Viele Nutzer sind nicht erfreut. / Artikelbild: TY Lim - Shutterstock.com
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Wer sich auf Facebook der 2-Faktoren-Authentifizierung bedient, muss seine Telefonnummer hinterlegen. Aber nutzt das Unternehmen diese auch für andere Zwecke?

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Wie Zeit Online Redakteurin Lisa Hegemann schreibt, ist das Thema im Moment wieder in aller Munde, nachdem kürzlich Tech-Unternehmer Jeremy Burge über die quasi „Zweckentfremdung“ der hinterlegten Telefonnummern twitterte:

So fordert Facebook seit Jahren den Nutzer immer wieder auf, seine Telefonnummer hinzuzufügen, um die Sicherheit des Kontos zu verbessern. Doch hat man seine Nummer hinterlegt, soll diese auch auf anderem Wege gefunden werden können und es gäbe keine Möglichkeit, dies zu unterbinden. Aber stimmt das denn auch?

Die Nummernsuche

Auch wir erhielten erneut Anfragen. Das Thema wird bei vielen Online-Medienstellen heiß diskutiert, obwohl bereits im Oktober 2018 bekannt wurde, dass Facebook eine hinterlegte Telefonnummer mit anderen zugehörigen Diensten verknüpfen kann und auch durchaus für Werbezwecke nutzt.

Der Social Media Gigant dementierte zu diesem Zeitpunkt, Daten zu nutzen, die man dem Konzern in dem Sinne gar nicht überlassen hatte.

Laut t3n und curved bestätigen nun aber einige Nutzer selbst, dass man mit, aber auch ohne Facebook-Konto eine hinterlegte Handynummer als Recherchegrundlage für Nutzerprofile verwenden kann.

Es ist kein Geheimnis, dass Facebook die Möglichkeit, Daten und Konten netzwerkübergreifend zusammenzuführen, äußerst attraktiv findet – also beispielsweise für Tochterkonzerne wie WhatsApp und Instagram.

Nutzer stoßen sich hierbei natürlich an der Tatsache, dass sie ihre Telefonnummer aus Sicherheitsgründen und zur Nutzung der Zwei-Faktor-Authentifizierung hinterlegt hatten und nicht dafür, dass sie darüber von Dritten gefunden werden können. Mediale Stimmen sehen hier einen Angriff auf die Privatsphäre des Nutzers zugunsten von mehr Sicherheit.

Dem Nutzer steht es zwar frei, seine Telefonnummer zu verbergen und die Nummernsuche nur Freunden oder Freunde von Freunden zu gestatten, jedoch wird im Rahmen einer Suche über den Abgleich einer Kontaktliste das Konto als Ergebnis angezeigt – auch wenn die Telefonnummer nicht explizit zu sehen ist.

Eine Suche über die Nummer kann der Nutzer also tatsächlich nicht gänzlich unterbinden.

Facebook zeigt sich zu diesem Thema recht nüchtern. Laut t3n „freut sich Facebook über das Feedback, das sie zu diesen Einstellungen erhalten haben und werden es berücksichtigen“.

Ergebnis:

Wer die Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzt, muss damit rechnen, dass Facebook die Telefonnummer auch für andere Zwecke einsetzt, wie zum Beispiel um Dienste zu verknüpfen oder um Werbung zu optimieren.

Laut Facebook via curved kann man statt der Handynummer für die 2-Faktor-Authentifizierung auch „Anmeldecodes von der Authentifizierungs-App eines Drittanbieters“ nutzen.

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