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Wir erhielten eine Anfrage zu einem sehr zweischneidigen Thema, das die Polizei und die Sicherheit der deutschen Bürger betrifft.

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So soll die Polizei dazu geraten haben, dass sich Bürger aus Deutschland im Falle eines Raubüberfalls nicht wehren, sondern sich notfalls misshandeln oder sogar töten lassen sollen.

Die Anfrage bezog sich auf einen Blog-Artikel, der sich in seiner inhaltlichen Aufmachung sehr impulsiv, andere würden es vielleicht auch schon “hetzerisch” nennen, zeigt.

Auch wenn der Leitsatz sehr direkt formuliert wurde … :

There is no „politically correct“ bullshit on our page! If you don’t like what we post, don’t read it and carry your ass somewhere else.

Auf unserer Seite findet man keinen “politisch korrekten” Bullshit! Wenn du nicht magst, was wir posten, dann lies es nicht und bewege deinen Hintern woanders hin.

… sollten wir doch zumindest bei korrektem Zitieren und faktisch korrekter Darstellung bleiben.

So schreibt die Autorin in ihrem Artikel:

“Merkels gewalttätige Fachkräfte”

“Polizei rät Bürgern sich notfalls misshandeln und sogar töten zu lassen”

Und was schreibt die Bielefelder Polizei, auf deren Artikel der Blogeintrag basiert?

“Gegenwehr steigert Aggressivität bei Räubern”

“Die Polizei rät: Leisten Sie Widerstand nur dann, wenn Sie sich dem Täter gegenüber körperlich überlegen fühlen und eine reelle Erfolgsaussicht besteht. Ihnen könnten bei aktiver Gegenwehr durch massive Gewaltanwendung oder durch einen Sturz erhebliche Gesundheitsschäden drohen. Sollten Sie Opfer einer Raubstraftat werden, versuchen Sie Ruhe zu bewahren. Prägen Sie sich nach Möglichkeit den oder die Täter und den Handlungsablauf genau ein. Bitten Sie Passanten und andere Beobachter der Straftat, sich als Zeuge zur Verfügung zu stellen; notieren Sie sich deren Personalien und informieren Sie nach der Tat unverzüglich die Polizei…”

Aus unserer Sicht können wir in dem von der Polizei zitierten Fall keine „gewalttätigen Fachkräfte“ erkennen, es geht um aggressive Räuber ohne „Ausbildung zur Fachkraft im Raubgewerbe“– und die Polizei gibt Tipps, um Gewalttätigkeit zu vermindern und größere Schäden zu verhüten. Aber das ist ja auch nur unsere Meinung. *Augenzwinker*. Frei nach dem Motto: „Lass die Jacke los und behalt dein Leben…“. Es geht um Kriminalprävention, um Tipps und Verhaltensweisen bei Raub, die verhindern sollen, dass man verletzt oder gar getötet wird.



Fakten und Meinungen

Fakt ist:

Die Polizei rät NICHT, sich misshandeln oder töten zu lassen. Die Aussage stimmt also so NICHT. (Denn diese Worte sind im Originalbeitrag der Polizei nicht enthalten.)

Meinung ist:

Mit der Aussage der Polizei, dass man nur Widerstand leisten soll, wenn man sich dem Täter gegenüber körperlich überlegen fühlt, könnte gemeint sein, dass die Polizei möchte, dass man sich misshandeln oder gar töten lassen soll.

An diesem Beispiel sieht man schön, dass die Interpretation einer Aussage persönlich sehr unterschiedlich ausfallen kann. Eine Meinung spiegelt jedoch noch lange nicht die Wahrheit wider.

Vom moralischen Standpunkt aus betrachtet haben wir zum Beispiel auch eine eigene Meinung diesbezüglich, nämlich dass die Polizei damit sagen wollte, dass man sich mit “wilder Fuchtelei” und Gegenwehr noch mehr in Gefahr bringt. Und hier gehen wir sogar konform mit der Autorin, dass man durchaus auf sich aufmerksam machen sollte, indem man um Hilfe ruft. (!!!) Es könnte aber mehr schaden, wenn man als untrainierter Couch-Potatoe den Täter noch dazu provozieren würde, härter auf einen einzuschlagen … aber das ist wieder nur unsere Meinung.

Ergebnis:

Die Polizei hat mit keinem Wort geschrieben, dass man sich misshandeln oder töten lassen soll.

An und für sich haben wir ja alle die Aufgabe, für uns selbst Verantwortung zu übernehmen, indem wir natürlich auch Fakten, aber vor allem Meinungen hinterfragen und lernen, “Gut von Böse” zu unterscheiden.

Im Grunde können wir nur für uns entscheiden, ob wir etwas glauben wollen oder nicht.

Dabei kann es uns natürlich helfen, Fakten zuerst nüchtern zu betrachten und sich dann erst eine Meinung zu bilden. (Zuerst denken, dann XYZ.)

Trotzdem muss man sich im Klaren darüber sein, dass Fakten nun mal Fakten sind und Meinungen, Meinungen. Betrachtet man die Aussagen der Polizei nüchtern, dann haben sie natürlich mit keinem Wort gesagt, dass man sich misshandeln oder töten lassen, sondern sich selbst einschätzen lernen sollte, ob man in einer Gefahrensituation als Sieger hervorgehen kann.

Wer dies als Aufhänger für seine Zwecke verdreht, den sollte man genauer unter die Lupe nehmen und sich selbst fragen, ob man mit diesen Werten mitziehen möchte.