Facebook muss endlich anerkennen, dass es die größte Newsseite der Welt ist und nicht mehr die Fakes und Falschmeldungen ignorieren kann, die unser politisches Klima vergiften.

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Bei Mimikama sehen wir ständig alle möglichen Fakes, Falschnachrichten und manipulative, tendeziöse Berichterstattung, die es mit der Objektivität nicht so genau nimmt. Wir kriegen täglich etwa 150 Anfragen, die wir auch nicht alle beantworten können. Aber in den letzten Monaten und Jahren haben wir ganz deutlich festgestellt, dass politische Falschmeldungen und absichtliche Fakes immer mehr zunehmen.

Facebook war dazu gedacht, Menschen auf der ganzen Welt zu verbinden und noch einfacher denn je Informationen auszutauschen. Doch Facebook hat leider auch dazu beigetragen, dass sich die Politik und unser Privatleben vermischt haben – Und wir weiter polarisiert wurden.




Facebook ist inzwischen mehr als nur Social Media – Oder zumindest ist Social Media mehr als was wir dachten, das es ist.

Facebook ist die neue Öffentlichkeit.

Facebook ist die größte Nachrichtenseite und Informationsquelle, die es derzeit gibt. Studien zufolge holten sich 44% US-Amerikaner alle ihre Nachrichten und News über Facebook (und weitere 18% von anderen Social Media Seiten) – In Deutschland ist es ähnlich: Wenn ich Nachrichten lesen will, gehe ich auf die Facebookseiten von News-Seiten, die mir gefallen.

Das ist an sich natürlich nicht schlimm, jedoch hat Facebook kein System, keine Redaktion oder journalistischen Richtlinien, die diese Informationen in irgendeiner Weise filtern.

Deswegen werden nicht die Artikel und Posts besonders verbreitet, die besonders wertvoll oder informativ sind, sondern die leicht teilen, und liken sind und sich leicht zu Geld machen lassen.

Problematisch sind tatsächlich weniger die glatten Lügen, sondern die Halbwahrheiten, die verzerrten Darstellungen und die überzogenen Interpretationen, die sich irgendwo in einer Grauzone zwischen wahr und falsch befinden.

Bei komplexen Themen wie Einwanderungen, Wirtschaft oder Klimawandel passiert es sehr schnell, dass Vorurteile in die Darstellung miteinfließen, die die Laien nie erkennen können, aber eine bestimmte, aufgeladene Narrative erzeugen können – Und den Riss in unserer Gesellschaft noch weiter verstärken: „Wir“ gegen „die“.

Mark Zuckerberg behauptet, 99% dessen, was Nutzer sehen, sei authentisch, jedoch meint er damit auch unsere Katzenbilder und PNs. Dass 99% aller News, die in unseren Feed gespült werden, eine realitätsnahe Behauptung aufstellen, können wir bei Mimikama definitiv nicht bestätigen.

Mimikama kann mit dieser Flut an Falschdarstellungen an Fakes nie mithalten, denn bis uns ein Fake erreicht und wir ihn debunked haben vergeht Zeit, und ein Skandal verbreitet sich stets viel leichter als die langweilige Feststellung, dass die Aufregung doch umsonst war.

Dass das so ist, ist einfach die menschliche Natur. Aber Facebooks Algorithmus verstärkt das dramatisch und gaukelt uns Seriösität vor, das ist das Problem. Das muss Zuckerberg endlich anerkennen.

Facebook muss sich anpassen!

Facebook muss sich anpassen, wenn es versuchen will, den Riss durch unsere Gesellschaft zu kitten, anstatt ihn noch zu verstärken.

Facebook muss dafür sorgen, dass Seiten, die bekannt dafür sind, Falschnachrichten zu produzieren, abgestraft werden. Sie müssen anerkennen, dass sie keine Social Media Seite mehr sind, sondern DIE Newsseite.

Denn wir vom Volksverpetzer und von Mimikama haben das Gefühl, dass wir uns alleine mit nur einem Sandsack in einen Tsunami stellen, der droht, die Grundfesten unserer Demokratie hinfortzuspülen, in unserem Versuch, gegen die Fakes anzukämpfen.

Wir müssen verhindern, dass die Lügner und Demagogen unser Weltbild verzerren und unsere Politik und Gesellschaften vergiften. Denn es geht hier nicht mehr darum, ob wir ein paar Meinungsverschiedenheiten auf Facebook austragen, sondern es geht um die Zukunft von hunderten Millionen Menschen und der ganzen Welt.

Thomas_LThomas Laschyk, Chefredakteur Volksverpetzer Journalist, Blogger, und Tierrechtsaktivist aus Augsburg. Auf seinem Blog Der Volksverpetzer beschäftigt sich Laschyk auf kritische und kreative Weise mit Themen aus Bundes- und Weltpolitik, bis zu Wirtschaft, Finanzen und ethischen Fragestellungen. Hier könnt ihr den Volksverpetzer auf Facebook folgen.
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