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Dieses Thema wird noch länger nicht vom Tisch sein.

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Und wieder erhielten wir Anfragen zu einem eher unappetitlichen Thema. Es geht um vermeintliche Faser- oder anderen Funde in Chicken Nuggets.

„Nuggets von McDonald’s sollen mysteriöse Fasern bzw. haarähnliche Strukturen (keine Würmer oder Adern) enthalten.“

Nach der Veröffentlichung von News for Friends über „verdächtige Bestandteile in „Chicken McNuggets“, einem der beliebtesten Produkte der Fast-Food-Kette McDonalds, erreichte uns obige Anfrage.

News for Friends hatte bereits mit der Verbreitung einer erfundenen Schauermär über die angebliche Verarbeitung von „Menschenfleisch in Hamburgern“ (Mimikama berichtete) für Aufregung gesorgt.

Woher stammt die „Entdeckung“?

Die frittierten Häppchen waren unter das „hoch auflösende Digitalmikroskop von „Mike Adams, The Health Ranger“, geraten, dem Betreiber von „Natural News“, bekennendem Gegner von Schulmedizin, Verbreiter von pseudowissenschaftlichen Erkenntnissen und anderen Fake News.

Angeblich hat sein „neu gegründetes „Forensic Food Laboratory“ in seiner ersten Studie höchst verdächtige „Strukturen und Objekte“ gefunden, welche, so wird suggeriert, nicht ins Essen gehören.

Nachdem mimikama bereits Mitte letzten Jahres in einem Bericht über einen vermeintlichen „Wurm“ aufgeklärt hat, der sich als Vene entpuppte, wie sie in Fleischerzeugnissen nicht selten zu finden sind, gehen wir hier noch einmal dezidiert auf die „Funde“ ein, die Natural News verbreitet und in ihrem Video dokumentiert:

„Wir fanden dunkle, schwarze, haarähnliche Strukturen, die aus der Nuggetmasse herausragten“.

Alles wie gehabt. Auch hier finden sich in der Masse Venen. Nach dem Ausbluten des Kadavers fallen diese Blutgefäße zusammen, entgehen aber der Zerkleinerung im Fleischwolf, da ihre Struktur dehnbar ist und daher nicht leicht reißt.

Ist nur noch der „Querschnitt“ , sprich, die Ein- oder Austrittsstelle der Vene sichtbar, wo das Messer sie gekappt hat, ist im Video von „mysteriösen blauen Objekten“ die Rede, die winzigen Venolen „unerklärliche, haarähnliche Fasern findet man in jedem Anatomiebuch, mit bloßem Auge sind sie kaum sichtbar, aber eben doch unverkennbar Blutgefäße.

Auch die marktschreierische Fortsetzung:

„Update: Natural News hat jetzt eine zweite Runde von „mysteriösen Faser“-Fotos von Chicken McNuggets, zusätzlich zu den Fotos, die Sie unten sehen.“

kann nicht mit schockierenden Neuigkeiten punkten. Auch hier sind wieder nur stark vergrößerte Aufnahmen von Blutgefäßen zu sehen.

Seltsame Fasern finden sich in Chicken McNuggets“

Nach „Eröffnung“ eines „Nuggets“ sieht sich unser Health Ranger einer Masse gegenüber, die ihn an eine „außerirdische Landschaft“ erinnert. „Nichts davon“ erinnere ihn an Hühnchen; zum Vergleich wird der Querschnitt eines Stücks Hühnerfleisch am Stück eingeblendet, welches natürlich vollkommen anders aussieht als die Masse, die für die „Nuggets“ aus dem Fleischwolf kommt.

Hieraus macht aber auch McDonald’s selber kein Geheimnis. Es handelt sich um eine typische Formfleischmasse, die ihrer Natur nach anders aussehen muss als Fleisch „am Stück“. „Gebunden“ wird das Ganze mit Gelatine, auch das ist weder neu noch gesundheitsschädlich.

Da diese Erklärungen vielleicht wenig appetitlich, dafür aber durchgehend harmlos sind, ergeht sich der „Health Ranger“ in unheilschwangeren Phrasen und kommt zu dem Schluss, dass, „wer dieses Gericht ordert, mehr bekommt, als das, was er bestellt hat.“ Um was genau es sich dabei handelt – diese Erklärung bleibt uns das „Forensic Food Laboratory“ schuldig.

Ergebnis:

Erneut viel Lärm um nichts; selbst wenn größere Venen dem Fleischwolf entgehen, ist das zwar nicht sonderlich appetitlich; wer Fleisch verzehrt, wird aber nun einmal hin und wieder daran erinnert, dass irgendwo am Anfang der Produktionskette ein lebendiges Tier gestanden hat – was letztlich eher FÜR das Endprodukt spricht als dagegen.
Würmer – nein, aber „Adern“ sind es unverkennbar.

Autor: Dagmar K. – mimikama.at

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