Falsche Mahnung von einem Rechtsanwalt! (Bitcoin-Erpressung)

Falsche Mahnung von einem Rechtsanwalt! (Bitcoin-Erpressung)

Von | 17. Oktober 2019, 12:11

Mit einer Mahnung per E-Mail wollen Betrüger abermals Kohle machen. Es handelt sich dabei um eine bereits bekannte Masche.

In einem aktuellen Fall behauptet ein „Rechtsanwalt“, dass er einen Virus auf dem jeweiligen Gerät installiert – und er nun einen kompletten Zugriff auf das System habe. Diese Behauptung steht in einer E-Mail, die den Betreff: „Aktenzeichen 824712949 – 2. Mahnung für Vorname Nachname“ trägt. Wir nehmen an, dass es mehrere solche E-Mails gibt und das sich das Aktenzeichen hier auch immer wieder ändern kann. Mit diesem Zugriff war es ihm nun möglich „Kinderpornos“ auf der Festplatte des Empfängers zu speichern. Er habe nun ein Video manipuliert und wird dieses der Polizei übergeben und droht damit, das die Polizei eine Hausdurchsuchung durchführen wird.

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Die Betrüger versuchen mit dieser falschen „Mahnung“ Internetnutzer einzuschüchtern. Der Nutzer könnte dies alles aber noch verhindern. Er müsse dazu 250 EUR an eine Bitcoin-Adresse überweisen. Macht der Nutzer dies nicht, dann wird das Video automatisch veröffentlicht und an die Familie, Freunde und an die Polizei übergeben.

Es handelt sich aktuell um diese E-Mail (1:1 Kopie)

Betreff: Aktenzeichen 824712949 – 2. Mahnung für (Vorname Nachname)

Hallo (Vorname Nachname)

Durch eine Sicherheitslücke in deinem System konnte ich unbemerkt einen Virus auf deinem Gerät Installieren. Auf grund diesen Virus Hab ich Kompletten Zugriff auf dein System. Ich Hab versteckt auf deiner Festplatte Kinderpornos gespeichert, sowie ein sicherheitskopier deiner persönlichen Daten,Fotos & Videos erstellt.

Als du das Letztes mal hand angelegt hast, Hab ich mit Hilfes des Virus ein Video aufgezeichnet. Auf diesem video ist zusehen wie du Masturbierst, Ich hab durch gekonnte Bearbeitung das Video so verändert Das man im Vordergrund siehst wie Du zursache gehst und im Hintergrund(„Deinem Bildschrim“)  Sieht man Wie Du dir Kinderpronos anguckst, Du und Ich wissen das es Sich dabei um ein „Fake“ Handelt, Aber stell dir vor  was passiert wenn ich das Video veröffentliche, es an die Polizei weiterleite. Die Polizei wird eine Hausdurchsuchung bei dir durchführen und Wird die Gespeichert Kinderpronos finden, du wirst ein verurteilter Kinderschänder sein. deine freunde und familie werden sich von dir abwenden, du wirst dein Job verlieren. Niemand wird etwas mit dir zutun haben wollen.

Als du diese E-Mail Geöffnet hast, hat sicht automatisch ein Timer Gestartet, Du hast ab jetzt 72 Stunden zeit 250€ in Bitcoin an die nachfolgende Bitcoin Addresse(„Bitcoin Wallet“) zu zahlen : 1166a4ic4ttgeWX1dSgPHrXPfUsKDCamd4

Sollte die Zahlung in dieser frist nicht eingehen, Wird Das Video automaitsch Veröffentlich, es wird an deine Freunde und Familie weitergeleitet und außerdem wir anzeige bei der Polizei erstattet.

Solltest du aber wie geforder zahlen, so wird sich das Video autmatisch Löschen, Die Kinderpornos werden von deiner Festplatt gelöscht und du wirst nie wieder von mir Höhren.

