Facebook mit neuer Datenschutz-Funktion - Gut versteckt, wenig Nutzen

Facebook mit neuer Datenschutz-Funktion – Gut versteckt, wenig Nutzen

Von | 13. Februar 2020, 12:04

Es ist kein Geheimnis, dass Facebook gerne auch Daten außerhalb der Plattform sammelt.

Doch nun können Nutzer auch einsehen, von welchen Unternehmen die Daten an Facebook übermittelt werden. Das ist einerseits transparent, andererseits auch beunruhigend und kaum zu unterbinden.

Mit der neuen Funktion „Aktivitäten außerhalb von Facebook“ gewährt das soziale Netzwerk erstmals Einblicke in diese Daten von Drittfirmen. Die Angebote von Facebook, diese Verfolgung mit einigen Klicks unterbinden zu können, erweisen sich aber als illusorisch. Die Stiftung Warentest erklärt auf test.de, was es mit der neuen Datenschutzfunktion auf sich hat und gibt Tipps gegen den Datenhunger von Facebook.

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Unter https://www.facebook.com/off_facebook_activity/activity_list zeigt das soziale Netzwerk, welche „Aktivitäten außerhalb von Facebook“ es mithilfe fremder Seiten und Apps erfasst. Alternativ kann man auch unter „Einstel­lungen -> Deine Facebook-Informationen -> Aktivitäten außerhalb von Facebook“ die Apps und Seiten einsehen.

Wie intensiv jemand das Netzwerk nutzt, spielt für die Beobachtung des Surfverhaltens auf externen Portalen keine Rolle.

Die Häufigkeit der Facebook-Nutzung ist egal

Auch bei Nutzern, die das soziale Netzwerk nur einmal monatlich ansteuern, können hunderte Websites und Apps als Datenlieferanten für Facebook agieren. Die Liste der Datensammler liefert dem Unternehmen mitunter zahlreiche Hinweise zur politischen Einstellung seiner Nutzer, dem Alter, der sexuellen Präferenz, Jobsituation, Wohnort, Interessen, Gesundheitszustand, finanzieller Situation oder Religiosität. Zusätzlich besitzt das Netzwerk noch all die Nutzerdaten, die es selbst erfasst hat.

Die Sammelwut wird nicht eingedämmt

Auch wenn der Nutzer verschiedene Optionen anklickt, die  die Datenerfassung auf anderen Seiten vermeintlich eindämmen, ändert das tatsächlich kaum etwas an der Sammelwut des Unternehmens. Der einzige Unterschied: Die Daten werden nicht mehr mit dem Profil des Nutzers verknüpft, sondern nur noch in anonymisierter Form verwendet. Welche Tricks gegen den Datenhunger des Unternehmens helfen, ist kostenlos zu lesen unter www.test.de/off-fb.

Quelle: test.de
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Fazit

Es ist schon ein wenig unheimlich, wenn man einsieht, welche Apps und Websites Daten an Facebook liefert, obwohl man sich dort nicht mit seinem Account einloggt oder dort jemals einen Facebook Like-Button angeklickt hat. Beim Autor des Artikels waren es ganze 302 Apps und Websites, bei einem Test.de-Autor sogar über 380.

So kann man zwar die bisher gesammelten Daten von dem Account entkoppeln, gelöscht werden sie jedoch nicht! Das Unternehmen macht auch deutlich, dass weiterhin Daten gesammelt werden. Die einzige Auswirkung: Werbung wird weniger personalisiert angezeigt.

Einzig die Löschung des Accounts hilft im Prinzip gegen die Sammelwut, aber auch Tracking-Blocker und der Anonym-Modus vieler Browser machen einen ein wenig undurchsichtiger für das Unternehmen.

Artikelbild: Shutterstock / Von TY Lim

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