Fake-News zur Nationalratswahl 2019

Fake-News zur Nationalratswahl 2019

Von | 4. September 2019, 19:13

Eine Beeinflussung der Nationalratswahl 2019 durch Fake News und Manipulationen dürfte langsam Fahrt aufgenommen haben.

In Österreich steht die Nationalratswahl 2019 vor der Tür und auch auf Facebook und Co. versuchen Parteien Stimmen zu gewinnen. Im Netz sind aber auch Nutzer unterwegs, die mit Fake News Wähler manipulieren wollen. Im Moment hat man es auf Pamela Rendi-Wagner, die Spitzenkandidatin der SPÖ, abgesehen.

Im Laufe des heutigen Tages haben wir immer wieder die selben Bilder bzw. Statusbeiträge zur Prüfung vorgelegt bekommen. Eine Recherche ergab, dass es sich hierbei um manipulierte Bilder handelt, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit von den „Gesponserten“ Statusbeiträgen der SPÖ entnommen und für Falschaussagen missbraucht wurden.

Wir haben die an uns herangetragenen Screenshots mit den Kampagnen der SPÖ verglichen. Diese Originalbilder kann man in der Werbebibliothek einsehen (hier). Dort findet man entsprechend auch die Vorlagen für die manipulierten Bilder.

Wir haben beide manipulierten Bilder den Originalen gegenüber gestellt, damit man hier direkt einen Vergleich ziehen kann. Auf der linken Seite befindet sich die Fälschung, auf der rechten Seite dss Original. Die Manipulation betrifft die Aussagen in den grauen Infokästen am linken und rechten unteren Bildrand über dem Hashtag #gemeinsam

Links die Fälschungen und rechts die Originale

Links die Fälschungen und rechts die Originale

Links die Fälschungen und rechts die Originale

So hilfst Du Dir: Fake-News erkennen!

Falschmeldungen, die sich als News ausgeben, kann man grundsätzlich mit ein paar Handgriffen schon selbst enttarnen. Man muss zunächst zumindest nach erweckter Skepsis sich die richtigen Fragen stellen und ein paar Griffe anwenden.

Du hast einen Fake zur Nationalratswahl 2019 im Internet gefunden und möchtest diesen prüfen lassen? Dann sende uns deine Informationen über unser Kontaktformular

1. Kenne dich selbst!

Im Umgang mit Informationen im Netz ist es besonders wichtig, sich selbst, das eigene Medienverhalten und die eigene Erwartungshaltung zu kennen. Wie rezipiert man selbst Inhalte? Ist man in der Lage, auch unangenehme Standpunkte oder Fakten zu akzeptieren? Vor allem: Welche Art von Medien wähle ich für mich in meinem täglichen Konsum?

2. Überspitzte Darstellung

Jetzt geht es um den Inhalt selbst. Es ist wichtig, eine Art Bewusstsein dafür zu haben, wann ein Inhalt falsch, verändert oder tendenziös dargestellt ist. Wenn man diverse Narrative kennt, ist das in diesem Bereich recht hilfreich.

Ein überspitzte Darstellung eines Inhaltes unter Auslassung von umsichtigen Erklärungen sollte ein erstes Alarmsignal sein. Viel Meinung, wenig Inhalt, eine kaum belastbare Quelle, wenn überhaupt vorhanden, sowie stark verkürzte und nahezu auf Schlagzeilen komprimierte Darstellungen sollten mit Vorsicht genossen werden.

3. Wer schreibt überhaupt?

Sieh dir das Profil genau an. In wenigen Sekunden kann man eigentlich erkennen in welche Richtung ein politisches Profil geht und was man damit bezwecken möchte. Schaue in das Impressum einer Webseite oder eines Blogs. Hast Du es mit transparenten und seriösen Angaben zu tun oder eher einer wahllosen und nicht nachvollziehbaren Adressangabe eines Postfaches in Mittelamerika? Oder ist vielleicht sogar gar kein Impressum vorhanden? Nicht vorhandene Ansprechstellen sind eher kritisch einzuordnen. Ebenso gilt es zu differenzieren: handelt es sich um einen Meinungsblog oder eine seriöse Presseseite?

4. Inhaltlicher Gegencheck

Finden sich diese Inhalte auf anderen Medienportalen ebenso? Hier hilft eine Google-Suche unter dem News-Reiter. Wurde dieses Thema von verschiedenen Journalisten jeweils behandelt oder findet sich lediglich ein reines Copy&Paste durch anonym betriebene Blogs wieder? Trage Teile der Schlagzeile in die Google Suchzeile ein, ein oftmals gleicher Wortlaut der Meldungen weist auf unreflektierte Kopien hin.

5. Bildercheck

Verrückte Situationen mit harten Bildern: gehört das Bild zu einer Geschichte oder gar die Geschichte zu einem Bild? Sehr verbreitet ist der “Hybrid-Fake”, bei dem entweder das Bild eine reale Situation zeigt, der dazu gehörige Text  jedoch falsch ist, oder aber ein Textinhalt korrekt ist, jedoch bildlich falsch in Szene gesetzt wird. Hier hilft eine Rückwärtssuche für Bilder. Tipp für Fortgeschrittene: Rückwärtssuchen über Google oder TinEye Reverse Image Search werfen zuweilen kein Ergebnis aus, weil sie ein Bild nicht kennen oder gar nicht im Index aufgenommen haben. Hier kann die Bildersuche über Yandex zuweilen erstaunliche Ergebnisse liefern.

4b & 5b. Filter in Suchmaschinen nutzen

Grenze die Suche ein! Wenn Du bemerkst dass ein Ergebnis offensichtlich doch nicht so  brandneu ist, wie es Dir eine Webseite verkaufen möchte, dann wende im Schachtelprinzip beispielsweise den Zeitfilter an. Filtere Suchergebnisse nach ihrem Erscheinungszeitraum und finde dadurch heraus, wann eine Meldung beispielsweise das erste Mal veröffentlicht wurde.

6. Ja, wir haben eine Suchmaschine!

Ein bequemer Weg unter der Voraussetzung, dass ein bestimmtes Thema bereits bei uns behandelt wurde, ist unsere Suchmaschine! Unter http://hoaxsearch.com/ kannst Du mit Suchbegriffen auf klassische Weise nach Falschmeldungen suchen. Sollte sich hier unter Anwendung verschiedener Suchbegriffe kein Ergebnis zeigen, dann ist eine direkte Anfrage über unser Kontaktformular möglich.

7. So erkennst du Fake-News

Die Stiftung neue Verantwortung hat übrigens sehr anschaulich dargestellt, ab wann Inhalte echte Falschmeldungen sind und wo die Grenzen liegen. Grafik aus: Measuring Fake News: Die Methode / Stiftung Neue Verantwortung

Mit freundlicher Erlaubnis durch Stiftung neue Verantwortung

Mit freundlicher Erlaubnis der Stiftung neue Verantwortung

Quelle: Facebook / Werbebibliothek SPÖ
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