interessierten so offen wie möglich halten. Der unabhängige Enthüllungsjournalismus von mimikama.at bedeutet jedoch harte Arbeit, er kostet eine Menge Zeit und auch Geld. Aber wir tun es, weil es wichtig und richtig ist, in Zeiten wie diesen Internetnutzer mit transparenten Informationen zu versorgen. Wir hoffen, dass du es schätzt, dass es keine Bezahlschranke gibt: Unserer Auffassung nach ist es demokratischer für Medien, für alle zugänglich zu sein und nicht nur für ein paar wenige, die sich dieses "Gut" leisten können. Durch deine Unterstützung bekommen auch jene einen Zugang zu diesen Informationen, die es sich sonst nicht leisten könnten. Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und mag, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama.at auch weiterhin geben.

Folgende Unterstützungsmöglichkeiten bieten wir an: via PayPal, via Patreon, via Steady