Wenn du nicht weißt wie du an Bitcoins kommst bzw wie du dies kaufen kannst, Ich helfe dir da gerne bei. Es ist ganz einfach, du gehst einfach auf google und suchst nach einen der beiden sätze „Wie Kauf ich Bitcoins“ oder „How to Buy Bitcoins“

Natja dies ist kein Scherz, Solltest du Geforderte summe nicht bezahlen werde ich deine leben zerstören, Ich werde Nicht aufhöhren bis du alles verloren hast und als kinderschänder abgestempelt bist, es liegt in deiner hand.

Was hat es mit dieser E-Mail – Mahnung auf sich?

Sollten Sie diese oder ähnliche Mahnung per Mail erhalten haben, müssen Sie keinerlei Reaktion zeigen, der Inhalt ist nämlich frei erfunden. Die Kriminellen geben, um Sie einzuschüchtern, an, dass sie Zugriff auf Ihr System, Ihre Mail-Adresse und Ihre Webcam haben und dadurch in Besitz eines intimen Videos sind.

Diese Behauptung ist frei erfunden. Den angeblichen Zugriff auf das System- oder einen Trojaner gibt es nicht. Führen Sie eine Überprüfung mit Ihrem Virenscanner durch, falls Sie sich unsicher sind.

Dass das Schreiben keine Bedrohung darstellt, können Sie auch an folgenden Punkten erkennen:

  • Da die Formulierung sehr allgemein gehalten ist und in einem sehr schlechten Deutsch wiedergegeben wurde, ist ein Hinweis darauf, dass das Schreiben standardisiert ist und die Aussendung massenhaft erfolgt.
  • Der Inhalt der Erpressungsmail ist frei erfunden. Durch einen Virenscan und die Überprüfung der von Ihnen verschickten E-Mails stellen Sie fest, dass kein Trojaner auf Ihrem System läuft und die Nachricht nicht von Ihrer Adresse versandt wurde.
  • Das intime Videomaterial existiert nicht. Es kann also auch nichts veröffentlicht werden. Wären die Betrüger/innen tatsächlich im Besitz von Bildmaterial, ist anzunehmen, dass Sie Ihnen dieses schicken würden, um Sie zu einer Zahlung zu bewegen.

Was haben all diese Mails gemeinsam?

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Die Mails variieren im Text zwar immer wieder, doch haben sie alle bestimmte Gemeinsamkeiten:

  • Jemand behauptet, Zugriff auf den Rechner zu haben.
  • Es wurden vom Nutzer angeblich Pornoseiten aufgerufen.
  • Der Erpresser habe Webcam-Aufnahmen davon.
  • Der Nutzer soll eine bestimmte Summe in Bitcoins zahlen.

Einer der schönsten Beweise dazu, dass dies nur eine Betrugsmasche ist: Viele Nutzer gaben an, überhaupt gar keine Webcam zu haben!

Sollte ich den Erpresser bezahlen?

Es ist davon abzuraten, den Erpresser zu bezahlen. Abgesehen davon, dass man sich auf das Wort eines Kriminellen nicht verlassen sollte, qualifiziert sich jeder Nutzer, der einer solchen Forderung nachgibt, als potentielles “Daueropfer”.  Das LKA Niedersachsen hat auch einige Links veröffentlicht, unter denen man selbst checken kann, ob die eigene Mailadresse in geleakten Datenbanken auftaucht:

Doch Vorsicht: Die Seiten erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, auch werden geleakte Datenbanken oftmals erst Monate oder sogar Jahre später bekannt, so dass man sich leider nicht komplett in Sicherheit wiegen kann, wenn die eigene Mailadresse nicht in den Datenbanken auftaucht.

Ergebnis:

Es handelt sich bei solchen E-Mails um reine Betrugsversuche, und der Erpresser befindet sich nicht im Besitz pikanten Videomaterials seines Opfers. Allerdings kann man diese Möglichkeit nie komplett ausschließen, so dass es sinnvoll ist, die Erpressung auf jeden Fall der Polizei zu melden!

Tipp: Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann die Kamera seines Geräts mit einem kleinen Sticker abkleben und ihn bei Bedarf entfernen. Ein guter Virenschutz sollte trotzdem eine hohe Priorität einnehmen.

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Artikelbild: goffkein.pro – Shutterstock.com
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