Facebook-Falle: Phantasialand Eintrittskarten
Facebook-Falle: Phantasialand Eintrittskarten
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Nicht nur auf WhatsApp, sondern auch auf Facebook wird fleißig ein Gewinnspiel geteilt, welches Eintrittskarten für den Park in Brühl verspricht.

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Dieses Gewinnspiel, welches mittlerweile eine hohe virale Reichweite besitzt, ist keine offizielle Kampagne des Parks. Es handelt sich bei dieser Art des Gewinnspiels lediglich um ein Ködergewinnspiel, welches abschließend auf ein Provisionsprogramm verlinkt. Selbst das Phatasialand hat sich bereits zu dieser Art der Gewinnspiele geäußert:

Es ist wieder ein Fake-Gewinnspiel im Umlauf, das euch über Whatsapp und Facebook erreichen kann (wie in der Abbildung oder ähnlich). Wir haben mit diesem „Gewinnspiel“ nichts zu tun! Und auch, wenn hier Tickets für das Phantasialand in Aussicht gestellt werden – gewinnen könnt ihr keine. Es besteht eher die Gefahr, dass eure Daten abgegriffen werden. Also:
– Den Link nicht anklicken
– Das „Gewinnspiel“ nicht teilen oder weiterschicken
– diesen Post teilen, damit möglichst viele eurer Freunde informiert und gewarnt sind.

Wir erklären, was dahinter steckt, wie diese Gewinnspiele funktionieren und warum so viele Menschen dieses Gewinnspiel mittlerweile auch auf Facebook teilen!

Screenshot Mimikama.at
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Diese Art der Gewinnspiele ist nicht neu, in den letzten Wochen sind eine Vielzahl von Gewinnversprechen für Freizeitparks negativ aufgefallen. Das dürfte sicherlich saisonal bedingt sein, denn die Sommerferien beginnen derzeit. Natürlich sind dann viele Menschen glücklich, wenn sie Freikarten für einen Freizeitpark bekommen, so wie es das Ködergewinnspiel verspricht.

Diese Methode haben wir bereits auf WhatsApp beobachten können, sie ist aber auch auf Facebook zu finden. Man bekommt bei einem befreundeten Account auf Facebook die oben abgebildete Nachricht zugesendet! Es handelt sich bei dieser Nachricht um den sogenannten Gewinnspielköder. Dieser Köder gaukelt ein Gewinnversprechen vor und suggeriert, dass man im Grunde den Gewinn bereits in der Tasche habe. Sie vermitteln die Leichtigkeit der Teilnahme und locken auf eine Webseite. Der Köder ist der virale Einstieg in den Gewinnspielablauf. Sobald man dem Link folgt, öffnet sich eine Webseite auf dem Smartphone.

Diese Webseite zeigt sich als vermeintliches Gewinnspiel mit einer Fragerunde. Sie soll lediglich den Charakter eines Gewinnspiels vortäuschen. Wir nennen diesen Schritt auch die Brücke. Die Brücke zeigt sich in Form eines Fake- Gewinnspiels, in dieser Brücke wird einem zumeist der Gewinn direkt versprochen, es wird getäuscht und mit gefälschten Elementen gearbeitet.

Screenshot Mimikama.at
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Diese Brücke ist letztendlich auch eine illegale Komponente, da die gegebenen Versprechen nicht eingehalten werden und der Aufbau sowie die Darstellung sich geschützter grafischer Elemente bedient. Das Corporate Design bestehender Firmen und deren Produkte werden gnadenlos ausgenutzt, auf der Brücke gibt man sich auch gerne als die dargestellte Firma aus. Ziel der Brücke:

a) Viralität erzeugen (Beispiel: Leite dieses Gewinnspiel an 20 Kontakte weiter).
b) Ein Link wird eingebaut, der zu dem vermeintlichen Gewinn führen soll.

 

Hier wird man übrigens auch aufgefordert, dieses Fake-Gewinnspiel auf Facebook zu teilen. Dies sei eine Bedingung, um den Gewinn überhaupt bekommen zu können. Gleichzeitig ist diese vermeintliche Bedingung auch der Grund, warum das Gewinnspiel so stark viral vertreten ist.

Und so endet das „Phantasialand“:

Als dritten und abschließenden Schritt wird man auf ein sogenanntes Affiliate-Programm verlinkt. Man verlässt die Brücke über einen Link, der einen Partnercode beinhaltet, welcher zu einem Provisionsprogramm gehört. Es handelt sich hierbei um ein Affiliate, welches nach Möglichkeit inhaltlich mit dem in der Brücke verlaufenen Fake-Gewinnspiel korreliert. Wir nennen diese abschließende Verlinkung den Ausgang. In unserem Testdurchlauf wurde hier widersprüchlicherweise auf ein Provisionsmodell mit einem möglichen Gewinn für das Belantis in Leipzig verlinkt.

Screenshot Mimikama.at
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Merke: Der Ausgang selbst, also die Affiliates, auf die verlinkt wird, ist nicht illegal! Es handelt sich dabei um Geschäftsmodelle, bei denen der jeweilige Anbieter solcher Programme seine Vertriebspartner durch Provisionen vergütet. Diese Vertriebspartner werden vom Anbieter durch einen Identifikationscode erkannt, so dass jeder neu registrierte Teilnehmer an dem Affiliate Gewinnspiel auch dem Vertriebspartner zugeordnet werden kann.

Derjenige, der die Brücke gestaltet, entscheidet übrigens beliebig, welches Partnerprogramm er als Ausgang benutzt. Häufig finden wir auch Systeme vor, welche die Herkunft und die Geräteangaben des Teilnehmers auslesen und somit spezifisch auf unterschiedliche Provisionsprogramme leiten. Daher kann man nie eindeutig sagen, welches Provisionsprogramm am Ende aufgerufen wird, im schlimmsten Fall landet man auf dubiosen WAP-Billing Geschichten oder undurchsichtigen Abo-Serviceleistungen.

Fazit:

Das Versprechen, eine Familienfreikarte für das Phantasialand zu bekommen, bleibt unerfüllt. Stattdessen landet man am Ende in viralen Provisionsprogrammen. Wer also diese Art von Nachrichten empfängt, sollte sie gekonnt ignorieren!

„Ob Sie das nun glauben oder nicht. Es ist so.“

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