Extremismus ist die Bezeichnung für die Einstellung und dem Verhalten an den äußeren Grenzen einer Anschauung.

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Das kann religiös motivierter Extremismus sein – egal in welchem Glauben – aber auch politisch motivierter Extremismus. Letzterer ist vermehrt auch in den sozialen Netzwerken anzutreffen und versucht immer mehr, durch seine Nähe zum “neutralen Nutzer” diesen immer mehr in seinen Bann, ja auf seine Seite zu ziehen.

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Problemfall “soziales Netzwerk”

Wer auf der Straße in eine Auseinandersetzung zwischen Extremen gerät, wird im Regelfall schnell das Weite suchen. Ist so: man möchte sich unbeteiligt sehen und nicht in einen Streit geraten, in dem man möglicherweise persönlich Schaden nimmt.

Im Internet und auf sozialen Netzwerken ist dass jedoch anders. Hier mutiert die brave, junge Familienmutti zu einer politischen Aktivistin, indem sie extreme Forderungen wie “Tod für Kinderschänder” propagiert. An anderer Stelle macht sich der harmlos wirkende Nachbarsjunge mittels Fotomontagen über ein paar Menschen lustig, welche in einem Video laut “444” schreien. Würden all diese Personen auf die Straße gehen, und dort Selbiges von sich geben?

Eher nicht

Im Internet neigen jedoch viele Menschen zu Extremen. Gleichzeitig baut sich das Bild auf, dass es scheinbar nur Extreme gibt. Bist Du nicht für mich, so bist Du gegen mich. Wenn die stille Versicherungssachbearbeiterin auf Facebook anmerkt, ihr mache es schon Angst, dass sie auf der Straße immer mehr Fremden begegne, muss sie sich darauf gefasst machen, als “Pegidiotin” beschimpft zu werden oder eine “ich hab nichts gegen, aber”-Sagerin zu sein.

Umgekehrt sieht sich jeder, der sich für Menschlichkeit einsetzt, schnell mit dem Vorwurf konfrontiert, ein “linksversiffter Gutmensch” zu sein.

Fehler, Gruppe existiert nicht! Überprüfen Sie Ihre Syntax! (ID: 1)

Wo ist die Mitte geblieben?

Die sozialen Netzwerke zeigen ein Bild der Extreme, jeder scheint auf einer Seite stehen zu müssen, mit jeder persönlichen Stellungnahme scheint man sich entscheiden zu müssen: als was will ich denn diesmal beschimpft werden (ja, dem ist so, denn beschimpft wird man immer). Mit sozial hat diese Art von Netzwerk nichts mehr zu tun.

Problem ist einfach: es gibt keinen mittleren Pol in den Netzwerken, es gibt für die politisch moderaten Menschen nur schwer einen Halt im Netz. Täglich sieht man sich mit politischen Meldungen konfrontiert, die man nur schwer einsortieren kann.

Besonnener werden

Es wird wohl ein großer Wunsch bleiben, dass die sozialen Netzwerke wieder ein wenig sozialer werden. Es wird wohl ein großer Wunsch bleiben, dass Menschen endlich aufhören, sich über Facebook mit Wahlkampfparolen zuzukleistern und somit zu Handlanger der extremen Stimmungsmachern geworden sind. Es wird wohl ein großer Wunsch bleiben, dass Extreme beider Seiten endlich aufhören, mit Fälschungen und bewussten Manipulationen die Facebooknutzer zu ihrem politischen Trampelvieh zu machen.

Auf Facebook kannst genau DU das steuern. Niemand zwingt Dich, die Augen zu verschließen. Das wäre der verkehrte Weg. Jedoch konsumiere bewusst politische Meldungen. Achte auf Quellen, achte darauf, wer etwas schreibt und welches Ziel damit verfolgt wird. Bewerte Quellen! Wenn Dir die Quelle als extrem oder zu radikal vorkommt, überlege bewusst, ob Du selbst auch diese Meinung teilst. Du selbst kannst dazu beitragen, dass sich wieder ein gesunder Ton in sozialen Netzwerken durchsetzt, ohne dass jeder bei seiner Meinung gleich in eine extreme Ecke geschoben wird.

Extremismus außerhalb des Netzes

Im Internet kannst Du selbst entscheiden, welche Inhalte Du von Dir gibst und ob Du das nicht mehr willst. Du kannst Dich selbst aus dem Spiel ziehen und somit gleichzeitig Manipulationen entgegenwirken.

