Warnung vor Fax der Pseudo-Behörde „Datenschutzauskunft-Zentrale“

Von | 2. Oktober 2018, 9:43

Viele Gewerbetreibende bekommen derzeit ein Fax von einer ominösen Datenschutzauskunft-Zentrale. Doch was so amtlich aussieht, ist in Wahrheit eine teure Werbemasche!

Die Unsicherheiten rund um die DSGVO wird hier ausgenutzt. Das amtlich wirkende Fax mit dem Untertitel „Erfassung Gewerbebetriebe zum Basisdatenschutz nach EU-DSGVO“ gibt vor, verpflichtend zu sein, um die Anforderungen der DSGVO für das Gewerbe zu erfüllen.

So sieht jenes Fax aus:

Screenshot mimikama.at

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Der Teufel steckt im Detail

Auf der zweiten Seite des Faxes kann man im Abschnitt „Leistungsübersicht/Leistungsdarstellung Basisdatenschutz“ erkennen, worum es in Wirklichkeit geht, nämlich nicht etwa um einen amtlichen Vorgang, sondern…

Screenshot mimikama.at

Screenshot mimikama.at

…eine Abofalle!

„Die in diesem Auftrag genannte Person/Unternehmen erwirbt das Leistungspaket Basisdatenschutz.“ (…) Basisdatenschutz-Beitrag jährlich netto, zzgl. Ust: Eur 498. (…) Durch die Unterzeichnung wird die Leistung für drei Jahre verbindlich bestellt.“

Mit anderen Worten: Es wird ein dreijähriges Abonnement in Kostenhöhe von 1.494 Euro abgeschlossen!

Neuer Name, alte Masche

Amtlich aussehende Faxe und Schreiben mit irreführenden Formulierungen und nicht-vorhandenem Dringlichkeitsbedarf: Das hatten wir schon mal!
Tatsächlich bekamen Gewerbetreibende im Jahr 2015 und davor massenhaft Faxe von einer „Gewerbeauskunft-Zentrale„, jenes Unternehmen wurde 2015 durch das OLG Düsseldorf verboten. Nun taucht diese Methode also wieder auf, zwar mit neuem Namen, die Masche ist aber dieselbe: Durch falsche Dringlichkeit und amtlichen Ton den Empfänger in eine Abofalle locken.

Fazit

Empfänger sollten diese Schreiben einfach entsorgen. Falls man bereits unterschrieben hat, sollte man schnellstens einen Widerspruch einlegen, da es mühsam und teuer werden kann, aus einem solchen Vertrag wieder auszusteigen.
Wir gehen davon aus, dass auch jene Schreiben verboten werden, alleine schon, da unerwünschte Werbung (und dies ist es im Primzip) per Fax ohnehin verboten ist. Allerdings wird es wahrscheinlich schwierig sein, die Urheber ausfindig zu machen. Die postalische Adresse weist nur auf eine zentrale Postverteilstelle hin, die Faxnummer mit der Vorwahl 0800 kann leicht auch aus dem Ausland geschaltet werden.

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