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Im Moment bekommen wir sehr viele Anfragen zu einem Schockvideo, das den Suizid eines jungen Mannes zeigt. Dieses Video tauchte schon 2010 auf und wurde vermehrt geteilt. Wir haben uns an die Analyse gemacht und die Hintergründe recherchiert.

Bei dem jungen Mann im roten T-Shirt handelt es sich um den damals 21 jährigen Schweden Marcus J., einem Studenten aus Järna (Stockholm), der unter dem Asperger-Syndrom, einer Form des Autismus, litt. Dabei handelt es sich um eine tiefgreifende Entwicklungsstörung, die sich vor allem durch Schwächen in den Bereichen der sozialen Interaktion und Kommunikation auszeichnet.

Demnach fällt es Menschen mit dem Asperper-Syndrom z.B. schwerer, soziale Kontakte zu knüpfen und Mimiken zu erkennen. Für Außenstehende gelten sie oft als sonderbar. Betroffene zeigen dafür jedoch häufig Inselbegabungen in anderen Bereichen.

Ein direkter Zusammenhang zwischen dem Asperger-Sydrom und suizidalem Verhalten ist nicht nachgewiesen.

Um diesen Beitrag auf Facebook geht es:

Facebook: Schockvideo, das den Suizid eines jungen Mannes zeigt.
Screenshot: Facebook

Marcus J. setzte seinem Leben live vor laufender Webcam ein Ende.

Marcus J. setzte seinem Leben live vor laufender Webcam ein Ende. Nach Einnahme einer Überdosis Tabletten erhängte er sich schließlich. Später eingetroffene Rettungskräfte und Polizei hatten keine Chance, ihn wieder zu beleben.

Die Hintergründe dieser Tat sind so traurig wie eindeutig. Bekannt ist, dass Markus J. sich einsam fühlte. Als Asperger-Sydrom-Betroffener fiel es ihm zudem schwer, sich in ein für Nichtbetroffene „übliches“ Sozialleben zu integrieren. Der Suizid erschien ihm als einzige Lösung, so schrieb er selbst in einem szenenbekannten Forum.

In eben diesem Forum machte er wohl auch mehrere Andeutungen für seine Tat, in denen zu lesen war, dass er sich vom Tod ein besseres Leben verspricht.

Die Forumsgemeinde versuchte zu trösten und zu helfen, jedoch vergeblich.

Markus J. hatte eine eigene Wohnung und machte auch einen Schulabschluss, war aber letztlich nicht mehr fähig sein Leben zufrieden zu führen.

Die Serverdaten lassen darauf schließen, dass der Selbstmord sehr geplant und überlegt durchgeführt wurde.

Ein Polizist berichtet:

Ich kann mich nicht erinnern, derartiges schon mal in Schweden erlebt zu haben.

Tatsächlich sind jedoch zwei ähnliche Fälle in Schweden bekannt.

Quellen:
http://en.wikinews.org/wiki/Swedish_man_uses_webcam_to_broadcast_suicide_live_on_internet
http://www.thelocal.se/20101012/29566

ZDDK-Gastautor Stefan Frerix

imageStefan Frerix, 34 Jahre, ledig. Arbeite seit 16 Jahren im Bereich der Software-Entwicklung.
Daneben widmet er seine Aufmerksamkeit allen Themen rund um die Kommunikation und Interaktion zwischen Mensch und Maschine.