August 2012: Unzählige Posts kursieren unrecherchiert durch ganz Facebook und auf anderen Plattformen, in denen Tierliebhaber, u.a. auch Tierschützer, dieses Verhalten anprangern und dazu aufrufen, diesen Menschen überall (!) ausfindig und dingfest zu machen.

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Noch viel mehr FB-User echauffieren sich und wünschen dem angeblichen Tierquäler das Allerschlimmste. Wäre der Welpe tatsächlich gezwungen worden, Wodka zu trinken, dann wäre das in der Tat eine abscheuliche Tierquälerei.

Aber das Bild erzeugt auf den ersten Blick einen falschen Eindruck.  Die Flaschenhaltung müsste bei geöffnetem Verschluss Luftblasen im Flascheninneren erzeugen. Die Verschlusskappe kann man aber durchaus auch erkennen. Die Flasche könnte aber auch Wasser enthalten und der Hund damit getränkt werden, weil er es u.U. selbst nicht / nicht gut kann. UND manche wollen in der Haltung des Mannes Gewalt und in der Haltung des Welpen Angespanntheit sehen. Davon ist nun wirklich nichts zu sehen.

Aber das sind die Mechanismen, die bei entsprechender Bildunterschrift greifen, so gewollt sind und auch „gerne“ angenommen werden.


Um dieses Foto geht es auf Facebook:

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Dem Welpen wurde kein Leid angetan. Der junge Mann hat sich für das Posten des Bildes entschuldigt.

Auszüge aus der Pressemitteilung der Polizei Barrie, Ontario, Kanada vom 13.08.2012

– Der Polizei wurde das Foto gemeldet und diese ging der Anzeige nach. Während der Untersuchung meldete sich ein junger Mann.

– Der junge Mann aus Kanada, der das Foto veröffentlicht hatte, entschuldigte sich mittlerweile dafür.

– Der Freund auf dem Foto hat den Welpen NICHT gezwungen, Wodka zu trinken. Beide würden niemals ein Tier quälen.

– Der Welpe spielte mit der verschlossenen Plastik-Wodkaflasche und biss hinein. [Anmerkung: junge Tiere haben sehr spitze Zähne !] Der tätowierte Mann wollte dem Welpen die Flasche spielerisch abnehmen, doch der Welpe zog weiterhin daran. Das fanden die Männer so lustig, dass sie es fotografierten und ins Netz stellten.

– Es wird angenommen, dass das Bild aus dem Zusammenhang gerissen und entsprechend anderweitig veröffentlicht wurde, sodass es zu dem Aufschrei mit „Findet den Kerl“ mit Kommentaren wie „Ihm soll auch schlimmes widerfahren“ kam.

– Nach der kompletten Untersuchung wurde dieser Fall geschlossen.

Aber nun wird die regionale Polizei den Fall in anderer Richtung weiter untersuchen, nämlich in Richtung der Verdächtigen, die Drohungen gegen den Tätowierten ausgesprochen haben.

Link zu „Barrie Police Service“:
http://police.barrie.on.ca/newsroom/2012/08/press-release-nighttime-edition-august-14-2012

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