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Diese Statusmeldung lässt die Debatte um das dänische Hundegesetz erneut aufleben: auf Facebook wird aktuell ein Text auf sowohl deutsch, als auch dänisch verteilt, der über die Einschläferung zweier Hunde berichtet.

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An dieser Stelle konnten wir noch keine behördlichen Mitteilungen oder Pressetexte aus Dänemark finden, die sich auf diesen Inhalt beziehen. Daher beschreiben wir zunächst die Statusmeldungen auf Facebook.

Am 24. März 2017 erschien auf einem dänischen Privatprofil mit einem öffentlichen Status die Meldung, dass die Hunde des Verfassers von der Polizei abgeholt wurden. Hier liest man, dass der Verfasser nach einem bestimmten Zeugen sucht und daher die Meldung geteilt werden soll:

DEL DEL DEL GERNE…i går kom 5 betjente og hentede mine hunde, det var en episode d. 10 maj 2016, hvor mine hunde blev angrebet af en mindre hund ovre ved den første sø Sct.
(Inhaltlich: “Teilen Teilen Teilen bitte. Gestern kamen 5 Polizisten kamen und haben meine Hunde abgeholt, es ging dabei um einen Vorfall vom 10 Mai 2016, als meine Hunde von einem kleinen Hund an einem See angegriffen wurden.

In dem Text erfährt man nun, dass es eine Anzeige aufgrund des Vorfalls gekommen ist, in der es, eben diese zwei Hunde hätten den kleinen Hund angegriffen und der Besitzer hätte die Frau geschlagen. Das bestreitet der Verfasser der Statusmeldung jedoch und sucht nun nach einer dritten Person, die als Zeuge der Situation beiwohnte. So weit der Zeugenaufruf, der mehrere tausend Male geteilt wurde. Hierzu gibt es auch eine deutschsprachige Version, die mit dem Satz “2 Schäferhunde am 24.03.2017 in Dänemark nach dem Beissparagraphen des dänischen Hundegestzes beschlagnahmt.” eingeleitet wird..

Eingeschläfert

Am 28. März 2017 veröffentlichte Fair Dog.Dk – Deutsch auf der eigenen Facebookseite, dass die beiden Hunde nun eingeschläfert wurden. Diese Entscheidung wurde nach Angaben aus der Statusmeldung von dem Halter nach Beratung mit Fair Dog getroffen, da einer der beiden Hunde in Gefangenschaft krank wurde.

Fair Dog beschreibt den Vorfall:

Eingeschläfert 27.3.2017 🙁
Es war ein Fall vom Mai 2016, als ein kleiner Hund die beiden Hunde angriff.
Letzte Woche kamen dann 5 Polizeibeamte um die beiden Hunde zu beschlagnahmen, da der russische Besitzer der Polizei gesagt hatte, dass die beiden Hunde ihren kleinen Hund angegriffen hätten. Aber es gab einen Zeugen für diesen Vorfall, deshalb hat der Besitzer versucht den Zeugen durch Facebook zu finden https://www.facebook.com/Foreningen.Fairdog/posts/1443337622397565

Gestern wurde einer der Hunde im Shelter krank und die Polizei rief den Besitzer weil der Hund operiert werden müsste. Aber sie dachten auch, dass es eine Verschwendung wäre da die Hunde sowieso eingeschläfert werden würden. Die Hunde waren 10 Jahre alt und waren niemals vom Besitzer getrennt. Die Chance für sie, mehrere Monate bis Jahre in einem Shelter zu überleben, war nicht gut und eher gering. Zum einen wegen der Haltung und Versorgung der Hunde in den Sheltern und weil es auch in Beißvorfällen die umgekehrte Beweislast gibt. Ferner arbeitet die dänische Polizei in diesen Fällen sehr langsam, wie die Erfahrung zeigt. Der Halter hat sich mit Fair Dog Dänemark beraten und gestern selbst entschieden beide Hunde auf der Polizeistation einschläfern zu lassen, damit ihnen dieses Leid in den letzten Lebensjahren erspart bleibt. Unsere Vorsitzende hatte die beiden Hunde vor vier Jahren kennen gelernt und beschreibt diese als sozial verträglich und gutmütig. Wieder mussten zwei Hunde auf Grund des dänischen Hundegesetzes und auf Grund von unbewiesenen Vermutungen sowie der Beweisumkehr ihr Leben lassen.

Wie immer erinnern wir daran, dass dieses Gesetz auch für deutsche Hundehalter gilt, die dort friedlich ihren Urlaub machen.
Quelle: https://www.facebook.com/photo.php…

Aus diesen Informationen resultieren nun zwei weitere Statusmeldungen, die häufig geteilt werden.

Der Nachruf

Bei diesen Statusmeldungen handelt es sich um eine Art Nachruf des Hundehalters für seine Hunde. Das Original ist auf dänisch verfasst, die andere (und wesentlich verbreitetere) Version gibt den Inhalt auf deutsch wieder. Die deutsche Version lautet an:

Die am 24.03.2017 in Dänemark beschlagnahmten Schäferhunde Gaius und Aldo wurden aufgrund es Beissparagraphen des dänischen Hundegesetzes getötet.

Nachdem Aldo und Gaius nun von der Reichspolizei zum Tode verurteilt wurden, gab der Halter der Hunde sein Einverständnis zur Hinrichtung.

Hier seine letzten Worte an seine Hunde:
„Mein Name ist Brian Birger Brusch Rohde ich richte das Wort an meine Hunde
Hey Gaius, Aldo, das war der letzte Weg, denn wir haben den Fall verloren.Ich danke Euch für die letzten 10 Jahre.

In der dänischen Statusmeldung lautet es:

Min navn er Brian Birger Brusch Rohde jeg giver lige ordet til mine hunde..Hej det er Gajus her, det var sidste vers vi tabte sagen og nu er vi i hundehimlen, vi siger tak for næste 10 år,

Temporäres Problem

An dieser Stelle müssen wir jedoch auf ein kleines zeitliches Problem der beiden Statusmeldungen aufmerksam machen, da die verlinkte dänische Statusmeldung am 28. März 2017 um 18:34 Uhr verfasst wurde, der deutschsprachige Statustext, der sich auf den dänischen Inhalt bezieht, jedoch bereits am 28. März 2017 um 14:57 Uhr erschienen ist.

Woran das genau liegt, ist bisher nicht bekannt. Letztendlich kann es auch ganz banal eine Wiederveröffentlichung sein oder der Text wurde bereits an einer anderen Stelle durch den Verfasser veröffentlicht.

Status: offen!

Wie bereits eingangs erwähnt, liegen uns noch keine behördlichen Mitteilungen oder Pressetexte aus Dänemark zu diesen Statusmeldungen vor. Wir verweisen in dieser brisanten Thematik jedoch auf zwei Gastartikel, die auf zwei verschiedene Weisen das dänische Hundegesetz beleuchten.

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