Das Facebook-Geld Libra: Konkurrenz für PayPal & Co

Von | 19. Juni 2019, 9:46

Facebook will einen neuen Markt erobern und Nutzer stärker an die Plattform binden. Die neue weltweite Währung kommt schon 2020.

Facebook lüftete gestern am 18.06.2019 den Vorhang und stellte seine neue Tochtergesellschaft Calibra vor, welche beabsichtigt, neue Finanzdienstleistungen bereitzustellen, die den Zugang und die Teilnahme am Libra-Netzwerk ermöglichen. Die Markteinführung wird voraussichtlich im Jahr 2020 stattfinden.

Es geht darum, auf einfache Weise online direkt zu bezahlen. Das steht für den Nutzer im Vordergrund. Die Plattform selbst erhofft sich natürlich eine engere Nutzerbindung und dürfte bestimmt auch auf weitere Arten profitieren.

So soll es gehen:

Der Versand von Libra funktioniert über Calibra mit jedem Smartphone, soll sehr einfach sein und mit wenig bis gar keinen Kosten verbunden sein. Zukünftig sollen weitere Dienstleistungen für Nutzer und Unternehmen hinzukommen, zum Beispiel das Erstellen von Rechnungen einfach per Knopfdruck, das Bezahlen von Kaffee mit dem Einscannen eines Codes oder die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, ohne ein Ticket oder Bargeld mit sich tragen zu müssen.

Sicherheit?

Nach Angaben von Facebook soll Calibra mit starken Mechanismen, die Geld und Daten schützen, ausgestattet sein. Die gleichen Verifizierungs- und Anti-Betrugsmechanismen, die bei Banken und für Kreditkarten im Einsatz sind werden nach Aussagen von Facebook auch bei Calibra greifen. Zusätzlich beobachten automatisierte Systeme proaktiv Aktivitäten, um betrügerisches Verhalten zu erkennen und zu verhindern. Nutzer erhalten darüber hinaus auch eine Live-Chat Unterstützung, wenn sie beispielsweise ihr Telefon verloren oder ihr Passwort vergessen haben. Sollte es dennoch dazu kommen, dass eine dritte Person Zugang zu einem Nutzer-Konto erhält und der Nutzer Libra verliert, bietet Calibra eine Rückerstattung an.

Datenschutz

Datenschutz und Facebook war in der Vergangenheit öfter mal ein heikles Thema. Bei Calibra teilt Facebook mit, dass tatsächlich wenige Ausnahmen geben werde, in denen Calibra ohne Zustimmung des Kunden Kontoinformationen oder Finanzdaten mit Facebook, Inc. oder Dritten teilt. Das soll jedoch nur dort der Fall sein, wo bestimmte Gesetze eingehalten werden müssen oder Nutzern grundlegende Funktionen zur Verfügung zu stellen. Wie genau diese Bestimmungen aussehen, wird auf der Webseite von Calibra erklärt (hier).

Facebook legt sich noch nicht zu 100% fest

Calibra ist momentan noch in einer frühen Entwicklungsphase, so Facebook. Der Konzern will sich nach eigenen Angaben bis zur Markteinführung mit einer Vielzahl von externen Experten beraten und austauschen.

Facebook sagt jedoch auch deutlich, dass dieses Vorhaben aufgrund einer Vielzahl von Faktoren und Unsicherheiten, von denen viele außerhalb unseres Einflussbereiches liegen, erheblich am Ende von den Ankündigungen abweichen kann. Die getätigten Aussagen gelten also lediglich für den Stand vom 18. Juni 2019 ist und Facebook verpflichtet sich nicht, diese Aussagen aufgrund neuer Informationen oder zukünftiger Ereignisse zu aktualisieren.

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