Seit Wochen kursieren solche oder ähnliche Warnungen zuhauf auf Facebook. Werden eure Konten tatsächlich gehackt?

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Wir erhalten am laufenden Band Anfragen von beunruhigten Nutzern, die eine solche Warnung von Freunden erhielten oder beim Scrollen durch den Newsfeed darauf gestoßen sind.

Nutzer warnen davor, dass im Moment fast alle Facebook-Konten gehackt werden sollen.

Die Betrüger sollen dann mit dem Profilbild und dem Namen ein neues, aber identisches Konto eröffnen und die Freundesliste der Opfer abklappern, um mit diesem Fake-Account nochmals zur Freundesliste hinzugefügt zu werden.

Akzeptiert man die Freundschaftsanfrage, sollen die Betrüger ab sofort in der Lage sein, in eurem Namen zu schreiben, was immer sie wollen.

So sieht diese Warnung aus:

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Quelle: Facebook / Screenshot Mimikama

Bild im Klartext:

Wichtiger Hinweis!

Gerade passiert (!), deshalb bitte lesen:
Aufgepasst, fast alle Facebook Konten wurden oder werden gehackt. Das Profilbild und Euer Name wird dazu verwendet um ein neues FB-Konto zu eröffnen. Dann versuchen sie Eure Freunde zu überreden, Euch als Freund erneut zu adden… und voilà, sie versuchen Euer Leben zu ruinieren! Eure Freunde werden denken, es ist Euer Konto und akzeptieren die Freundschaftsanfrage. Von diesem Moment an können diese Piraten in Eurem Namen schreiben was immer sie wollen…
Ich teile Euch heute mit, das ich KEIN neues Konto eröffnen werde, also akzeptiert bitte keine zweite Einladung von mir!
Kopiert und postet diese Nachricht

Sollte man diese Warnung ernst nehmen?

Durchaus! Denn die Masche des “Identitäten-Diebstahls” gibt es bereits sehr lange.

Betrüger durchforsten die öffentlich zugänglichen Informationen eines Kontos und schlachten diese so gut es geht aus. Mit diesen Informationen basteln sie eine 1:1 Kopie des Profils nach und  versuchen tatsächlich durch erneute Freundschaftsanfragen von euren Freunden zur Freundesliste hinzugefügt zu werden.

ABER:

Die Konten werden NICHT GEHACKT!

Auch handelt es sich nicht um “fast alle Konten”.

Das macht die Betrugsmasche natürlich nicht besser, aber räumt zumindest eine hinzugedichtete Unwahrheit aus.

So gehen die Identitäten-Diebe vor

Es wird von einem Betrüger eine neue Facebook-Identität mit einem gleichlautenden Namen und dem bislang verwendeten Profilbild + Titelbild erstellt.

Danach besucht der Internetbetrüger das Original-Profil und durchforstet die gesamte Liste von Freunden des Opfers, die dann wiederum erneut eine Freundschaftsanfrage erhalten. Ein Großteil der Nutzer nimmt diese Anfragen auch an, denn man “kennt” sich ja.

Bestätigt man diese Anfrage, eröffnet einem der neue Freund mittels einer Nachricht sofort die Bitte nach der eigenen Mobilfunkrufnummer und den Zahlencodes, welche unmittelbar darauf empfangen werden. Dabei ist absolute Vorsicht geboten. Diese kleinen und unscheinbaren Zahlencodes sind bares Geld wert!

Mit der Weitergabe der Zahlencodes wird es den Betrügern möglich, diese bei Zahlungsdienstleistern einzulösen und dadurch die Handyrechnung des Opfers zu belasten. Die alleinige Weitergabe der Handyrufnummer führt jedoch nicht zu einer Belastung der eigenen Mobilfunkrechnung.

Generell ist es wichtig, auch vermeintlichen Freunden – sei es über Messenger oder über soziale Netzwerke – niemals per SMS zugesendete Bezahl- oder Bestätigungscodes weiterzugeben.

Wie kann ich mich schützen? Was soll ich tun?

