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Alternativer Titel: der größte Quatsch des Tags.

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Ein uralter Kettenbrief, getarnt als Pflichtbefehl von Facebook selbst, wird wieder verteilt. Facebook ist an seinen Grenzen gelangt und testet nun die Aktivität seiner Nutzer mit Hilfe eines Kettenbriefes. Man soll innerhalb von 2 Wochen nach Empfang diesen Kettenbrief an 15 weitere Personen senden, ansonsten sei der Account gesperrt. Der Kettenbrief lautet:

Ich soll das weiter geben Facebook- Nutzer. Dies ist eine Nachricht von Facebook: In letzter Zeit gab es viele Beschwerden an Facebook, dass es immer langsamer funktioniert. Die Ursache dafür sind erstens, dass Facebook immer mehr neue User bekommt und zweitens, dass viele User ihr Konto nicht mehr benutzen. Mit dieser Nachricht wollen wir herausfinden, ob du ein inaktiver User bist oder nicht. Du wirst deswegen gebeten, diese Nachricht an min. 15 deiner Freunde weiterzuschicken. Wer diese Nachricht nicht innerhalb von zwei Wochen weiterschickt, zeigt uns, das er sein Konto nicht mehr benutzt und sein Account wird gelöscht, um mehr Speicherplatz zu bekommen. Schicke diese Nachricht also an deine Freunde und bitte sie, diese ebenfalls weiterzuschicken, damit ihr Account erhalten bleibt schick des an 15 Freunde weiter sonst wird dein fb account gesperrt

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Die Kurzversion dieses Artikels endet dann hier [-> es handelt sich um einen Kettenbrief ohne Wahrheitsgehalt].

Aber dieser Kettenbrief birgt ja so viel Kopfschütteln, daher im direkten Anschluss ein Kommentar in Analyseform.

Sir, ja Sir!

„Ich soll das weiter geben Facebook- Nutzer.” Nicht allein, dass diesem Satz mindestens das Wörtchen „an” fehlt, noch dazu ist es eine überaus alberne Einleitungsformel. Als weiterleitende Person muss ich mir doch was dabei denken, wenn ich diesen Kettenbrief weiterleite, denn diese Floskel versetzt mich in die Form des agierenden. Ich soll etwas tun. Wurde beauftragt. Man hat den Kettenbrief ja nicht selbst erfunden, sondern ist lediglich in der Pflichterfüllungsposition, quasi wie ein braver Soldat, der die Befehle von General Facebook ausführt. Ohne zu denken.

Liest man nun weiter, kommt die nächste legendäre Stelle: „Dies ist eine Nachricht von Facebook”. Wirklich? Als ob Facebook nicht in der Lage wäre, Nutzer mit einer automatisch generierten Nachricht anzuschreiben, müssen nun die Nutzer aushelfen. Klar, ausgerechnet Facebook. Aber was an Sätzen auf diese Ansage folgt, ist eigentlich wahres Kettenbrief-Gold:

„In letzter Zeit gab es viele Beschwerden an Facebook, dass es immer langsamer funktioniert. Die Ursache dafür sind erstens, dass Facebook immer mehr neue User bekommt und zweitens, dass viele User ihr Konto nicht mehr benutzen.” Facebook funktioniert also immer langsamer und aufgrund der Nutzerbeschwerden handelt Facebook nun. Was ein social-media-romantisches Weltbild ist das denn? Ferner fehlt augenscheinlich ein Verständnis dafür, wie Facebooks Serverfarmen aussehen und welche Rechenpower dahintersteckt. Facebook wird nicht einfach mal so langsamer, nur weil ein paar Menschen einen neuen Account eröffnen. Man schaue sich einfach dazu mal ein paar Bilder einer Serverfarm an (Verweis) und dabei sollte man im Kopf behalten, dass Facebook bereits 2012 mehrere dieser Farmen betrieben hat (Verweis).

Aber lassen wir das und kommen zum nächsten gruseligen Satz: „Mit dieser Nachricht wollen wir herausfinden, ob du ein inaktiver User bist oder nicht.” Ist euch grammatikalisch etwas aufgefallen? Während am Anfang noch in der abweisenden dritten Person geschrieben wird („es funktioniert immer langsamer”), springt man nun in die direkte Anrede und der Kettenbrief wird aus der ersten Person heraus geschrieben. Man wird also persönlich. Aber das nur so nebenbei, denn dieser Satz ist ebenso eine Perle aus dem Bereich der Bullshitbehauptungen. Facebook setzt also einen Kettenbrief in die Welt, um herauszufinden, ob man ein inaktiver Nutzer ist. Liebe Freunde der guten Samstagabendunterhaltung: der Datengierschlund Facebook muss dafür keinen Kettenbrief schreiben, denn Facebook hat so viele Daten über uns, dass daraus bestimmt schon berechnet werden kann, ob ich am 07. Februar 2018 überhaupt Facebook nutzen werde und wenn ja, wie lange und zu welchen Uhrzeiten. Da kann man wohl von ausgehen.

„Du wirst deswegen gebeten, diese Nachricht an min. 15 deiner Freunde weiterzuschicken. Wer diese Nachricht nicht innerhalb von zwei Wochen weiterschickt, zeigt uns, das er sein Konto nicht mehr benutzt und sein Account wird gelöscht, um mehr Speicherplatz zu bekommen. “ Diese Aufforderung dürfte sich dementsprechend von selbst erledigt haben, wenn man die vorangegangenen Sätze verstanden hat. Es gibt keinerlei plausible Gründe, diesen Kettenbrief weiter zu senden, außer man möchte sich eine Runde vor seinen eigenen Freunden blamieren. Vielen Dank für´s Lesen!