Facebook löscht US-Unabhängigkeitserklärung
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Vermeintliche Hassrede: Algorithmus sortiert Paragraph 27 bis 31 aus

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Das Gründungsdokument der USA wirkt für den Algorithmus von Facebook offenbar politisch inkorrekt.

Das Nachrichtenmagazin „Liberty County Vindicator“ hat im Vorfeld des heutigen „Independence Day“ täglich Ausschnitte der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten veröffentlicht. Einer dieser Beiträge ist vom sozialen Netzwerk automatisch entfernt worden.

Automatisierter Prozess

Die ersten neun Ausschnitte des Gründungsdokumentes ließen sich ohne Probleme auf Facebook veröffentlichen.

„Aber Teil 10 erschien nicht. Stattdessen erhielt The Vindicator eine Nachricht von Facebook, in der mitgeteilt wurde, dass der Beitrag ‚gegen unsere Standards für Hassreden verstößt'“,

erklärt Chefredakteur Casey Stinnett. Die fragliche Stelle enthielt die Paragraphen 27 bis 31 der Unabhängigkeitserklärung. Es ist der Beschwerde-Abschnitt des Dokuments, in dem die angeschlagenen Kolonisten alle Differenzen darlegen, die sie mit dem britischen König George III. hatten.

Stinnett hat indes nur eine vage Vermutung, welcher Teil dem Algorithmus von Facebook nicht in den Kram gepasst haben könnte. Er geht davon aus, dass Paragraph 31 dem „intelligenten System“ als Gefährdung angezeigt wurde. Darin heißt es:

„(…) über unsere Grenz-Einwohner die unbarmherzigen wilden Indianer zu bringen, deren bekannter Gebrauch, den Krieg zu führen ist, ohne Unterschied von Alter, Geschlecht und Stand, alles niederzumetzeln.“

Viele Sorgen um Zensur

Die Entfernung des Beitrags erfolgte automatisiert. Stinnett hat daraufhin eine „Feedback-Nachricht“ an Facebook mit der Hoffnung gesendet, jemanden zu erreichen, der die Unabhängigkeitserklärung von den strengen Richtlinien des Algorithmus befreien könnte.

Aus Angst, dass das Teilen der vermeintlichen Hassrede die Löschung der Facebook-Seite des „Liberty County Vindicator“ auslösen könnte, hat sich die Redaktion entschieden, das Teilen der Unabhängigkeitserklärung auszusetzen.

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