Eine Anzeige beim jeweiligen Landeskriminalamt legen wir nahe. Angesichts der steigenden Zahlen von Internet-Kriminalität wurden hier Spezialeinheiten aufgebaut. Das sogenannte Cyber Crime Competence Centrum arbeitet technisch hoch professionell und vernetzt.

Die Facebook-Betrugsmasche mit gefälschten Profilen ist den Beamten hinlänglich bekannt. Einigen organisierten Banden konnten so auch schon das Handwerk gelegt werden – auch im Bereich der Facebook-Profil-Kopien.

Dafür sind die Beamten natürlich auf Anzeigen und damit die Mithilfe der Betroffenen angewiesen. Die Dunkelziffer ist nach Angaben des LKA Sachsen bei derartigen Betrugsfällen nach wie vor sehr, sehr hoch.

Man kann auch seine Facebook-Einstellungen so gut es geht optimieren:

1. SUCHE ZUERST NACH EINER KOPIE DEINES KONTOS

Verwende die Facebook-SUCHE und suche einmal deinen Namen. Auch deine Freunde sollten dich bei der Suche unterstützten, denn die Betrüger blockieren meist das ORIGINAL-Profil und so kann es sein, dass es dein Profil 2x gibt, du es aber nicht findest.

Hast du oder einer deiner Freunde eine Kopie entdeckt, dann MELDET das kopierte Profil sofort.

2. VERBIRG DEINE FREUNDESLISTE

Sobald ein Konto die Freundesliste auf “Nur ich” gestellt hat, ist es für die Internetbetrüger bereits uninteressant. Klicke dazu in deinem Profil auf “Freunde” (unter dem Titelbild). Auf der rechten Seite findest du einen “Stift” vor.

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Hier kannst du die Einstellungen für deine Freundesliste ändern.

3. POSTE WENN MÖGLICH NIE “ÖFFENTLICH”

Es muss nicht immer JEDER alles wissen. Es reicht völlig aus, wenn deine FREUNDE etwas erfahren.
Die Einstellung dafür kannst du direkt im Statusbeitrag einstellen. Dies betrifft reine Textbeiträge, aber auch Fotos und Videos.

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4. NIMM BITTE AUCH NOCH FOLGENDE EINSTELLUNGEN VOR:

Inhalte, Kontakte und Suchen

Wer kann deine zukünftigen Beiträge sehen: “Freunde”
Wer kann die Freundschaftsanfragen senden: “Alle” oder “Freunde von Freunden”. Unsere Empfehlung: “Freunde von Freunden”
Wessen Nachrichten sollen in meinem Postfach gefiltert werden: “Strenges Filtern”

Häkchen entfernen

Möchtest du, dass andere Suchmaschinen einen Link zu deiner Chronik enthalten: Häkchen ENTFERNEN

Sichtbarkeit einschränken

Wer kann in deiner Chronik posten: “Freunde”
Markierte Beiträge zuerst prüfen: “Aktiviert”
Wer kann markierte Beiträge sehen: Unsere Empfehlung: “Freunde”
Wer kann sehen, was andere in deiner Chronik posten: Unsere Empfehlung: “Freunde”
Nutzer-Markierungsvorschläge: “Aktiviert”
Deine Handlungen mit Werbeanzeigen kombinieren: “Niemand”

Weiterführende Artikel zu diesem Thema:

Verbraucherzentralen unterstützen!

Betroffene und Ratsuchende können sich zudem in einer der Beratungsstellen der 16 Verbraucherzentralen beraten lassen.

Neben persönlichen Beratungsgesprächen, die z.B. für Sachsen unter der Nummer des sachsenweiten Termintelefons 0341-6962929 vereinbart werden können, ist auf der Website der Verbraucherzentrale Sachsen auch eine Email-Beratung möglich.

Eine telefonische Beratung wird ebenfalls gewährleistet. Alle Infos dazu gibt es auf unserer Website: https://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/telefonberatung

Vorsorgen

So etwas kann nur dann passieren, wenn Ihr Eure Freundesliste auf  “ÖFFENTLICH” gestellt habt! Am besten ist es, Ihr stellt diese auf “FREUNDE” – oder wenn man möchte, dass NIEMAND die Freundesliste sieht auf “NUR ICH” ein!

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-Mimikama unterstützen-