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Soeben haben wir einen Pressetext von der Polizei Paderborn bekommen, der bestätigt, dass ein auf Facebook veröffentlichter Statusbeitrag eine Falschmeldung darstellt. Im Pressebericht steht unter anderem genau das, was wir von ZDDK / mimikama.at immer wieder sagen: “Solche Falschmeldungen – wenn auch gut gemeint – helfen nicht bei der Aufklärung von Sachverhalten. Sie machen uns die Arbeit schwer, weil plötzlich jeder dunkle Wagen verdächtig ist und Eltern sowie Kinder unnötig in Panik geraten“, mahnt Paderborns Kripochef Alfons Schäfers zur Zurückhaltung. Der Kriminaldirektor weiter: „Wer solche Meldungen in sozialen Netzwerken postet, sollte sich im Vorfeld bei der Schule oder bei der zuständigen Polizei erkundigen, ob tatsächlich eine akute Gefahr besteht. Unnötige Panik lenkt von real gefährlichen Situationen ab. “

Um diesen Statusbeitrag geht es:

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Diesen Statusbeitrag gab es auch in etwas abgeänderter Variante:

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Hier nun der Pressetext / die Entwarnung der Polizei Paderborn

28.05.2013 | 14:44 Uhr

POL-PB: Facebook und Gerüchte um „schwarzen Wagen“ schüren Angst

Kreis Paderborn/ Bad Lippspringe (ots) – (mb) Erneut werden Eltern und Kinder durch falsche Informationen aus sozialen Netzwerken im Internet verängstigt. Auf Facebook wird ein Gerücht verbreitet, in dem behauptet wird, zwei Männer hätten in Bad Lippspringe versucht, ein Kind in ein Auto zu locken. Diese Information sowie weitere Details, die bereits mehrfach „gepostet“ wurden, sind falsch. Darauf weist die Polizei ausdrücklich hin. Mitte Mai löste ein von Borchen ausgehender Sachverhalt eine ähnliche Welle der interaktiven Panikmache aus. Aus sämtlichen der Polizei gemeldeten Sachverhalte über verdächtige Begegnungen mit Autofahrern haben sich keine Hinweise auf Straftaten oder Versuche ergeben.

In Kirchborchen hatte ein Mädchen Anfang Mai davon berichtet, auf dem Heimweg von der Schule von einem unbekannten Mann aus einem Auto heraus durch die geöffnete Seitenscheibe angesprochen worden zu sein. Das Kind hatte völlig richtig reagiert und war weggelaufen. Nachdem der Sachverhalt in der Schule bekannt gemacht worden war, gab es weitere Abgaben von Kindern, die sich auf verdächtiges Verhalten von Fahrern eines dunklen Autos bezogen. Die Polizei hatte in allen Fällen sofort die Ermittlungen aufgenommen, aber keine Verdachtsmomente auf eine Straftat feststellen können. Über Facebook waren Meldungen über den dunkeln Wagen hundertfach verbreitet worden. Plötzlich tauchten auch in anderen Ortschaften dunkle Autos auf.

Jetzt kursieren neue Panik schürende Informationen auf Facebook. Dieses Beispiel zeigt einmal mehr, wie veränderte Sachverhalte zur Verängstigung von Eltern beitragen: Am Montagmorgen hatte eine Frau in Bad Lippspringe ihr Kind zu Fuß zur Schule gebracht. Dabei war ihr ein dunkler Mercedes an der Langestraße aufgefallen, der langsam mit geöffnetem Fenster an ihr vorbei gefahren war. Die beiden Insassen hatten in ihre Richtung geschaut. Wenig später fiel ihr der gleiche Wagen nochmals an der Detmolder Straße auf. Mit dieser Information sowie einem Kennzeichen-Fragment wandte sich die verunsicherte Frau an die Polizei. Bereits am frühen Nachmittag wurde auf Facebook gepostet, dass „ein schwarzer Mercedes mit zwei ausländischen Insassen an der Schule versucht habe, ein Kind ins Auto zu locken“. Dazu wurde ein falsches Kennzeichen-Fragment eingestellt und der Hinweis, dass diese Männer „es bereits in Borchen versucht hätten“. Man solle die Augen aufhalten und sich bei der Polizei melden, dies sei kein Scherz.