Im “echten Leben” ist das leider nicht ganz so einfach. Wer politisch in extremen Gruppen aktiv ist, kann nicht so einfach aussteigen, da hier die Verflechtungen wesentlich intensiver sind. Auch hier macht es keinen Unterschied, aus welchem Spektrum man sich lösen will: Aussteiger stehen unter Druck und oftmals auch unter Verfolgung.

Zu den Auftretensweisen von Links- und Rechtsextremen zitieren wir im folgenden aus einer Broschüre des Bundesamt für Verfassungsschutz:

Linksextremismuspotenzial:

Summe: (2013) 27.700 – (2014) 27.200
bekannte Gewaltbereite: (2013) 6.900 – (2014) 7.600

Während die Zahl linksextremistischer Gewalttaten von Jahr zu Jahr
schwankt, sind Niveau und Akzeptanz der Gewalt in den letzten Jahren
angestiegen. Insbesondere ist festzustellen, dass die Hemmschwelle, Polizeibeamte zu verletzen, seit Jahren sinkt. Nicht nur schwere Körperverletzungen, sondern auch der Tod von Menschen werden billigend in Kauf genommen. So wurden im Jahr 2014 sieben (2013: drei) versuchte Tötungsdelikte registriert, davon sechs gegen Polizeibeamte.
Ziel von Anschlägen sind auch Polizeiliegenschaften. So wurden auf die
Polizeidienststelle im Leipziger Stadtteil Connewitz (Sachsen) seit ihrer
Eröffnung im Februar 2014 bereits 16 Angriffe verübt. Der schwerste fand
am Abend des 7. Januar 2015 statt, als rund 50 Personen die Wache mit
Pflastersteinen, Farbbeuteln und Feuerwerkskörpern angriffen und versuchten, in das Gebäude einzudringen. In einem Bekennerschreiben
heißt es: „Bulle dein Duldungsstatus ist aufgehoben“.
In der gewaltorientierten Szene werden Angriffe auf Polizisten sowie auf
tatsächliche (oder vermeintliche) Rechtsextremisten, die meist im Umfeld
von Demonstrationen stattfinden, weitgehend akzeptiert. Die Befürwortung
von Gewalt ist im Linksextremismus eher eine strategische als
eine ideologische Frage. Die sogenannte Massenmilitanz der autonomen Szene – Straßenkrawalle, die im Zusammenhang mit Demonstrationen oder Großveranstaltungen initiiert werden – braucht in der Regel ein Umfeld, aus dem heraus die Gewalttäter agieren können. So bilden sie bei Demonstrationen flexible Kleingruppen oder „Schwarze Blöcke“ mit vermummten Aktivisten in einheitlicher „Kampfausrüstung“.

Das linksextremistische Personenpotenzial betrug Ende 2014
nach Abzug von Mehrfachmitgliedschaften insgesamt 27.200 Personen und blieb damit nahezu auf dem Niveau des letzten Jahres.

Neben der konfrontativen Straßengewalt verüben gewaltorientierte
Linksextremisten auch schwere gezielte Anschläge. Diese Gewalttaten
sind planvoll konzipiert und sollen eine Signalwirkung entfalten. Neben
der medialen Resonanz zielen sie darauf ab, die angegriffenen Einrichtungen oder Unternehmen zu einer Veränderung ihres Verhaltens zu nötigen
Linksextremistisch motivierte Gewalt richtet sich häufig auch gegen Vertreter von Politik und gegen Verwaltungen, die mit Asylpolitik-/ und Angelegenheiten befasst sind, wie etwa die Ausländerbehörden. Aber auch Büros demokratischer Parteien und Journalisten werden Ziel von Angriffen.

Aussteigerprogramm für Linksextremisten
Hotline: +49 (0) 2 21 / 792 – 66 00
E-Mail: aussteiger@bfv.bund.de

Telefonische Beratung sowie persönliche Gespräche in unseren Einrichtungen
Persönliche Begleitung und Betreuung während des Ausstiegs z.B. durch:
-Betreuungsgespräche
-Vermittlung von schulischen und beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen
-Hilfe bei Behördenkontakten
-Materielle Hilfe im Einzelfall bei zwingend erforderlichen Maßnahmen
(z.B. Umzug)
-Unterstützung bei Bedrohung durch Angehörige der Szene.

