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Erlitten Feuerwehrmänner neurologische Schäden durch 5G?

Von | 11. Juni 2019, 12:12

Der kommende Mobilfunkstandard 5G ist immer wieder Mittelpunkt von panikmachenden Artikeln.

So sollen ganze Vogelschwärme in Den Haag an 5G-Strahlung gestorben sein und in Städten sollen Bäume gefällt werden, um die 5G-Strahlung nicht zu behindern. Beides Behauptungen, die wir widerlegen konnten.

Nun kommt eine weitere Behauptung dazu, zu der wir u.a. auch Anfragen in unserer Facebook-Community bekamen:

Screenshot: mimikama.at

Screenshot: mimikama.at

So schreibt die Seite:

„Feuerwehrleute in Sacramento (Kalifornien) berichteten über neurologische Schäden, darunter auch Gedächtnisprobleme und Verwirrung, nachdem neue Generation von 5G-Mobilfunkmasten außerhalb ihrer Feuerwache installiert worden war.“

Als Quelle wird die Seite „News Punch“, welche vorher „Your News Wire“ hieß, verlinkt, von dort wurde der Artikel auch 1:1 übersetzt. Allerdings hat „News Punch“ den Artikel bereits wieder gelöscht.
Ein Blick in unsere Suche verrät auch, dass wir schon des öfteren „Your News Wire“ als Quelle diverser Fake News im Blickfeld hatten, insofern darf auch der obige Artikel angezweifelt werden.

Eine andere Quelle… die sich korrigiert!

Jedoch erschien im März 2019 diese Behauptung erneut in einem Artikel der Seite „Health Nut News„, aber auch diese Seite ist nicht sonderlich vertrauenswürdig und berichtet hauptsächlich über „alternative Medizin“ und Verschwörungstheorien.

Jedoch sah sich die Seite gezwungen, ihren Artikel zu korrigieren, nachdem sie darauf aufmerksam wurde, dass ihr Artikel auf Facebook als „Fake News“ gekennzeichnet wurde!

Ein echter Toxikologe, aber…

In dem Artikel wird von einem Dr. Gunnar Hauser berichtet, einem klinischen Toxikologen, welcher kürzlich „aus dem Ruhestand kam“, um sich auf die negativen Auswirkungen von EMF (Electro Magnetic Field) zu konzentrieren.
Dabei berichtet er auch von einer Studie, die er an Feuerwehrmännern durchgeführt habe, welche sich über Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten beschwerten, seit ein Funkmast auf ihrer Feuerwache installiert worden sei.

…eine alte Studie

Durch die Verbreitung jener Behauptung auf diversen Seiten wurde auch Susan Foster darauf aufmerksam.
Nun ist Susan Foster aber nicht irgendwer, sondern organisierte und leitete jene Studie, welche fünf Jahre dauerte, gemeinsam mit Dr. Gunnar Hauser… im Jahre 2004, also 14 Jahre, bevor die ersten 5G-Masten in Kalifornien installiert wurden!
Damals stellten die Beiden tatsächlich neurologische Schäden bei den Feuerwehrleuten fest.

Aus diesem Grund dementiert sie auch öffentlich diese Behauptung. Sie persönlich wisse auch nichts von 5G-Masten auf Feuerwachen, allerdings haben sich einige lokale Feuerwehrgewerkschaften gegen die Installation von 5G-Masten auf Feuerwachen ausgesprochen, da es noch keine Langzeituntersuchungen über eine eventuelle gesundheitliche Beeinträchtigung durch 5G gibt.

„Wenn 2G schon so schlimm ist….“

„…was richtet dann erst 5G an?“, so fragt die Seite „Health Nut News“ in ihrem korrigierten Artikel.
Die Frage impliziert, dass die Strahlung von Generation zu Generation stärker wird, also 5G wenigstens zweieinhalb mal stärkere Strahlung als 2G erzeugt, wobei 5G einfach nur „5. Generation“ bedeutet. Zudem ist es eher so, dass die 5G-Strahlung durch ihre Kurzwelligkeit eher schwächer ist, weswegen ja auch mehr Masten aufgestellt werden müssen, da die Strahlung bereits durch normale Hauswände abgeblockt wird, während die Strahlungen früherer Mobilfunkgenerationen langwelliger und somit „durchdringender“ waren.

Zusammenfassung

Der angefragte Artikel ist 1:1 von einer englischen Seite kopiert, welche ihrerseits den Artikel bereits wieder löschte. Eine andere Seite korrigierte ihren Artikel, als herauskam, dass die Aussagen jenes Toxikologen eine Pilotstudie von 2004 als Grundlage haben, in welcher es um die langfristige Auswirkung von 2G-Strahlung ging.

Somit ist die Behauptung, dass 5G-Strahlung neurologische Schäden bei Feuerwehrleuten verursachte, falsch.

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