Kannst du uns einen kleinen Gefallen tun? Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und hilfreich findet, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama.at auch weiterhin geben. Folgende Möglichkeiten bieten wir an: via PayPal,via Steady, via Banküberweisung

Sind Schmerztabletten mit einem lebensgefährlichen Virus verseucht? In den Sozialen Netzwerken, aber auch über Messenger werden Warnungen bezüglich des Schmerzmittels verbreitet. Zu dieser Warnung gehören ein paar Bilder, welche die Erkrankungen visualisieren sollen.

- Sponsorenliebe | Werbung -

Seit Anfang des Jahres gibt es immer wieder Behauptungen, dass Schmerzmitteltabletten mit dem Wirkstoff Paracetamol mit dem Machupo-Virus verseucht sind, das das lebensgefährliche bolivianische hämorrhagische Fieber auslöst. Die betroffenen Tabletten sollen besonders glänzend sein und mit der Kennung P/500 versehen sein. Entsprechende Warnungen gab es zunächst im asiatischen Raum, wurden aber auch in spanisch sprechenden Ländern verbreitet – oft bebildert mit Fotos von angeblich Erkrankten.

Mehrere Faktchecker haben die Behauptung bereits widerlegt, unter anderen snopes.com (snopes.com ) und Hoax Slayer (http://www.hoax-slayer.net). So spricht allein schon der Infektionsweg des bolivianischen hämorrhagischen Fieber dagegen: Die Krankheit wird durch vornehmlich durch Insekten und Nagetiere sowie durch ihre Ausscheidungen, manchmal auch von Mensch zu Mensch übertragen (web.stanford.edu).

Eine Ausbreitung über Medikamente ist fast unmöglich: Das Virus würde den Kontakt mit den bei der Synthese von Paracetamol verwendeten Chemikalien und den dafür notwendigen Temperaturen nicht überstehen. Selbst wenn die Tabletten nachträglich kontaminiert werden, könnten die Viren nicht lange auf ihnen überleben (http://www.phac-aspc.gc.ca/…/res/psds-ftss/machupo-eng.php).

Bei der Weltgesundheitsorganisation gibt es keine Meldungen über ein aktuelles Vorkommen der Krankheit. Frühere Meldungen beziehen sich ausschließlich auf Südamerika – aus anderen Erdteilen, insbesondere Asien, sind keine Ausbrüche dokumentiert (scmp.com).
Die Warnung ist also – wie so oft – ein Spiel mit der Angst. Durch Filme wie „Outbreak“ oder die Ebola-Epidemie sind hämorrhagische Fieber ins Bewusstsein der Menschen gelangt. Paracetamol gehört zu den weltweit am häufigsten verwendeten Medikamenten, insbesondere im asiatischen Raum. Dort gibt es auch oft Arzneimittelfälschungen. Die oft tödliche Seuche und das Heilmittel eigenen sich also bestens, um sie zur Panikmache zu missbrauchen.

Autor: Wulf Rohwedder, mimikama.at

-Mimikama unterstützen-

Weil du diesen Bericht zu Ende gelesen hast…

Kannst du uns bitte einen kleinen Gefallen tun? Mehr Menschen denn je lesen die Artikel von mimikama.at, aber die Werbeerträge sinken rapide. Anders als andere Organisationen haben wir keine “Pay-Wall” eingerichtet, denn wir möchten unsere Inhalte für alle Interessierten so offen wie möglich halten. Der unabhängige Enthüllungsjournalismus von mimikama.at bedeutet jedoch harte Arbeit, er kostet eine Menge Zeit und auch Geld. Aber wir tun es, weil es wichtig und richtig ist, in Zeiten wie diesen Internetnutzer mit transparenten Informationen zu versorgen. Wir hoffen, dass du es schätzt, dass es keine Bezahlschranke gibt: Unserer Auffassung nach ist es demokratischer für Medien, für alle zugänglich zu sein und nicht nur für ein paar wenige, die sich dieses "Gut" leisten können. Durch deine Unterstützung bekommen auch jene einen Zugang zu diesen Informationen, die es sich sonst nicht leisten könnten. Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und mag, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama.at auch weiterhin geben.

Folgende Unterstützungsmöglichkeiten bieten wir an: via PayPal,via Steady