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Wenn mit Sozialneid schon Werbung gemacht werden muss … wer auf Facebook über die Meldung mit diesem Riesengewinn stolpert, kann sich seine Empörung sparen: diese Familie aus Syrien hat keinen Jackpot geknackt. Im Gegenteil: das Foto dieser Familie wird an dieser Stelle lediglich (aus-)genutzt.


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- Sponsorenliebe | Werbung -


Denn bei dieser Statusmeldung handelt es sich um nichts anderes als WERBUNG. Werbung für für ein Online Casino mit dem Namen “Zodiac Casino”. Nicht zum ersten Mal fällt fällt diese Art von Werbung für ein Casino auf: mal ist es eine völlig aufgelöste österreichische Mutter [1], mal ein kleiner McDonald´s Mitarbeiter [2], die hohe Gewinne einstreichen.

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Und in diesem Fall soll eine Flüchtlingsfamilie dafür sorgen, dass Menschen auf einen Werbetrick hereinfallen. So gibt es zu dieser Statusmeldung auch einen ganzen Artikel auf einer Webseite mit dem Namen “Dailyweb24.com”, in dem es heißt:

Abdul-Azis B is normalerweise kein Spieler. Wegen seines Glaubens hat er vorher nie um Geld gespielt und war auch noch nie in einem echten Casino. Da er aber nichts zu verlieren hatte und eine bessere Zukunft für sich und seine Familie wollte hat er 100Eur in ein Online Casino investiert nachdem er Werbung dafür gesehen hatte

Was hier nun in dem Artikel betrieben wird, ist der pure Aufbau von Sozialneid, der Leser wird emotional angesprochen und entsprechend seiner Gemütslage bewegt:

„Ich hab sofort meine Frau und Kinder angerufen und wir haben alle geweint. Dadurch das ich gewonnen habe kann ich meine Frau und Kinder hierherbringen und uns erwartet eine rosige Zukunft Vielleicht sogar den Rest meiner Familie!

Diese Resultate, die man erreichen möchte, werden auch in fingierten Statuskommentaren unter dem Artikel schon dargestellt:

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Lug & Trug!

Die Frage ist: wie weit darf eine Werbung gehen? Der Betreiber der Seite dailyweb24.com ist natürlich anonym und die Seite ist in Panama registriert. Das öffnet für diesen Betreiber natürlich Tor und Tür, um einfach mal Unsinn zu schreiben und sich fremder Bilder zu bedienen. Denn die abgebildete Familie ist in der Tat eine Flüchtlingsfamilie, nur ist ihr Schicksal ein ganz anderes: auf dem Foto ist die Familie Al-Amirij abgebildet, welche aufgrund eines Fotos berühmt wurde, das den Vater der Familie mit einem Kind auf dem Arm während der Flucht zeigt [3].

Mittlerweile lebt die Familie im irakisch-kurdischen Erbil. Das fiese an dieser ganzen Geschichte: dieses Foto wurde ungefragt genutzt und schadet nun der Familie. Nach Angaben eines BILD-Artikels heißt es [4]:

Eine perfide Internet-Werbung von Betrügern, die sich die Berühmtheit der Amirijs zunutze machten, ist da fast Nebensache. Seit etwa einem Monat kursiert eine gefälschte Nachricht mit einem BILD-Foto der Amirijs bei Facebook. Demnach hätte die Familie über eine halbe Million Euro beim Glückspiel auf einer Webseite gewonnen. Viele Flüchtlinge haben den Fake gesehen, für voll genommen und wollen jetzt Geld von Mustafa. „Dabei habe ich nicht mal einen Platz zum Schlafen“, sagt er.

-Sponsorenliebe-

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