Allein „Kinder testen” geht mal gar nicht.

- Sponsorenliebe | Werbung -

Doch die Facebookseite „Kinder und Ferrero testen“ wirbt damit, dass Kinder angeblich Produkttester suche, um neue Produkte des Unternehmens Ferrero zu testen. Man solle sich doch ein Testpaket sichern. Hier lautet es:

ACHTUNG!  Haben Sie von den neuen Ferreroprodukten gehört? Wir suchen nach Fans von Schokolade und Ferreroprodukten, die sie vor Weihnachten testen! Holen Sie sich Ihr Testerpaket und teilen Sie uns Ihre Meinung mit

Optisch werden potentielle Tester mit einem hellen Nutella angelockt, die Facebookseite „Kinder und Ferrero testen” nutzt das Corporate Design von Kinder (Ferrero).

image

Der Ablauf

Die vermeintliche Hoffnung auf den Produkttest wird zunächst mit vier unsinnigen Fragen geschürt, die Antworten darauf sind für den weiteren Ablauf jedoch irrelevant (Frage nach Geschlecht, Alter, wie oft man kocht, bevorzugte Kommunikationsart). Es spielt keine Rolle, was man hier anklickt, als Ergebnis erscheint immer, dass man für einen Produkttest qualifiziert ist.

image

Was jedoch danach kommt, hat rein gar nichts mehr mit einem Produkttest zu tun. An dieser Stelle wird deutlich, dass es sich lediglich um einen Lockvogel handelt, denn der Besucher wird auf Affiliate-Gewinnspiele geleitet.

Besonders absurd dabei: In unserem Testfall (wohlgemerkt mit österreichischer IP-Adresse) werden wir auf ein Somat-Probierpaket Gewinnspiel geleitet (Anmerkung: Somat hat mit diesem Gewinnspiel NICHTS zu tun). Besucher mit einer deutschen IP-Adresse bekommen jedoch ein Affiliate-Gewinnspiel um ein Nutella-Probierpaket angezeigt (Anmerkung: Ferrero hat mit diesem Gewinnspiel nichts zu tun).

image

Affiliate-Programme

So wie an vielen anderen Stellen handelt es sich auch bei diesem angeblichen Ferrero-Produkttest um nichts anderes als einen Lockversuch in ein Affiliate, also in ein Partnerprogramm, für das die Person, die dieses Gewinnspiel eingebaut hat, eine Provision für jeden neu registrierten Teilnehmer bekommt.

Diese Gewinnspiele sind am Ende jedoch nichts anderes als Adresshandel. Es geht um “Lead-Generierung” also um die Erstellung vollständiger und korrekter Datensätze, welche zu Werbezwecken verkauft werden. Insofern kann man sich recht schnell selbst verdeutlichen, wie niedrig die potentielle Gewinnmöglichkeit ausfällt.

Und das „weiße” Nutella?

Wer durch das Teaserbild der Facebookseite Lust auf ein weißes Nutella bekommen hat, dürfte an dieser Stelle enttäuscht sein (böses Mimnikamera!). Es gibt einen Grund, warum das Bild im Teaser beschnitten ist, denn das Originalbild ist ein Meme, welches beispielsweise auf Webseiten wie 9gag.com erschienen ist:

-Mimikama unterstützen-

Weil du diesen Bericht zu Ende gelesen hast…

Kannst du uns bitte einen kleinen Gefallen tun? Mehr Menschen denn je lesen die Artikel von mimikama.at, aber die Werbeerträge sinken rapide. Anders als andere Organisationen haben wir keine “Pay-Wall” eingerichtet, denn wir möchten unsere Inhalte für alle Interessierten so offen wie möglich halten. Der unabhängige Enthüllungsjournalismus von mimikama.at bedeutet jedoch harte Arbeit, er kostet eine Menge Zeit und auch Geld. Aber wir tun es, weil es wichtig und richtig ist, in Zeiten wie diesen Internetnutzer mit transparenten Informationen zu versorgen. Wir hoffen, dass du es schätzt, dass es keine Bezahlschranke gibt: Unserer Auffassung nach ist es demokratischer für Medien, für alle zugänglich zu sein und nicht nur für ein paar wenige, die sich dieses "Gut" leisten können. Durch deine Unterstützung bekommen auch jene einen Zugang zu diesen Informationen, die es sich sonst nicht leisten könnten. Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und mag, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama.at auch weiterhin geben.

Folgende Unterstützungsmöglichkeiten bieten wir an: via PayPal,via Steady