Der Fake-Shop “euvibram.online” lockt mit Zehenschuhe der Marke “Vibram”
Der Fake-Shop “euvibram.online” lockt mit Zehenschuhe der Marke “Vibram”
Kannst du uns einen kleinen Gefallen tun? Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und hilfreich findet, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama.at auch weiterhin geben. Folgende Möglichkeiten bieten wir an: via PayPal,via Steady, via Banküberweisung

“Buy 1, get 1 free; buy 2, get 2 free + free shipping “ – zu schön um wahr  zu sein? Ist es auch.

- Sponsorenliebe | Werbung -

Fake-Shops tauchen immer wieder auf. Zum Teil sind diese bereits wirklich gut gemacht, indem die Internetpräsenz bis ins kleinste Detail kopiert wird. Es gibt aber auch Webseiten da weiß man sofort: Hier ist etwas im Busch.

Wenn zum Beispiel normalerweise hochpreisige Markenprodukte durchgehend zu Dumpingpreisen angeboten werden, sollte man sich fragen, ob es hier mit rechten Dingen zugeht.

Auf der Webseite “euvibram.online” ist genau dies der Fall.

Zehenschuhe der Marke Vibram bekommt man eigentlich so zwischen 90 und 200 Euro. Einen solchen Schuh um 19 Euro zu kaufen und dann noch ein Paar gratis dazu? Dafür braucht man schon reichlich Fantasie.

image

Auch schaffen es diese Betrüger selten, ein transparentes, aussagekräftiges Impressum zu hinterlegen. Entweder sie klauen sich verschiedene Daten zusammen und basteln sich etwas, oder – wie in den meisten Fällen – es ist schlicht und ergreifend einfach nicht vorhanden.

image

Unter “About us” findet man lediglich eine Reihe an Vorteilen aufgelistet, die wohl das Vertrauen in die Betreiber stärken soll, aber: kein Name, keine Adresse – ein anonymer Verkäufer also.

Vom Datenschutz gar nicht erst anzufangen! So heißt es auf der Startseite unter dem Punkt „About Us“:

Wir sammeln keine personenbezogenen Daten (z.B. Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse), die hier auch als „persönliche Daten“ bezeichnet werden, über Sie, sofern Sie uns diese nicht freiwillig zur Verfügung stellen.

(*Übersetzung mit DeepL Übersetzer)

Zur Bestellung ist ein Konto notwendig. Für dieses muss man sich registrieren. Von dem neuen DSGVO haben die Köpfe hinter dieser „professionellen“ Webseite wohl noch nichts gehört. Zumindest lässt sich keine Einverständniserklärung auf der Seite finden.

Es wird also immer offensichtlicher, dass die Betreiber hier kein ehrliches Geschäft machen wollen.

Auch „die meist beliebteste Zahlungsmethode“ in Form von Kreditkartenzahlung riecht förmlich nach Vorkassen-Betrug oder Zahlungsinformations-Phishing.

Die Verbraucherzentrale NRW und das Landeskriminalamt (LKA) NRW haben eine Infoliste zum Thema Fakeshops erstellt, die wir hier gerne teilen:

Untrügliche Erkennungszeichen: Fehlanzeige

  • Ob es bei den Angeboten im Online-Handel immer mit rechten Dingen zugeht, ist selbst für Experten kaum auf den ersten Blick erkennbar. Internet-Fälscher, die Kunden nur ans Geld wollen, gehen bei ihren Fakes immer perfekter und perfider ans Werk: Durch das Kopieren oder Fälschen von Produktbildern und Informationen aus realen Internetseiten wirkt ein Fake-Shop im Internet oftmals täuschend echt. Um Seriosität vorzugaukeln, sind das Impressum mit der Händleradresse oder die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) ebenfalls von anderen Seiten abgekupfert beziehungsweise frei erfunden.

Alle Angaben prüfen

  • Käufer sollten vor einer Bestellung folgende Punkte in einem Internet-Shop genau checken: Gibt es mehrere – darunter auch kundenfreundliche – Zahlungsarten und eine überprüfbare Anbieteradresse im Impressum? Werden Angebot und Preis mit allen erforderlichen Details – etwa der Beschaffenheit des Produkts – angegeben? Werden Lieferbedingungen und –kosten ausreichend dargestellt? Sind Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) und darin Hinweise zum Widerruf vorhanden? Wird mit einem vertrauenswürdigen Gütesiegel wie „Trusted Shop Guarantee“ (Trusted Shops), „[email protected]“ (TÜV Süd) und „Geprüfter Onlineshop EHI“ (EHI Retail Institute GmbH) geworben? Eine zuverlässige Orientierung bieten solche Siegel jedoch nur, indem man auf das Logo klickt und dadurch auf die Homepage des Prüfunternehmens weitergeleitet wird.