Reader des Verfassungsschutzes zum Thema „Linksextremismus“

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Rechtsextremismuspotenzial:

Summe: (2013) 21.700 – (2014) 21.000
bekannte Gewaltbereite: (2013) 9.600 – (2014) 10.500

Militanz und Gewaltniveau bleiben im Rechtsextremismus unverändert hoch. Dies zeigt die hohe Zahl der Gewalttaten ebenso wie die Tatsache, dass mittlerweile jeder zweite Rechtsextremist als gewaltorientiert einzuschätzen ist. Strategische Gewalt wird teilweise als Notwehrmaßnahme definiert. So sehen Rechtsextremisten Deutschland von einem „Volkstod“ bedroht, der von einer selbsternannten „Elite“ verhindert werden muss – entsprechend drastisch ist die Diktion im Zusammenhang mit einer drohenden „Überfremdung“. Diese Art von
Rhetorik kann von Einzeltätern und Kleinstgruppen als Rechtfertigung zum Handeln genutzt werden. Die insbesondere im letzten Quartal des Jahres 2014 angestiegene Zahl der Straftaten gegen Asylunterkünfte zeigt, dass die Gewalt gegen Fremde zunimmt.
Rechtsextremistische Gewalt richtet sich jedoch nicht nur gegen
Fremde. Im erweiterten Fokus stehen alle politischen und ideologischen Gegner. Hierzu werden all diejenigen gezählt, die einem nationalistischen und völkischen Denken entgegenstehen. Gerade auch die verbalen Ausfälle und in Einzelfällen auch tätlichen Angriffe auf Journalisten belegen die Reichweite.

Das rechtsextremistische Personenpotenzial betrug Ende 2014
insgesamt 21.000 Personen und war damit – wie bereits in den
Vorjahren – leicht rückläufig

Die hohe Zahl gewaltorientierter Rechtsextremisten, die von ihnen
begangenen Gewalttaten und die Waffenaffinität in der Szene zeigen die Gefahr, die von diesem Spektrum ausgeht. Der Neonazismus ist eine Gewaltideologie, die Krieg und Gewalt verherrlicht. So setzt das neonazistische Spektrum auf Methoden der politischen
Auseinandersetzung, die sich deutlich an Mustern aus der sogenannten NS-Kampfzeit (1919-1933) orientieren, einschließlich der
politischen Straßengewalt von rechts- und linksextremistischen
Kräften in der Weimarer Republik. Auch für die subkulturelle
rechtsextremistische Szene ist Gewalt ein Wesensmerkmal. Sie
beginnt im Rechtsextremismus mit Ausgrenzung und Verächtlichmachung von Minderheiten und endet in manifester Gewalt. Rechtsextremisten versuchen, die regelmäßig in verschiedenen deutschen Städten durchgeführten sogenannten Montagsdemonstrationen und Friedensmahnwachen für sich zu nutzen.
Diese Veranstaltungen bieten mit ihren antiwestlichen, antisemitischen und verschwörungstheoretischen Elementen Anschlussmöglichkeiten zu offen rechtsextremistischen Positionen.
Das Feindbild ist eindeutig: Die „Schuldigen“ für Gewalt und Krieg
seien die westlichen Demokratien, für Hunger und Elend das
„internationale Finanzkapital“ unter Führung der zionistischen
US-Notenbank.

Aussteigerprogramm für Rechtsextremisten:
Hotline: +49 (0) 221 / 792 – 62
E-Mail: aussteiger@bfv.bund.de

Qualifizierte Beratung am Telefon.
Persönliche Beratung in unseren Einrichtungen
Persönliche Begleitung und Betreuung während des Ausstiegs, z. B. durch
-Betreuungsgespräche
-Vermittlung von schulischen oder beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen
-Hilfe bei Behördenkontakten
-Unterstützung bei Bedrohung durch Angehörige der rechtsextremistischen Szene
-materielle Hilfe im Einzelfall bei zwingend erforderlichen Maßnahmen
(z. B. Umzug).
-Auf Wunsch Vermittlung von externen Hilfsangeboten, z. B. bei Alkohol-
oder Drogenproblemen oder Überschuldung

Reader des Verfassungsschutzes zum Thema „Rechtsextremismus“

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