In diesem Bericht geht es uns nicht um eine bestimmte Facebook-Vermisstenmeldung obwohl wir anhand einer hier unseren Bericht aufgebaut haben.

- Sponsorenliebe | Werbung -

Es geht uns darum aufzuzeigen, dass man Vermissten-Meldung unbedingt wieder entfernen soll, sobald die vermisste Person wieder zu Hause ist.

18.1.2014 / 2:39  Uhr Früh:

Eine Mutter bemerkt, dass Ihr Sohn nicht zu Hause ist. Sein Bett ist leer.

Was macht man in so einem Falle?

Wir denken, dass es das einfachste wäre Ihn mal anzurufen.

Was macht man wenn er nicht abhebt?

Man könnte auch den Freundeskreis seines Kindes anrufen und fragen ob sie vielleicht etwas wissen.
Man könnte sich selbst auch auf die Suche begeben und vielleicht diverse Orte abfahren wo man denkt, dass sich sein Kind da aufhalten könnte!
Auch der Weg zur Polizei wäre anzuraten, denn die Polizei hat Erfahrung auf diesem Gebiet und können hier sicher auch eine Auskunft erteilen, wie man sich nun verhalten soll.

ODER noch einfacher, man erstellt einen Facebook-Statusbeitrag denn das ist ja so einfach und man erreicht mehr Menschen als über diverse Telefonanrufe.

Also, Facebook öffnen und los geht es:

 image

Man schreibt :

Mein Sohn XXX ist spurlos verschwunden. Er wird schon mit der Schutzpolizei gesucht. Bitte helft mir und teilt dieses Bild so oft Ihr könnt. Vielen Dank

So und nun noch schnell ein Foto dazu, auf “Öffentlich” stellen damit es ja alle sehen und ab geht es –> Veröffentlichen

Und schon wird die Facebook-Maschinerie angeworfen.

Innerhalb von 47 Stunden über 38.000x geteilt! Nach 48 Stunden bereits 40.000x geteilt.

Es ist verständlich, dass besorgte Eltern jede Möglichkeit ausnutzen, damit Ihr Kind wieder gefunden wird. Aber die Frage ist wie man hier vorgeht!

Macht es wirklich Sinn so einen Statusbeitrag auf “Öffentlich” zu stellen?

Macht das TEILEN einen Sinn?

Die Frage ist aber was in jenen 40.000 Nutzern vorgeht, die so einen Statusbeitrag TEILEN?

  1. Merken sich diese Personen wirklich wie der Junge am Bild ausgesehen hat?
  2. Haben sie sich das Bild überhaupt angesehen?
  3. Drucken sie dieses Bild aus?
  4. Sucht der TEILER diese Person überhaupt bzw. halten diese Ihre Augen offen, wenn Sie durch die Straßen gehen?
  5. Die Frage ist auch WO soll man überhaupt nach dieser Person suchen denn im Statusbeitrag steht ja nicht WO er vermisst wurde.

Oder ist es vielleicht so, dass man nur “TEILT” und sich dann mit der Gefühl umgibt “Etwas gutes getan zu haben”?

18.1.2014 / 8:42 Uhr

Der Sohn ist noch immer nicht zu Hause, also am besten nochmals teilen. Sicher ist Sicher!

image

18.1.2014 / 10:08 Uhr

Na schau an, da ist er ja. Wo warst du denn mein Sohn?

Mögliche Antwort:

Ich habe bei einem Freund übernachtet. Sorry ich bin eingeschlafen und habe dich dadurch vergessen anzurufen.

Die Mutter wiederum verkündet die frohe Botschaft auf Facebook:

XXX ist wieder da. Ich bin so froh. Er hat bei einem Freund übernachtet. Ich danke Euch allen vielmals für Eure Mithilfe und weiß das sehr zu schätzen…

image

Vermissten-Meldung nach 48 Stunden: 41.000x geteilt
Entwarnung nach 48 Stunden: 463x geteilt 🙁

Wir haben in diesem Bericht bewusst auf den Namen verzichtet, denn der Sohn ist wieder zu Hause und darüber sind wir und auch die Mutter sehr froh.

Was die Ersteller aber immer wieder vergessen ist, dass sie den Statusbeitrag mit der Vermisstenmeldung löschen sollten!

Wir haben für diesen Bericht ca. 20 Minuten benötigt. In diese 20 Minuten wurde, der noch nicht entferne Statusbeitrag (die Vermisstenmeldung), wiederum 1.500 x geteilt.

Abgesehen von etlichen Kopien, die wahrscheinlich von vielen Nutzern erstellt wurden und daraus eigene Statusbeiträge erstellt haben.

image

Bereits über 41.000 Nutzer haben das Foto nun geteilt und es geht munter weiter!

Liebe Eltern!

An dieser Stelle möchten wir nochmals erwähnen, dass wir es nachvollziehen können wenn Eltern “Facebook” für eine Vermisstenmeldung nutzen. Was wir aber nicht nachvollziehen können ist, dass man den URSPRUNGS-STATUSBEITRAG, also die Vermissten-Meldung dann NICHT ENTFERNT obwohl das Kind wieder zu Hause ist!

Solche Beispiel, solche Vermissten-Meldungen gibt es Hundert auf Facebook. Das Problem ist, dass diese unbedacht auf Facebook immer wieder weiter geteilt werden, obwohl viele Personen bereits wieder wohlauf zu Hause angekommen sind und so schwirren diese Vermissten-Meldungen dann noch Jahrelang im Netz herum und landen danach wieder als möglicher Kettenbrief auf Facebook oder sonst wo im Internet.

Nochmals waren wir auf der Seite der besorgten Mutter. Die Vermisstenmeldung wurde nun mittlerweile über 43.000x geteilt 🙁

-Mimikama unterstützen-

Weil du diesen Bericht zu Ende gelesen hast…

Kannst du uns bitte einen kleinen Gefallen tun? Mehr Menschen denn je lesen die Artikel von mimikama.at, aber die Werbeerträge sinken rapide. Anders als andere Organisationen haben wir keine “Pay-Wall” eingerichtet, denn wir möchten unsere Inhalte für alle Interessierten so offen wie möglich halten. Der unabhängige Enthüllungsjournalismus von mimikama.at bedeutet jedoch harte Arbeit, er kostet eine Menge Zeit und auch Geld. Aber wir tun es, weil es wichtig und richtig ist, in Zeiten wie diesen Internetnutzer mit transparenten Informationen zu versorgen. Wir hoffen, dass du es schätzt, dass es keine Bezahlschranke gibt: Unserer Auffassung nach ist es demokratischer für Medien, für alle zugänglich zu sein und nicht nur für ein paar wenige, die sich dieses "Gut" leisten können. Durch deine Unterstützung bekommen auch jene einen Zugang zu diesen Informationen, die es sich sonst nicht leisten könnten. Wenn jeder, der unsere Rechercheberichte liest und mag, dabei hilft, diese zu finanzieren, wird es mimikama.at auch weiterhin geben.

Folgende Unterstützungsmöglichkeiten bieten wir an: via PayPal,via Steady