Vorsicht bei Vorkasse

  • Kunden werden bis zum Drücken des Kaufbuttons mehrere – auch kundenfreundliche – Zahlungsweisen angeboten. Sind sie bei der Kasse angelangt, haben Kunden plötzlich keine Wahl mehr: Dort wird nur noch eine umgehende Überweisung des geforderten Betrags verlangt. Auf der sicheren Seite sind Kunden, wenn sie Artikel nur bei Online-Händlern ordern, die mehrere kundenfreundliche Zahlungsarten bis zum Klick auf den Kauf-Button zur Verfügung stellen. Sicher sind Zahlungen auf Rechnung oder per Lastschrift. Bei der Zahlung auf Rechnung müssen Kunden erst bezahlen, wenn sie die Ware erhalten haben. Bei Zahlung per Lastschrift kann die Zahlung noch bis zu acht Wochen rückgängig gemacht werden.

Fälscher zocken unerkannt ab

  • Wenden sich Reingefallene über die angegebenen Kontaktdaten an das Unternehmen, um die richtige Ware oder ihr gezahltes Geld zurück zu erhalten, werden sie immer wieder vertröstet. Briefe mit Rückzahlungsaufforderungen kommen als unzustellbar zurück oder bleiben unbeantwortet. In den meisten Fällen sind Betroffene um eine schlechte Erfahrung reicher, aber haben das Nachsehen.

Fake-Shop-Opfer sind nicht wehrlos

  • Wer schon Geld überwiesen hat, sollte umgehend seine Bank auffordern, die Zahlung rückgängig zu machen. Wenige Stunden nach einer Onlinebestellung ist dies oft noch möglich. Bei anderen Zahlungsarten kann eine Zahlung noch bis zu acht Wochen nach Einzug rückgängig gemacht werden. Inwieweit dies gilt, weiß die Bank. Grundsätzlich sollten sämtliche Belege von Online-Bestellungen gesammelt und gesichert werden. Dazu gehören Kaufvertrag, Bestellbestätigung, E-Mails und ein Screenshot des Angebots.

Betroffene können die ausgedruckten Unterlagen in der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale NRW prüfen lassen und Strafanzeige bei der Polizei stellen.

Tipps via Verbraucherzentrale NRW

Ergebnis:

Durchgehende Dumpingpreise von Markenware, keine Ansprechperson bzw. anonymes Kontaktformular, nur eine einzige Zahlungsmethode sowie allgemein spärliche Auskünfte über die Produkte selbst und dem Unternehmen: hier wird der Name “Vibram” missbräuchlich verwendet.

Sei es, ob die Ware niemals ankommt und das Geld ist weg oder das Sammeln von persönlichen Daten – wir können diesen Online-Shop keines guten Gewissens weiterempfehlen.

Das hier ist ein Fake-Shop! Finger weg!

-Mimikama unterstützen-

Weil du diesen Bericht zu Ende gelesen hast…

Kannst du uns bitte einen kleinen Gefallen tun? Mehr Menschen denn je lesen die Artikel von mimikama.at, aber die Werbeerträge sinken rapide. Anders als andere Organisationen haben wir keine “Pay-Wall” eingerichtet, denn wir möchten unsere Inhalte für alle Interessierten so offen wie möglich halten. Der unabhängige Enthüllungsjournalismus von mimikama.at bedeutet jedoch harte Arbeit, er kostet eine Menge Zeit und auch Geld. Aber wir tun es, weil es wichtig und richtig ist, in Zeiten wie diesen Internetnutzer mit transparenten Informationen zu versorgen. Wir hoffen, dass du es schätzt, dass es keine Bezahlschranke gibt: Unserer Auffassung nach ist es demokratischer für Medien, für alle zugänglich zu sein und nicht nur für ein paar wenige, die sich dieses "Gut" leisten können. Durch deine Unterstützung bekommen auch jene einen Zugang zu diesen Informationen, die es sich sonst nicht leisten könnten. Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und mag, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama.at auch weiterhin geben.

Folgende Unterstützungsmöglichkeiten bieten wir an: via PayPal,via Steady