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Ein Youtube-Video sorgt derzeit für Aufregung, soll da doch, so laut Videotitel, eine Syrerin aussagen, dass falsche Flüchtlinge nach Europa kämen. Gefundenes Fressen für Asylgegner, jedoch: Wie viele haben sich das Video eigentlich angesehen? Stimmt der Videotitel überhaupt?

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„Serbien: Anti Merkel Demo. Syrische Frau entlarvt falsche Flüchtlinge“

So der Videotitel. Schauen wir einmal genauer hin.

Worum geht es bei der Demonstration?

Tatsächlich, und in dem Punkt hat der Videotitel recht, ist dies eine „Anti-Merkel“-Demo, wobei es nicht konkret gegen Merkel geht, jene aber als Sinnbild für das Verhalten Europas gegenüber Syrien steht.

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Die Rednerin wirft Europa vor, dass die Sanktionen gegen das Assad-Regime (Beschränkungen bei Luxusgütern, Ausrüstung für Internet- und Telefonüberwachung, Flüge syrischer Fluglinien etc.) die Lebensqualität der syrischen Bürger stark einschränke.

Außerdem unterstütze Europa die Flüchtlingskrise, da dadurch sowohl gute Fachkräfte als auch billige Lohnarbeiter nach Europa, insbesondere nach Deutschland streben, was für die europäischen Wirtschaft natürlich gut, für die syrische Wirtschaft aber schlecht ist. Europa solle das Geld, was jetzt für Flüchtlinge verwendet wird, eher dafür einsetzen, das syrische Militär im Kampf gegen den IS zu unterstützen und Wiederaufbauhilfe zu leisten.

Und was erzählt sie über Flüchtlinge?

Dazu sagt sie:

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„Wir hatten eine starke nationale Identität. Jenes, was ihr wissen müsst, ist, dass die Personen, die ihr heute auf den Straßen Belgrads sehen könnt, auf ihren Wegen nach Deutschland und Holland, keine wahren Syrer sind.“

Aha! Hat der Videotitel also recht?

Nicht wirklich, denn weiter heißt es:

„Versteht mich nicht falsch, ich liebe mein Volk, aber Leute, die Syrer sind, kämpfen heute für unsere Heimat.“

Daher weht der Wind! Sie redet nicht etwa von falschen Flüchtlingen, sondern möchte an den Nationalstolz Syriens appellieren, denn ein „wahrer Syrier“ würde nicht etwa flüchten, sondern bleiben und für sein Land kämpfen.

Im weiteren Verlauf ihrer Rede spricht sie noch die Geldsumme an, die eine Flucht kostet. Für jenes Geld könne sich ein Syrer auch ein schönes Haus in den nicht von dem IS besetzten Gebieten kaufen, stattdessen würden sie lieber feige flüchten und ihr Land im Stich lassen. Dies seien keine Kriegsflüchtlinge, sondern ökonomische Flüchtlinge.

Ein Fazit:

In Syrien herrscht Krieg. Viele Menschen haben bereits Haus, Hof und Freunde durch die IS-Gräuel verloren. Viele Flüchtlinge haben Familie und wollen oder können nicht kämpfen. Es sind einfach nur Menschen, die in Frieden ihr Leben leben wollen.

Sind sie also Landesverräter, wenn sie lieber flüchten, als ihr Leben für ihr Land zu riskieren?

Da scheiden sich natürlich die Geister. Die Einen sind Patrioten, die sich mit Freuden mit einem Messer zwischen den Zähnen in den nächstbesten Kampf stürzen würden. Andere wiederrum sorgen sich mehr um ihr Leib und Leben und das ihrer Familie. Was nun das Richtige ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Die zahlreichen Geschichten von Flüchtlingen klingen nicht nach „Och, ich dachte mir so, also entweder ein schönes Häuschen oder eine monatelange, lebensgefährliche Flucht nach Europa. Letzteres fand ich cooler, deswegen bin ich jetzt hier!“.

Jene Syrerin ist sehr patriotisch. Sie möchte Serbiens militärische Unterstützung in Syrien. Deswegen hält sie eine Pro-Syrien Rede, eine Pro-Assad Rede, eine Anti-Europa Rede. Unterm Strich ist es Kriegspropaganda, um Serbien mit in die Kämpfe einzubeziehen. Ob das klug ist, steht auf einem anderen Blatt.

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„Unterstützt unsere Armee im gerechten Kampf, denn insofern wir diesen Krieg verlieren, werden die Dschihadisten in Syrien nicht Halt machen.“

Sollte sich Europa an diesem Krieg aktiv beteiligen? Oder sollten wir eher den Flüchtlingen helfen und das Schlachtfeld Nationen überlassen, die sich damit auskennen?

Auch das muss jeder für sich entscheiden.

Autor: Ralf, mimikama.at

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