Fake-Gewinnspiel: Es gibt keine Europa Park Freikarten zu gewinnen!
Fake-Gewinnspiel: Es gibt keine Europa Park Freikarten zu gewinnen!
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Europa Park verlost KEINE Freikarten für 300 Familien!

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Hinweis: Europa Park steht in keiner Verbindung zu diesem Gewinnspiel!

Die Anfragen zu dem Europa-Park Gewinnspiel nehmen kein Ende. Noch immer wird aktuell dieser Fake geteilt:

Momentan im Umlauf: Fake-Gewinnspiel, das mit Freikarten für den Europa Park lockt. / Screenshot by mimikama.at
Momentan im Umlauf: Fake-Gewinnspiel, das mit Freikarten für den Europa Park lockt. / Screenshot by mimikama.at

Versprochen werden hier je 4 Freikarten für 300 Familien zum 42-jährigen Jubiläum.

Auch wenn der Europa Park am 12. Juli 1975 eröffnet wurde, wird dieses Argument nur als Lockmittel benutzt, um Nutzer in die Falle zu locken.

Folgt man dem Link, öffnet sich eine Webseite, die sich als eine Art Quiz darstellt. Auch wenn diese Webseite das Logo des Europa Park verwendet, gehört sie nicht zum offiziellen Auftritt des Freizeitparks.

Es ist egal, welche Antworten man auswählt, am Ende erscheint immer eine Gewinnbestätigung. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Dieses Gewinnversprechen bildet die Brücke zum eigentlichen Ziel, das rein gar nichts mehr mit dem Gewinn von Freikarten zu tun hat.

Klickt man auf das Gewinnspiel, gelangt man auf eine gefälschte Europa Park-Seite. / Screenshot by mimikama.at
Klickt man auf das Gewinnspiel, gelangt man auf eine gefälschte Europa Park-Seite. / Screenshot by mimikama.at

Damit die Betrüger an möglichst viele potentielle Klick-Opfer gelangen, soll man das falsche Gewinnspiel auf Facebook teilen. So entstehen die angefragten Statusbeiträge auf Facebook. Optional ist dieser Schritt nicht.

Befolgt man schlussendlich Schritt 2 und klickt auf den Like-Button, wird man auf eine so genannte Affiliate-Seite weitergeleitet.

Dieses Affiliate selbst ist natürlich nicht illegal, jedoch steht es weder in einem Zusammenhang mit dem vorher versprochenen Gewinn, noch an dieser Stelle mit Europa Park. Es handelt sich vielmehr um ein Provisionsprogramm und hier bekommt derjenige eine Provision, der den Link in seiner Webseite eingebaut hat und auf dieses Gewinnspiel weiterleitet.

Das ist auch der Grund, warum derartige Fake-Gewinnspiele konstruiert werden: Es geht darum, Werbung anzuzeigen bzw. Werbelinks glaubhaft und wirksam einzubauen. Dem Verfasser der Fake-Gewinnspiels ist es somit schlichtweg egal, ob der eigene Inhalt korrekt ist.

Fake-Gewinnspiele

Diese Art von Fake-Gewinnspiel findet man massenhaft auf Facebook oder WhatsApp. Sie sind nach diesem Muster gestrickt:

1. Der Köder

Dieser Köder taucht zumeist in Form einer Statusmeldung auf Facebook, einer WhatsApp Nachricht oder in seltenen Fällen auch als Instagram-Meldung auf. Diese Köder sind in ihrer Art alle identisch: Sie gaukeln einen Gewinn vor, den man im Grunde schon bereits in der Tasche hat. Sie verlocken mit der Leichtigkeit der Teilnahme und leiten auf eine Webseite. Es handelt sich hierbei um den Köder. Der Köder ist der virale Einstieg in den Gewinnspielablauf.

2. Vorwand Quizrunde

Schritt zwei stellt meist eine Webseite dar, die sich als ein vermeintliches Gewinnspiel mit einer Fragerunde ausgibt. Diese Fragerunde ist nicht zwingend immer vorzufinden, da sie zum einen irrelevant ist und auch nur ein Gewinnspiels vortäuschen soll. Wir nennen diesen Schritt zwei auch die Brücke.

Die Brücke zeigt sich in Form eines Fake- Gewinnspiels, in dieser Brücke wird einem zumeist der Gewinn direkt versprochen, es wird getäuscht und mit gefälschten Elementen gearbeitet. Diese Brücke ist letztendlich auch eine illegale Komponente, da die gegebenen Versprechen nicht eingehalten werden und der Aufbau sowie die Darstellung sich geschützter grafischer Elemente bedient. Das Corporate Design bestehender Firmen und deren Produkte werden gnadenlos ausgenutzt, auf der Brücke gibt man sich auch gerne als die dargestellte Firma aus. Ziel der Brücke:

a) Viralität erzeugen (Beispiel: Leite dieses Gewinnspiel an 20 Kontakte weiter!)
b) Ein Link wird eingebaut, der zu dem vermeintlichen Gewinn führen soll.

3. Das Affiliate Programm

Den dritten und abschließenden Schritt stellt ein sogenanntes Affiliate Programm dar. Man verlässt die Brücke über einen Link, der einen Partnercode beinhaltet, welcher zu einem Provisionsprogramm gehört. Es handelt sich hierbei um ein Affiliate, welches nach Möglichkeit inhaltlich mit dem in der Brücke verlaufenen Fake-Gewinnspiel korreliert. Wir nennen diese abschließende Verlinkung den Ausgang. Merke: Der Ausgang selbst, also die Affiliates, auf die verlinkt wird, ist nicht illegal!

Es handelt sich dabei um Geschäftsmodelle, bei denen der jeweilige Anbieter solcher Programme seine Vertriebspartner durch Provisionen vergütet. Diese Vertriebspartner werden vom Anbieter durch einen Identifikationscode erkannt, so dass jeder neu registrierte Teilnehmer an dem Affiliate Gewinnspiel auch dem Vertriebspartner zugeordnet werden kann. Derjenige, der die Brücke gestaltet, entscheidet übrigens beliebig, welches Partnerprogramm er als Ausgang benutzt. Häufig finden wir auch Systeme vor, welche die Herkunft und die Geräteangaben des Teilnehmers auslesen und somit spezifisch auf unterschiedliche Provisionsprogramme leiten.

Daher kann man nie eindeutig sagen, welches Provisionsprogramm am Ende aufgerufen wird, im schlimmsten Fall landet man auf dubiosen WAP-Billing Geschichten oder undurchsichtigen Abo-Serviceleistungen.

So sind Fake-Gewinnspiele aufgebaut. / Grafik by mimikama.at
So sind Fake-Gewinnspiele aufgebaut. / Grafik by mimikama.at

Ergebnis:

Es gibt keine Europa Park Freikarten zu gewinnen. Nutzer werden in die Irre geführt!

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