Solche Falschmeldungen – wenn auch gut gemeint – helfen nicht bei der Aufklärung von Sachverhalten. Sie machen uns die Arbeit schwer, weil plötzlich jeder dunkle Wagen verdächtig ist und Eltern sowie Kinder unnötig in Panik geraten“, mahnt Paderborns Kripochef Alfons Schäfers zur Zurückhaltung. Der Kriminaldirektor weiter: „Wer solche Meldungen in sozialen Netzwerken postet, sollte sich im Vorfeld bei der Schule oder bei der zuständigen Polizei erkundigen, ob tatsächlich eine akute Gefahr besteht. Unnötige Panik lenkt von real gefährlichen Situationen ab. Verunsicherte Kinder werden in ihrer Wahrnehmung beeinträchtigt oder nutzen die Gelegenheit, um auf sich aufmerksam zu machen.“ Kripochef Schäfers will weiter aufklären: „Wir werden auch in der aktuellen Situation den gemeldeten Vorfällen nachgehen und bieten allen Eltern, Kindergärten und Schulen unsere Unterstützung an“. Derzeit gehe die Polizei von keiner erhöhten Gefahr aus. In den letzten Wochen haben Beamtinnen und Beamte des Kriminalkommissariat Kriminalprävention/ Opferschutz mehrere Elternabende an Schulen und Kindergärten gestaltet, um aufzuklären und Tipps für den Umgang mit solchen Situationen weiter zu geben. Laut polizeilichen Erkenntnissen sprechen Täter bevorzugt unsicher und unselbstständig wirkende Kinder an, daher ist ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein ein wirksamer Schutz.

Um das Durchsetzungsvermögen und Selbstvertrauen zu fördern, rät die Polizei:

  • Kinder sollen im Alltag Respekt erfahren. Nehmen Sie sich täglich Zeit, um mit Ihrem Kind über seine Erlebnisse und Sorgen zu sprechen. Vermitteln Sie Ihrem Kind das Gefühl, dass es Ihnen alle Erlebnisse erzählen kann, die ihm „komisch“ vorgekommen sind oder vor denen es sich ängstigt.
  • Wenn Ihr Kind einmal gegen abgesprochene Regeln im Umgang mit Fremden  verstoßen hat, schimpfen Sie nicht in panischer Aufregung mit ihm, sondern gehen Sie mit ihm die getroffenen Absprachen erneut ruhig durch. Ein verängstigtes Kind wird sich in einem
    Wiederholungsfall nicht mehr an Sie wenden, wenn es mit einer erregten Reaktion konfrontiert wird und gegebenenfalls auch noch Vorwürfe erntet.
  • Üben Sie mit Ihrem Kind, wie es sich in bedrohlichen Situationen verhalten soll, damit es im Notfall richtig reagieren kann. So sollte es sich nicht scheuen, andere Erwachsene anzusprechen, um Hilfe zu bitten oder auch laut um Hilfe zu schreien.
  • Wird das Kind akut durch einen Täter bedrängt, soll es sofort weglaufen und laut schreien – auch das kann man üben.
  • Schauen Sie sich gemeinsam mit Ihrem Kind nach „Rettungsinseln“ für den Schulweg um: ein Geschäft, in dem es die Kassiererin ansprechen kann, eine Straße, auf der sich viele Menschen bewegen, oder ein Haus, wo es klingeln kann. Polizeiliche Erfahrungen zeigen, dass ein Täter sein Vorhaben aufgibt, wenn ein Kind sich z.B. durch Klingeln an einem Haus Hilfe holt.

Weitere Informationen und Tipps zum Thema sind im Internet abrufbar: http://www.polizei.nrw.de/paderborn/artikel__1886.html.
Als Ansprechpartner stehen die Beamtinnen und Beamten des Kriminalkommissariat Kriminalprävention/ Opferschutz zur Verfügung: Telefon 05251/ 3060.

Rückfragen bitte an:

Der Landrat als
Kreispolizeibehörde Paderborn
– Presse- und Öffentlichkeitsarbeit –
Riemekestraße 60- 62
33102 Paderborn

Telefon: 05251/306-1320
Fax: 05251/306-1095
E-Mail: pressestelle.paderborn@polizei.nrw.de
Web: www.polizei.nrw.de/paderborn

Verweis: http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/55625/2481092/pol-pb-facebook-und-geruechte-um-schwarzen-wagen-schueren-angst